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Teil 1 · Grundlagen
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Was M365 Copilot ist

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Microsoft 365 Copilot ist Microsofts KI-Layer über dem M365-Stack. Inline in Word, Excel, PowerPoint, Outlook, OneNote und Teams plus ein eigener Web-Chat (»Copilot Chat«) plus Copilot Studio für den Bau von Agents. Anbindung an den Microsoft Graph sorgt dafür, dass Copilot E-Mails, Kalender, Files und SharePoint-Inhalte als Kontext nutzen kann. Stand August 2026: Anthropic ist seit 7. Januar 2026 als Microsoft-Subprocessor freigegeben. Claude-Modelle sind in Researcher, Excel Agent Mode, Copilot Studio und in den Word-, Excel- und PowerPoint-Agents nutzbar, mit Claude Sonnet 5 und Claude Opus 5 stehen sie seit Juli 2026 auch im Modell-Selektor von Copilot Chat, Copilot Cowork und Copilot in den Office-Apps zur Wahl. Namensänderung seit August 2026: Microsoft benennt das Produkt in der Dokumentation von »Microsoft 365 Copilot« in »Microsoft Copilot« um, »Microsoft 365 Copilot Chat« heißt entsprechend »Microsoft Copilot Chat«. An Sicherheit, Compliance und Datenschutz ändert sich dadurch nichts, und die Lizenz-Bezeichnungen in der Abrechnung bleiben vorerst wie gehabt. Dieser Guide nutzt weiterhin »M365 Copilot«, wo es der Unterscheidung von der Consumer-Version dient.

1.1 Die sieben Bausteine

BausteinWofür
Copilot ChatWeb-Chat unter copilot.cloud.microsoft (früher m365.cloud.microsoft) oder via Edge-Sidebar, copilot.microsoft.com ist die Consumer-Adresse. Mit Microsoft-Graph-Grounding (im M365-Plan) oder ohne (im Free-Plan).
Copilot in den AppsInline-Funktionalität in Word, Excel, PowerPoint, Outlook, OneNote, Teams, Loop, Whiteboard, Forms. Schreibt, formatiert, fasst zusammen, plant.
Copilot SearchUnified, semantische Suche über alle M365-Quellen plus 100+ Graph-Connectors. Natural-Language-Queries, AI-generierte Top-Antwort über den Treffern, Citation-Pins.
Copilot PagesKollaborative Loop-Canvas, in der Copilot-Outputs gemeinsam überarbeitet werden.
Copilot NotebooksQuellen-grounded Wissensarbeit. Du wirfst Files und SharePoint-Sites rein, Copilot antwortet auf dieser Basis. Audio Overview (Podcast-Recap) seit 2026.
Copilot CoworkAgentische Ebene für lange, mehrstufige Multi-Tool-Aufgaben. Ihr definiert das Ziel, Cowork plant und führt end-to-end aus und liefert ein fertiges Ergebnis statt eines Entwurfs. GA seit 16. Juni 2026, abgerechnet über Copilot Credits (siehe Kap. 3.4).
Declarative AgentsSpezialisierte Copilots mit eigenen Instructions, Knowledge und Aktionen. Per Agent Builder oder Copilot Studio. Microsoft-eigene Erste-Partei-Agents: Researcher und Analyst.
Copilot StudioVollwertiger Agent-Builder für komplexe Multi-Step-Agents inkl. Power-Automate-Integration, MCP-Support, Computer Use und Code Interpreter.

Modell-Mix: M365 Copilot nutzt einen Modell-Router (»Auto«), der seit Anfang 2026 zwischen »Quick response« (GPT-5.5 Instant) und »Think deeper« (GPT-5.5 Thinking) entscheidet. Manuelle Override ist möglich. Seit 9. Juli 2026 ist GPT-5.6 das bevorzugte Modell in Word, Excel, PowerPoint, Copilot Chat und Cowork, der Rollout hängt von Region und Tenant-Konfiguration ab. Seit 7. Januar 2026 ist Anthropic als Microsoft-Subprocessor freigegeben, Claude-Modelle laufen in Researcher, Excel Agent Mode, Copilot Studio sowie Word-, Excel- und PowerPoint-Agents. In Commercial-Tenants außerhalb EU/EFTA/UK ist Anthropic default eingeschaltet, in EU/EFTA/UK muss ein AI Administrator oder Global Admin explizit opt-in. Anders sieht es bei OpenAI aus: Der OpenAI-Subprocessor ist seit 24. Juli 2026 für berechtigte Commercial-Kunden standardmäßig für alle Nutzenden an, eine EU-Ausnahme beim Default nennt Microsoft nicht (siehe Kap. 21.1). Seit 22. Juli 2026 können auch nicht-föderale GCC-Kunden Anthropic-Modelle über eine eigene Admin-Center-Einstellung freischalten (default aus). Föderale GCC-Kunden sowie GCC High und DoD bleiben ausgeschlossen.

Kernidee

M365 Copilot ist die KI mit dem direktesten Zugriff auf eure Firmen-Daten. Er liest E-Mails, Kalender, SharePoint und Teams-Chats, sofern ihr eingeloggt seid. Die Stärke: tiefer Graph-Kontext. Die Schwäche: nur in der Microsoft-Welt.

1.2 Sicherheit, Datenschutz, EU-Hosting

  • Trainings-Opt-Out: In M365 Copilot vertraglich ausgeschlossen. Eingaben und Antworten werden nicht zum Training genutzt. Gilt vertraglich auch für Anthropic-Outputs (Microsoft DPA + Enterprise Data Protection greifen).
  • EU Data Boundary: EU-Workspace-Daten werden in EU-Rechenzentren verarbeitet und gespeichert. Wichtige Ausnahmen: Bing-Web-Queries (Microsoft als Data Controller, nicht EUDB) und Anthropic-Modelle (außerhalb EUDB, deshalb in EU/EFTA/UK default OFF).
  • Compliance: SOC 1, SOC 2 Type II, ISO 27001, ISO 27017, ISO 27018, ISO 42001 (AI Management Systems, neu), FedRAMP High, HIPAA, DSGVO-konformes Data-Processing-Addendum.
  • Microsoft Purview: Sensitivity-Labels (inkl. EXTRACT- und VIEW-Usage-Rights), DLP-Regeln (auch prompt-basiert mit SITs) und Audit-Logs aus Purview gelten auch für Copilot. Wer in Purview eine Datei klassifiziert hat, sieht den Schutz auch in Copilot-Antworten.
  • Schutzschichten: Prompt-Injection-Blocking (Jailbreak + XPIA), Protected-Material-Detection (Copyright + Code-Lizenzen), Content-Harm-Filter, Workplace-Harms-Filter (kein AI-Bewerten von Mitarbeiter-Performance, Attitude oder Emotion).
  • Customer Copyright Commitment (CCC): Microsoft indemnifiziert Copilot-Outputs (inkl. Anthropic-Outputs) bei Copyright-Klagen.
  • EU AI Act: Microsoft verpflichtet sich zur Einhaltung des EU AI Act. Die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Art. 4 liegt aber beim einsetzenden Unternehmen (siehe Kap. 21.2). Als Arbeitshilfe stellt Microsoft im Service Trust Portal den »Microsoft Copilot & Copilot Chat Risk Assessment Quickstart« bereit.

1.3 Lizenzen auf einen Blick

Details kommen in Kapitel 3. Kurz-Mapping:

  • Microsoft Copilot (Consumer): Kostenlos, Web-Chat ohne Graph-Zugriff. Seit 16. Januar 2025 inklusive in M365 Personal und M365 Family.
  • M365 Copilot Chat (Business): 0 Euro für jede eligible M365-Subscription (Business Basic/Standard/Premium, Apps for Business, E1/E3/E5, A1/A3/A5, F1/F3). Web-Grounded Chat, Copilot Pages, File Upload, Image Generation, Enterprise Data Protection, Pay-as-you-go-Agents.
  • M365 Copilot (Add-on): Kostenpflichtig, voller Microsoft-Graph-Zugriff (Work IQ), Inline in Word/Excel/PPT/Outlook/Teams/OneNote, Pages, Notebooks, Custom Agents bauen, Copilot Search, Copilot Analytics. SharePoint Advanced Management (SAM) ist inklusive (seit Anfang 2025).
  • Copilot Studio: Eigene Lizenz für komplexere Agent-Entwicklung, Tenant-Pack-Modell oder Pay-as-you-go.
  • Pay-as-you-go: Für M365 Copilot Chat, SharePoint Agents und Microsoft Copilot Retrieval API (Preview). Abrechnung über Azure, AI-Administrator-Rolle empfohlen.

1.4 Wer M365 Copilot einsetzt

Stand Q1 2026: 70 Prozent der Fortune-500 haben mindestens einen M365-Copilot-Pilot. 15 Mio. bezahlte Plätze global. Im DACH-Mittelstand ist M365 Copilot mit 28 Prozent das verbreitetste KI-Tool laut Bitkom 2025, getrieben durch die hohe Microsoft-Durchdringung.

Typische Use-Cases:

  • Outlook: Mail-Drafting, Mail-Zusammenfassungen, Antwort-Vorschläge.
  • Teams: Meeting-Recap, Action-Items extrahieren, »What did I miss«-Funktion.
  • Word: Erstdrafts, Umformulieren, Style-Checking.
  • Excel: Datenanalyse, Pivot-Empfehlungen, Formel-Erklärung.
  • SharePoint: Wissens-Suche über alle eingebundenen Sites, Antwort mit Citation.
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Erste Schritte

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In zehn Minuten produktiv. Welche Lizenz ihr habt, entscheidet, wo ihr Copilot findet und welche Features aktiv sind. Hier der Schnelleinstieg.

2.1 Wo du Copilot erreichst

PlattformWofür
copilot.cloud.microsoftWeb-Einstieg für Copilot Chat und lizenzierte Nutzende, funktioniert in jedem Browser, alte Adressen leiten weiter. Nicht verwechseln mit copilot.microsoft.com, das ist die Consumer-Adresse für private Microsoft-Konten.
Edge-SidebarCopilot-Icon oben rechts. Page-Modus zusätzlich verfügbar.
Microsoft Copilot AppEigene App für Web, Windows, macOS, iOS und Android (bis August 2026 »Microsoft 365 App« bzw. »Microsoft 365 Copilot App«). Web-Adresse ist jetzt copilot.cloud.microsoft, m365.cloud.microsoft leitet weiter (die übrigen Nutzenden folgen Anfang November 2026, siehe Kap. 19.6). Geschäfts- und Privatkonto erkennt ihr in der App an der Hintergrundfarbe, am Label »Work« unter dem Profil und am grünen Schild. Auf iOS seit 1. Juli 2026 per Action-Button oder Siri direkt startbar, seit September 2026 auch über CarPlay (»Hey Siri, ask Copilot«).
Word, Excel, PowerPoint, Outlook, TeamsInline-Copilot-Button in der Ribbon-Leiste, sofern M365-Copilot-Lizenz.
TeamsCopilot in Meetings, Chat-Recap, »What did I miss«.
Neu: eine App, ein Name, ein neues Icon (Rollout seit Mitte August 2026)

Microsoft führt die private Copilot-App und die geschäftliche M365-Copilot-App zu einer einzigen »Microsoft Copilot« App zusammen. Web und Mobile werden seit Mitte August 2026 weltweit umgestellt, die neu gebauten Desktop-Apps für Windows und macOS folgen ab Mitte September. Was das praktisch heißt:

  • Neues Icon und neuer Name: Beide Apps verlieren ihre bisherigen getrennten Icons, das Label lautet nur noch »Microsoft Copilot«.
  • Ein Login-Punkt für beide Welten: Ihr meldet euch mit privatem Microsoft-Konto, mit Arbeits- oder Schulkonto oder mit beidem an und wechselt über den Account-Switcher.
  • Datentrennung bleibt: Zwischen privatem und geschäftlichem Kontext fließen keine Daten. Die kommerziellen Datengrenzen und die Enterprise Data Protection gelten unverändert.
  • Migration läuft automatisch: Chat-Verlauf, Bilder und erzeugte Inhalte wandern mit, Dateien aus der bisherigen Standalone-App landen in OneDrive.
  • Consumer-Features fallen weg: Zum 18. August 2026 hat Microsoft in der privaten Copilot-App Group Chat, Podcasts und Deep Research eingestellt. Für die geschäftliche Nutzung mit M365-Copilot-Lizenz ändert das nichts, Researcher und Analyst bleiben unberührt.

Für die interne Kommunikation heißt das: Screenshots, Onboarding-Unterlagen und Links auf m365.cloud.microsoft solltet ihr im Herbst einmal durchgehen und nachziehen.

2.2 Login

  • Privat: Microsoft-Konto. Free oder Copilot Pro.
  • Geschäftlich: Microsoft-Entra-Account (ehemals Azure AD). M365 Copilot oder Copilot Chat (Business) wird automatisch erkannt.
  • Mehrere Konten: Account-Switcher oben rechts. Wer privat plus beruflich Copilot nutzt, sollte beide Accounts trennen.

2.3 Was du in den ersten zehn Minuten machen solltest

  1. Lizenz prüfen: In Outlook oder Word auf den Copilot-Button klicken. Wenn er fehlt, hat dein Account keine M365-Copilot-Lizenz. Für die Diagnose gibt es das Werkzeug »Copilot License Details« (aka.ms/CopilotLicenseDetails). Nach einer neuen Zuweisung kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis Copilot erscheint.
  2. Custom Instructions setzen: Im Copilot-Chat unter Settings, Personalization. Eintrag »Antworte immer auf Deutsch« reicht oft (siehe Kap. 11).
  3. Erste Inline-Aufgabe: In Outlook eine Mail markieren, »Summarize« klicken. Das ist die niedrigschwelligste Einstiegs-Aktion.
  4. Prompt Gallery anschauen: Für Inspirationen. Mehr in Kap. 10.
  5. Pages testen: Aus einer Copilot-Antwort heraus »Edit in Pages« klicken, dann mit Kollegen teilen.
Erstes Aha-Moment

In Outlook »Erstelle eine Antwort auf diese Mail im Stil meiner letzten drei Antworten an diesen Empfänger« lassen. Copilot zieht den Stil aus deiner Mail-Historie und passt die Antwort an. Genau das geht in keinem anderen KI-Tool.

Wenn Copilot trotz Lizenz fehlt (Anforderungen, Stand Oktober 2026)
  • Gerätebasierte Lizenzierung: Bei gerätebasiert lizenzierten Microsoft 365 Apps for enterprise gibt es keinen Copilot.
  • Gäste und Cross-Tenant-Nutzende: Sie bekommen keine Copilot-Lizenz.
  • Postfächer: In Gruppenpostfächern ist Copilot nicht verfügbar, in Archiv-, freigegebenen und Stellvertreter-Postfächern schon.
  • Office im Web: Für Word, Excel und PowerPoint im Browser müssen Drittanbieter-Cookies erlaubt sein, und die Datei muss bearbeitbar sein.
  • Teams-Telefonie: Für VoIP-Anrufe reicht die Copilot-Lizenz. Für PSTN-Anrufe braucht es zusätzlich Teams Phone und einen Calling Plan, und Transkription oder Aufzeichnung muss an sein.
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Lizenzen, Modelle & Limits

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Microsofts Copilot-Lizenz-Landschaft hat sich 2026 vereinfacht: Microsoft Copilot Consumer ist seit Januar 2025 in M365 Personal/Family enthalten. Für Business gibt es zwei klare Spuren: M365 Copilot Chat (kostenlos in jeder M365-Subscription) und M365 Copilot (kostenpflichtiges Add-on mit Microsoft-Graph-Grounding). Plus Copilot Studio und Pay-as-you-go für spezialisierte Szenarien.

3.1 Lizenz-Vergleich

PlanPreisWofür
Microsoft Copilot (Consumer)0 Euro, inkl. in M365 Personal/Family seit Jan 2025Web-Chat unter copilot.microsoft.com. Kein Graph-Zugriff, kein Org-Kontext. Microsoft-Account.
M365 Copilot Chat (Business)0 Euro, in jeder M365-SubscriptionWeb-Grounded Chat, Copilot Pages, File Upload, Image Generation, Pay-as-you-go-Agents, Enterprise Data Protection. Kein Microsoft-Graph-Grounding ohne M365-Copilot-Add-on.
M365 Copilot (Add-on)Kostenpflichtiges Add-on zur Basis-LizenzVoller Graph-Zugriff (Work IQ), Inline in Word/Excel/PPT/Outlook/Teams/OneNote, Pages, Notebooks, Researcher und Analyst, Copilot Search, Copilot Analytics, eigene Agents bauen. SAM inklusive seit Anfang 2025.
M365 Copilot Business (Add-on)Neue SMB-SKU (Doku-Update Mai 2026)Eigenes Add-on für die Business-Pläne (Basic, Standard, Premium, Apps for Business sowie Microsoft Teams Essentials). Funktional vergleichbar mit der Enterprise-SKU, getrennt lizenziert. Trennt SMB-Tenants sauber vom Enterprise-Add-on.
Copilot StudioTenant-Pack oder PAYGEigenständiger Agent-Builder mit MCP-Support, Power-Automate, Connectors, eigenen Channels, Computer Use, Code Interpreter, Voice-Handoff.
Pay-as-you-go (PAYG)Über Azure-SubscriptionFür M365 Copilot Chat (metered), SharePoint Agents (Hauptszenario), Microsoft Copilot Retrieval API (Preview). Default OFF. Freischalten kann ein Global Admin oder der Owner der Azure-Subscription, verwalten dürfen Global Admin, Billing Administrator und AI Administrator.
Neu: Microsoft 365 Business mit Copilot (ab 1. Juli 2026)

Für kleine Unternehmen kündigt Microsoft (Ankündigung 28. Mai 2026) zwei dauerhafte Bundle-Pläne an, bei denen Copilot direkt eingebaut ist statt als separates Add-on: Microsoft 365 Business Standard with Copilot und Microsoft 365 Business Premium with Copilot. Ab 1. Juli 2026 verfügbar, für 1 bis 300 Seats bei jährlicher Abrechnung (Richtpreise 23,50 bzw. 32 US-Dollar pro User und Monat, regionale Euro-Preise weichen ab). Copilot sitzt direkt in Word, Excel, PowerPoint und Outlook, mit Zugriff auf über 1.000 Connectors (Shopify, Xero, DocuSign, Asana und mehr). Für KMU heißt das: Copilot wird vom Zusatzkauf zum Standardbestandteil des Business-Plans.

»Copilot in 30«: Partner-Trial für Organisationen unter 300 Mitarbeitenden

Seit 3. August 2026 gibt es über CSP-Partner ein strukturiertes Einstiegsangebot: 25 User, 30 Tage Microsoft 365 Copilot Business, buchbar im CSP New Commerce noch bis 31. Dezember 2026. Gedacht ist es für Organisationen mit weniger als 300 Mitarbeitenden, also genau den Zuschnitt, für den ein voller Rollout als erster Schritt zu groß ist. Seit 24. August 2026 gehört der kostenlose Copilot Success Planner dazu: Der oder die Verantwortliche im Unternehmen beantwortet ein paar Fragen zu Branche, Prioritäten und Arbeitsweise, und daraus entsteht ein 30-Tage-Plan pro Trial-User plus eine Roadmap für die koordinierende Person. Der Aufbau folgt vier Wochen: Woche 1 Outlook, Woche 2 Teams und Meetings, Woche 3 Word, Excel und PowerPoint, Woche 4 Agents. Ist Copilot Cowork freigegeben, kommen in Woche 3 und 4 Cowork-Prompts dazu. Jede Aktion nennt die App, liefert einen fertigen Prompt zum Kopieren und verlinkt den passenden Microsoft-Artikel. Der Planner braucht keine Anmeldung und lässt sich schon vor der Buchung teilen.

Einordnung für Enablement

Interessant ist an diesem Angebot weniger die Lizenz als die Struktur dahinter. Der Grund, warum Copilot-Pilotprojekte im Mittelstand versanden, ist selten das Produkt und fast immer die fehlende Wochenlogik: 25 Leute bekommen Zugang, niemand sagt ihnen, womit sie am Montag anfangen sollen. Genau diese Lücke schließt der Success Planner, und er ist unabhängig von der Trial-Buchung nutzbar. Wer ohnehin schon lizenziert ist, kann die Vier-Wochen-Struktur trotzdem als Gerüst für den eigenen Rollout heranziehen.

Wichtiger Hinweis: M365 Copilot ist ein Add-on zu einer bestehenden M365-Lizenz (E3, E5, Business Basic, Standard und Premium, Apps for Business und for Enterprise, F1/F3 in Frontline). Auch reine Office-365-, Teams-, Exchange-, SharePoint-, OneDrive-, Planner-, Project-, Visio- und Clipchamp-Pläne qualifizieren inzwischen als Basis. Ohne Basis-Lizenz keine Copilot-Lizenz. Ausnahme E7: In Microsoft 365 E7 (GA seit 1. Mai 2026, E5 plus Microsoft Copilot plus Entra Suite plus Agent 365) ist Copilot bereits enthalten, ein Add-on entfällt. Education-Hinweis: Als Basis qualifizieren M365 A5, A3, A2 und A1 sowie Office 365 A5, A3 und A1, für Lehrkräfte, Personal und Studierende ab 13 Jahren, Bezug über EES oder CSP. Die Add-on-SKU heißt »M365 A3/A5 Extra Features for faculty«.

In-App-Labels (seit der Umbenennung ohne »M365«):

  • »Copilot (Premium)« (vorher »M365 Copilot (Premium)«): User mit Add-on-Lizenz, Priority Access, voller Graph-Zugriff.
  • »Copilot (Basic)« (vorher »M365 Copilot (Basic)«): User mit M365-Subscription ohne Copilot-Add-on, Standard Access. Laut Microsofts Übersicht (Stand 14. Oktober 2026) gehört dazu auch Standard Access auf Copilot in Word, Excel, PowerPoint und OneNote, Teams-Zusammenfassungen reichen 30 Tage zurück.
  • »Copilot Chat (Basic)«: Kein In-App-Copilot in Word/Excel/PPT/OneNote.
  • Nutzungsbasierte Dienste: Microsofts Vergleichstabelle führt Cowork und Microsoft Copilot Code (Frontier) inzwischen als eigene vierte Spalte »Usage-based billing capabilities«, nutzbar nur mit Premium-Lizenz.

3.2 Welche Modelle Copilot nutzt

Microsoft kommuniziert die genauen Modelle nicht öffentlich, sie wechseln im Hintergrund. Modell-Router seit Anfang 2026: Auto-Modus entscheidet zwischen »Quick response« und »Think deeper«. Optional manuell override.

  • GPT-5.6 (seit 9. Juli 2026): Neues bevorzugtes Modell in Word, Excel, PowerPoint, Copilot Chat und Cowork. Copilot zieht es automatisch heran, wenn es zur Aufgabe passt; wo ein Modell-Selektor vorhanden ist, lässt es sich auch direkt wählen. Laut Microsoft weniger Prompt-Runden beim Schreiben in Word und tokeneffizientere Analysen in Excel. GPT-5.6 ist eine Modell-Familie aus Sol, Terra und Luna. Verfügbarkeit variiert je nach Region und Tenant-Konfiguration, in eurem Tenant kann also noch GPT-5.5 laufen.
  • Quick response: GPT-5.5 Instant (seit Mai 2026 in Copilot Chat). Schnell, kompakt, gut für Standard-Anfragen mit Image-Analyse und STEM.
  • Think deeper: GPT-5.5 Thinking. Tiefes Multi-Step-Reasoning, strukturierte Analyse, komplexe Problemlösung.
  • Reasoning-Agents (Researcher, Analyst): o-Series-Modelle plus Anthropic Claude (seit Subprocessor-Freigabe).
  • Image-Generation: DALL-E-Familie. Video-Generation via Admin-Toggle (seit April 2026).
  • Voice: Whisper-Familie für Spracherkennung. Real-time Voice nur für lizenzierte M365-Copilot-User.
  • Anthropic Claude (seit 7. Januar 2026): In Researcher, Excel Agent Mode, Copilot Studio, Word-, Excel- und PowerPoint-Agents sowie auswählbar in Copilot Chat (Web/Desktop/Mobile). In EU/EFTA/UK default OFF (Opt-in durch AI Administrator oder Global Admin nötig), sonst default ON. Granular pro User oder Entra-Security-Group zuweisbar.
  • Claude Sonnet 5 (seit 2. Juli 2026) und Claude Opus 5 (seit 24. Juli 2026): Die aktuellen Anthropic-Modelle stehen im Modell-Selektor von Copilot in Word, Excel und PowerPoint, in Copilot Chat, in Copilot Cowork und in Copilot Studio zur Wahl. Opus 5 ist auf komplexe, mehrschrittige Arbeit ausgelegt (Reasoning über lange Dokumente, Tabellen, Decks und länger laufende Tasks) und kostet keinen Aufpreis gegenüber GPT-5.6, die Standard-Copilot-Lizenz genügt. Voraussetzung bleibt, dass Anthropic im Tenant freigeschaltet ist, in EU/EFTA/UK also der Admin-Opt-in. Seit 11. August 2026 lassen sich die Anthropic-Modelle auch direkt beim Bearbeiten von Word-Dokumenten im Modell-Menü auswählen (siehe Kap. 5.1).
  • Claude Fable 5.1 (seit 1. September 2026): Anthropics aktuelles Spitzenmodell steht in Copilot Cowork und Copilot Studio zur Wahl. Microsoft positioniert es für lang laufende Arbeit, Finanzanalysen und visuelles Frontend-Coding und beschreibt es als knapper in der Vorabplanung und in den Abschluss-Zusammenfassungen. Work IQ erdet das Modell in Dateien, Meetings, Chats und Geschäftsdaten innerhalb der bestehenden Berechtigungen. Entscheidend für die Einordnung: Fable 5.1 läuft für berechtigte Organisationen unter Anthropic als Microsoft-Subprocessor, es gelten also Microsoft Product Terms und DPA, es gibt keine Zusatzbedingungen und keine Data Retention. Ein separater Opt-in ist nicht nötig, sofern Anthropic im Tenant generell freigeschaltet ist. Die Berechtigung klärt ihr über euer Microsoft-Account-Team, die Verfügbarkeit variiert nach Region und Organisation.
  • GPT-6 Astra (seit 4. September 2026): OpenAIs neues Frontier-Modell, ebenfalls in Copilot Cowork und Copilot Studio, freizuschalten über das Admin Center. Microsofts Framing dazu ist aufschlussreich: Astra ist dafür gedacht, größere Aufgaben am Stück zu delegieren, statt sie selbst in kleine Schritte zu zerlegen und Copilot schrittweise zu führen. Auch hier groundet Work IQ das Modell in Dateien, Meetings, Chats und Geschäftsdaten. Verfügbarkeit ebenfalls je nach Region und Organisation.
  • »Anthropic models with Data Retention« (seit Juni 2026): Claude Fable 5.0 und Claude Mythos 5 stehen unter dieser Bezeichnung bereit. Nicht zu verwechseln mit dem separaten Admin-Schalter »Allow the use of Preview models«, den Microsoft ausdrücklich nicht für den Produktivbetrieb empfiehlt. Hier agiert Anthropic als eigenständiger Datenverarbeiter, NICHT als Microsoft-Subprocessor, es gelten separate Anthropic-Vertragsbedingungen. Diese Modelle sind tenant-weit default OFF und brauchen einen eigenen Admin-Opt-in, auch wenn Anthropic sonst aktiv ist. Nicht mit Fable 5.1 verwechseln, das genau umgekehrt einsortiert ist (siehe oben und Kap. 21.1).
  • Claude Opus 5.5 und GPT-6 Sol (seit 22. September 2026): Die nächste Modellgeneration kam laut Microsofts Ankündigung »More Models, One Copilot« in einem Schwung nach Word, Excel, PowerPoint, Copilot Chat, Copilot Cowork und Copilot Studio. Verfügbarkeit variiert je nach Lizenz und Region. Opus 5.5 ist wie alle Anthropic-Modelle an den Subprocessor-Schalter gebunden und in EU, EFTA und UK damit standardmäßig aus. Berichte, nach denen GPT-5.6 und Opus 5 schrittweise aus der Modellauswahl verschwinden, hat Microsoft bisher nicht mit Datum bestätigt.
  • GPT-6.1 Sol und Claude Sonnet 5.5 (seit 30. September 2026): Laut Message Center (MC1483844) zuerst in Copilot Cowork und Copilot Studio, dort über die nutzungsbasierte Abrechnung in Copilot Credits. In Word, Excel, PowerPoint und Copilot Chat folgt ab der ersten Oktoberwoche ein gestaffelter Rollout, dort durch die Copilot-Lizenz abgedeckt. Voraussetzungen: Sonnet 5.5 braucht den freigeschalteten Anthropic-Subprocessor, GPT-6.1 Sol auf einigen Oberflächen den OpenAI-Subprocessor. Neu ist, dass für diese Modelle Nutzungsgrenzen gelten: Wer sich dem Limit nähert, bekommt einen Hinweis und kann auf Auto oder ein anderes Modell wechseln. Ein festes Datum für Word, Excel, PowerPoint und Chat hat Microsoft bis 15. Oktober nicht nachgereicht. Neue Modelle sind seit dem 30. September nicht dazugekommen.
  • xAI (seit Mai 2026): Aktuell nur US, opt-in über Admin Center (gleiches Subprocessor-Panel wie Anthropic). Seit September 2026 stehen Grok-Modelle zusätzlich als Frontier-Preview in Word, Excel und PowerPoint zur Wahl, per Admin-Einstellung standardmäßig aus. In EU, EFTA, UK sowie in Government- und Sovereign-Clouds gibt es sie ausdrücklich nicht.
Achtung: Anthropic-Modelle mit Data Retention

Bei den »Anthropic models with Data Retention« (Fable 5.0, Mythos 5) greift NICHT die Microsoft Enterprise Data Protection. Anthropic speichert Inputs und Outputs bis zu 30 Tage, bei Trust-and-Safety-Treffern bis zu 2 Jahre und Klassifizierungs-Scores bis zu 7 Jahre. Für DACH-Compliance gilt: nur nach bewusster Datenschutz-Prüfung freischalten, für reguläre Produktivnutzung die regulären Subprocessor-Modelle verwenden. Claude Fable 5.1 gehört ausdrücklich nicht in diese Gruppe, es läuft unter dem Microsoft-Subprocessor-Vertrag ohne Retention. Die Namensähnlichkeit ist die häufigste Verwechslung in Kundengesprächen, prüft im Zweifel im Admin Center, welcher der beiden Schalter gemeint ist.

Nicht jeder Modellwechsel wird angekündigt

Microsoft hat im September 2026 offengelegt, nach welcher Regel Modelländerungen kommuniziert werden. Eine Nachricht ins Message Center gibt es nur dann, wenn der Wechsel eine Admin-Aktion erfordert, vertragliche Zusagen, Compliance oder die Datenverarbeitung berührt, oder eine wesentliche Service-Änderung darstellt. Alle übrigen Modellwechsel laufen still und tauchen allenfalls im Blog oder in den Release Notes auf. Praktische Konsequenz für Governance-Dokumente: Ein konkretes Modell im internen Betriebshandbuch festzuschreiben, führt ins Leere. Beschreibt stattdessen die Kategorie und den Verarbeitungsweg, also Microsoft-gehostet, Subprocessor oder eigenständiger Datenverarbeiter. Genau daran hängen die vertraglichen Zusagen, nicht am Modellnamen.

User können im Modell-Router zwischen Auto, Quick und Think deeper wählen. Anthropic-Modelle werden in lizenzierten Tenants über In-App-Indikatoren in M365 Copilot (Web/Desktop/Mobile) angezeigt.

Die Abhängigkeit, die in EU-Tenants regelmäßig für Verwirrung sorgt

Die Word-, Excel- und PowerPoint-Agents, also die Agents im Tools-Menü der Copilot-App (nicht der Copilot-Bereich innerhalb der jeweiligen App), laufen ausschließlich auf Anthropic-Modellen. Sind Anthropic-Modelle im Tenant nicht freigeschaltet, sind diese Agents gar nicht sichtbar, auch nicht für Personen mit voller Copilot-Lizenz. Und weil Anthropic in EU, EFTA und UK standardmäßig ausgeschaltet ist, ist das in DACH-Tenants der Normalzustand, nicht die Ausnahme.

Praktisch erreicht euch das als Ticket in der Form »Bei mir fehlt der Agent, bei der Kollegin ist er da«. Bevor ihr in der Lizenzzuweisung sucht: Prüft zuerst den Anthropic-Schalter. Und plant es andersherum in die Rollout-Kommunikation ein, denn wenn die Organisation Anthropic bewusst aus Datenschutzgründen aus lässt, ist der Wegfall dieser Agents eine bewusste Konsequenz und kein Fehler. Das gehört vorher gesagt, nicht hinterher erklärt. Zusätzlich sind diese Agents auf kommerzielle Tenants beschränkt, in GCC, GCC High und DoD gibt es sie nicht.

3.3 Limits

  • Microsoft Copilot (Consumer): Begrenzte Prompts pro Tag, kein konkreter offizieller Wert.
  • M365 Copilot Chat (Business): Standard Access, teilt Kapazität mit anderen Nutzern. Bei Engpass kommt ein Hinweis statt Abbruch.
  • M365 Copilot (Add-on): Priority Access, effektiv unlimitiert für normale Use-Cases. Soft-Limits bei Bulk-Operationen.
  • Copilot Studio: Tenant-Pack mit definierter Message-Anzahl, weitere Pakete kaufbar.
  • PAYG: Über Azure abgerechnet, optionale Budget-Limits + Notifications bei Schwellen.
  • Copilot Cowork (dokumentierte Grenzen): Prompts bis 250.000 Zeichen, Dateianhänge bis 200 MB, maximal 50 eigene Skills (als SKILL.md unter /Documents/Cowork/skills/ in OneDrive). Harte Grenzen: kein Zugriff auf lokale Dateien, keine verschlüsselten Dateien, und Cowork kann in OneDrive und SharePoint nichts löschen.
Zu den Chat-Limits gibt es keine offiziellen Zahlen

Microsoft veröffentlicht für Copilot Chat bewusst keine konkreten Prompt- oder Datei-Limits. Die Doku beschreibt Standard Access nur qualitativ als kapazitätsabhängig und über den Tag schwankend, Priority Access als schneller und gleichmäßiger verfügbar. Die Zahlen, die dazu in Foren kursieren, stammen aus Community-Beiträgen und nicht aus der Produktdokumentation. Nennt gegenüber Kunden deshalb keine festen Werte, sondern die Unterscheidung Standard gegen Priority Access, das ist der Teil, der belastbar ist.

Achtung Kostenfalle

Copilot-Studio-Agent-Aktivierungen werden pro Message verrechnet. Wer einen Agent ohne Cost-Cap auf einer öffentlichen Seite betreibt, kann das Tenant-Pack schnell verbrauchen. Vor Public-Deployment immer Limits und Monitoring konfigurieren.

3.4 Copilot Cowork und Copilot Credits (GA seit 16. Juni 2026)

Copilot Cowork ist Microsofts agentische Ebene für komplexe, lang laufende Multi-Tool-Aufgaben. Statt eines einzelnen Prompts beschreibt ihr ein Ziel, Cowork plant die Schritte, reasont über E-Mails, Meetings, Files und Chats via Work IQ und führt die Aufgabe end-to-end aus. Das Ergebnis ist ein fertiges Deliverable (Dokument, Dashboard, Board, verschickte Kommunikation), kein Entwurf. Kundenbeispiele aus dem GA-Announcement: automatisiertes Bearbeiten von Spreadsheets samt Abhängigkeits-Charts, der Vergleich tausender Files in Minuten statt Wochen, ein Pipeline-Review, das von einer Woche auf einen Vormittag schrumpft.

Lizenz plus Verbrauch

Cowork setzt die Microsoft 365 Copilot User Subscription License (USL) voraus, ändert an dieser Lizenz aber nichts. Die eigentliche Task-Ausführung wird zusätzlich verbrauchsbasiert über Copilot Credits abgerechnet. Die Kosten pro Aufgabe hängen von vier Faktoren ab: genutztes Modell, Umfang des abgerufenen Kontexts, Anzahl der Tool-Calls und Laufzeit.

  • Abrechnungsmodelle: Pay-as-you-go zu 0,01 US-Dollar pro Copilot Credit, oder P3 (Prepaid-Commitment mit Rabatt).
  • Grobe Task-Kosten: leichte Aufgabe etwa 1 bis 3 US-Dollar, mittlere etwa 4 bis 7 US-Dollar, schwere Multi-Output-Aufgabe 7 US-Dollar und mehr.
  • Cost Controls: Admins setzen Spending-Limits auf Tenant-, Gruppen- und User-Ebene, konfigurieren Usage-Alerts, erlauben nutzerinitiierte Credit-Anfragen und ziehen Usage-Reporting nach User, Gruppe und Feature.
  • Cost-Management-Dashboard im Admin Center (Consumption-Tab seit 11. August 2026): Copilot Credits werden zentral im Microsoft 365 Admin Center verwaltet. Der Overview-Tab zeigt in Echtzeit Gesamtverbrauch, verbleibende Kapazität und aufkommende Trends. Der Consumption-Tab geht ins Detail und schlüsselt den Verbrauch nach User, Gruppe, Service und Agent auf, macht Vielnutzer und Kostentreiber sichtbar und zeigt Verbrauchsverläufe über die Zeit. Über die Konfiguration wählt ihr das Abrechnungsmodell (Prepaid P3, Pay-as-you-go oder bestehende Kapazität), hängt eine Azure-Subscription an, definiert Spending-Policies und setzt harte Obergrenzen.
  • Consumption Dashboard in Viva Insights (seit 11. August 2026): Neben der Admin-Sicht im Microsoft 365 Admin Center gibt es den Verbrauch jetzt auch als eigenes Dashboard in Microsoft Viva Insights, gedacht für Führungskräfte und Analystinnen statt für die IT. Es zeigt aktive User, verbrauchte Copilot Credits und Session-Zahl, dazu Verbrauchsverläufe, die Aufteilung nach Service, Organisation und Job-Funktion sowie eine Intensitäts-Sicht (Top 1 Prozent, Top 5 Prozent und so weiter), die sichtbar macht, ob wenige Vielnutzer den Großteil der Kosten treiben. Eine eigene Ansicht listet die Spending Policies, deren Limit demnächst erreicht ist. Zugriff: Insights Analysts mit globaler Partition und Global Admins sehen die ganze Organisation, Führungskräfte nur ihre eigene Gruppe. Standardmäßig aktiv. Voraussetzung: Usage-based Billing muss über das Cost Management im Microsoft 365 Admin Center eingerichtet sein. Datenbasis sind derzeit ausschließlich Copilot Cowork und die Work IQ API, GitHub AI Credits liegen auf einem eigenen Tab in Public Preview. Die Zahlen sind Referenzwerte, verbindlich bleibt die Abrechnung im Admin Center.
  • Bilder erzeugen und bearbeiten in Cowork (seit 25. August 2026): Cowork kann Bilder direkt im Arbeitsablauf erstellen und verändern, laut Microsoft auf Basis von OpenAIs Modell ChatGPT Images 2.0. Verfügbar unter Windows, macOS, Web, Android und iOS. Achtung bei der Kostenrechnung: Bildgenerierung ist Teil der Cowork-Ausführung und damit credit-pflichtig, was bei Deck-lastigen Aufgaben schneller ins Gewicht fällt als erwartet.
  • Effort Level (seit August 2026): Cowork-Aufgaben lassen sich in fünf Stufen fahren, Light, Medium (Standard), High, Extra High und Max. Die Stufe regelt die Balance aus Ergebnisqualität, Bearbeitungsdauer und Credit-Verbrauch. Modellwahl und Effort Level sitzen zusammen direkt im Eingabefeld. Für Enablement ist das der wichtigste neue Regler: Die meisten Alltagsaufgaben brauchen Medium, und wer aus Gewohnheit alles auf Max stellt, zahlt das unmittelbar in Credits.
  • Der Skill /cost zeigt jetzt den Kontostand: Neben der Schätzung für die laufende Session nennt er den verbleibenden Anteil am Monatslimit, den bisherigen Verbrauch im laufenden Monat und das Datum, an dem das Limit zurückgesetzt wird. Damit können Nutzende ihren Verbrauch selbst einschätzen, ohne dass die IT einen Report ziehen muss.
  • Aus »Scheduled« wird »Automations«: Der Tab heißt jetzt Automations und bündelt geplante und ereignisgesteuerte Aufgaben an einer Stelle, statt beides zu trennen.
  • Was über Copilot Credits läuft: aktuell Copilot Cowork, Apps built with Copilot Cowork und die Work IQ API. Copilot Chat, SharePoint Agents und die Retrieval API laufen weiter über das klassische Pay-as-you-go mit Billing Policy und Azure-Meter, Copilot Studio über sein eigenes Pay-as-you-go-Modell. Microsoft kündigt an, weitere Dienste nach und nach in das Credit-Modell zu überführen.
  • Ereignisgesteuerte Aufgaben (seit August 2026): Cowork-Aufgaben lassen sich nicht mehr nur planen, sondern auch durch Ereignisse auslösen, konkret durch eine eingehende Mail, eine Teams-Nachricht oder eine Erwähnung. Damit verlässt Cowork endgültig den Charakter »Ich starte etwas und warte«.
  • Lokale Browser-Nutzung ist GA (seit August 2026): Was vorher dem Frontier-Programm vorbehalten war, steht jetzt allen Tenants mit Microsoft-Copilot-Lizenz zur Verfügung. Voraussetzung ist Microsoft Edge.
  • Marken-Vorlagen für Decks: Cowork zieht sich eine .potx aus der SharePoint Organization Assets Library oder aus dem OneDrive-Stammverzeichnis und übernimmt daraus Farbpalette, Marken-Schriften, Logos, alle benannten Layouts samt Folienmaster und die Foliengeometrie. Wer das im Einzelfall nicht will, sagt es im Prompt.
  • App skill (September 2026, Frontier): Anwendungen per Beschreibung bauen, veröffentlichen und teilen. Zu beachten ist dabei die Abrechnung, denn »Apps built with Copilot Cowork« sind ein eigener credit-pflichtiger Dienst.
  • Modell-Auswahl (Stand September 2026): Auto als Standard, dazu GPT 5.5 Frontier, GPT 5.6 Sol, GPT 5.6 Terra, GPT 6 Astra, Opus 5, Claude Sonnet 5 und Claude Fable 5.1, das in Cowork an die Stelle von Fable 5 getreten ist. Seit 22. September kommen Claude Opus 5.5 und GPT-6 Sol dazu, seit 30. September GPT-6.1 Sol und Claude Sonnet 5.5 (siehe Kap. 3.2). Kleine, aber wichtige Einordnung: In Cowork ist Sonnet 5 als Modell für Alltagsaufgaben und schnelle Antworten beschrieben, nicht als Reasoning-Standard. Die Aussage »Sonnet 5 ist Default für anspruchsvolle Aufgaben« gilt ausschließlich für Copilot in Word im Web (siehe Kap. 5.1).
  • Bestehende Office-Dateien bearbeiten (September 2026): Cowork kann vorhandene Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien in OneDrive und SharePoint direkt bearbeiten, statt nur neue anzulegen. Der Versionsverlauf bleibt erhalten, jede Cowork-Änderung lässt sich also zurückrollen. Plugins sind in der mobilen App über Plus, Skills erreichbar.
  • Credit Requests und Lese-Rollen (seit September 2026): Nutzende können Zugang oder ein höheres Limit direkt beantragen, Admins konfigurieren, an wen diese Anfragen gehen. Zusätzlich dürfen jetzt reine Lese-Rollen die Consumption-Dashboards einsehen, gedacht für Finance, Controlling und Lizenzmanagement, die Zahlen brauchen, aber keine Schreibrechte im Admin Center bekommen sollen.
Neuer Schalter mit Kostenwirkung: »Auto-apply new services«

In den Spending Policies gibt es seit September 2026 die Einstellung Auto-apply new services, und sie ist standardmäßig aktiviert. Künftige credit-pflichtige Copilot-Dienste und Agents fallen damit automatisch unter eure bestehenden Policies, ohne dass jemand sie bewusst freigibt. Das ist in beide Richtungen relevant. Positiv gelesen greift euer Kostendeckel sofort auch für alles Neue. Kritisch gelesen wird damit jeder neue Dienst ohne Entscheidung produktiv nutzbar und verbraucht Budget. Microsoft empfiehlt ausdrücklich, die bestehenden Policies daraufhin zu prüfen. Für DACH-Organisationen mit Freigabeprozessen für neue Verarbeitungstätigkeiten ist das ein Punkt, den Datenschutz und Einkauf kennen sollten, bevor er zum ersten Mal greift.

Vor dem Aktivieren

Cowork bucht bei aktivem Pay-as-you-go pro Aufgabe echte Credits. Für DACH-Mittelstand gilt: vor der Freigabe Spending-Limits und Alerts auf Tenant- und Gruppenebene setzen, sonst laufen die Kosten unkontrolliert. Erst mit Cost-Cap breit ausrollen.

3.5 Das neue Copilot: Home, Code, Autopilot und ein zweigeteiltes Preismodell (seit 25. September 2026)

Am 25. September 2026 hat Microsoft die Copilot-App neu aufgestellt und zugleich das Preismodell umgebaut. Die App gliedert sich künftig in drei Bereiche:

  • Home: Chat für schnelle Fragen und Cowork für delegierte Aufgaben an einem Ort, dazu »Office in Copilot«, also Word, Excel und PowerPoint direkt in Copilot erstellen und bearbeiten. Ein persönliches »Today«-Dashboard geht im Oktober in die Private Preview. Rollout zunächst über das Frontier-Programm.
  • Code: Widgets, Dashboards und kleine Apps per Beschreibung bauen, ausgeführt in einer Sandbox auf Basis der GitHub-Copilot-Technik. Die Apps laufen auf der Copilot Managed Runtime (Preview) und werden über Copilot Credits abgerechnet. Frontier ab Ende September.
  • Autopilot (vorher »Scout«): ein dauerhaft laufender Agent mit eigener Identität, der zugewiesene Ziele selbstständig in Teams und Outlook verfolgt. Private Preview seit Ende September.
Was die Lizenz abdeckt und was Credits kostet

Microsoft trennt jetzt klar zwischen zwei Abrechnungswegen. Die Lizenz pro Person deckt Copilot Chat, Copilot in den Office-Apps und den Alltagsgebrauch mit Modellwahl »Auto« ab. Nutzungsbasiert über Copilot Credits laufen laut Credits-Doku (Stand 30. September 2026) Copilot Cowork, »Advanced work« in SharePoint und OneDrive (siehe Kap. 17.5), die Work IQ API, die Copilot Managed Runtime für Code-Apps und der Teams Phone Agent. Dazu kommen laut Microsofts Preis-Ankündigung die Frontier-Modelle Fable und Astra sowie Copilot-Studio-Agents ab Oktober. Business- und Consumer-Editionen bleiben vorerst reine Lizenzprodukte. Nutzungsbasierte Dienste sind aus, bis ein Admin eine Spending Policy anlegt.

Was die Preis-Ankündigung vom 28. September präzisiert (MC1479276): Die Lizenz deckt auch die Modellwahl im Alltag ab, GPT-5.6 und Sonnet 5 sind enthalten, Opus 5 »with limits«. Wer ein Limit erreicht, bekommt erst eine Warnung und wählt dann zwischen Auto ohne Zusatzkosten und Credits. Die nutzungsbasierte Abrechnung in Copilot startet laut Message Center im vierten Quartal 2026.

  • Credit-Modelle im Chat-Selektor (GA Oktober 2026, RM571400): Credit-pflichtige Modelle erscheinen im Modell-Menü von Copilot Chat. Admins verteilen Credits, Nutzende können zusätzliche Credits anfordern.
  • FinOps-Werkzeuge (Preview seit September 2026): Modellfamilien und Effort-Stufen lassen sich je Gruppe zuweisen, zuerst für Cowork, und »Auto« hält sich daran. Spending Policies sind per Graph-API steuerbar, die Abrechnungsmethode bestehender Policies lässt sich nachträglich ändern, und Nutzende sehen ihren eigenen Verbrauch direkt in Copilot (GA seit September).
  • Neue Einstiege (MC1479277, Stand 12. Oktober): Researcher und Analyst sind nicht mehr standardmäßig angeheftet, Admins können sie vorab anheften. Die Einstiege »Agents« im Chat und »Customize« in Cowork werden durch »Plugins« ersetzt, Automations wandern nach Home.
  • Chat erledigt lange Aufgaben (Frontier): Copilot Chat arbeitet mehrstufige Aufträge über Mails, Meetings, Teams und Dateien ab und erzeugt Word-, PowerPoint-, Excel-, PDF- und HTML-Dateien, verfolgbar in einer neuen Tasks-Ansicht. Nur mit Copilot-Lizenz. Ab Oktober zeigt Chat weltweit an, welche Skills er genutzt hat.
  • Code einrichten: Für Microsoft Copilot Code müssen Admins die Unified App verteilen und den Update-Kanal auf Beta setzen.
  • Office in der neuen Copilot-App (Frontier seit 9. Oktober 2026): Word, Excel und PowerPoint mit vollem Bearbeiten, Kommentaren und Co-Authoring direkt neben Chat oder Cowork. Eine Library zeigt zuletzt genutzte Office-Dateien, Pages und KI-Bilder, alles liegt in OneDrive, Labels und Versionen bleiben erhalten. Über Chat ist das in der Lizenz enthalten, über Cowork läuft es auf Credits.
Die Einstiege werden sichtbar, bevor das Budget steht

Microsoft hat es inzwischen im Message Center bestätigt (MC1479277): Ab Oktober 2026, im verzögerten Update-Kanal ab November, sehen alle Copilot-Lizenzierten die Einstiege zu Cowork, Code und Autopilot. Wer keine Spending Policy hat, sieht »Request Access« oder »Learn More«, Education-Tenants nur »Learn More«. Eine neue Admin-Einstellung legt fest, ob Anfragen überhaupt möglich sind, die alte Einstellung »Allow users to discover and use AI experiences enabled by usage-based billing« entfällt. Dazu blendet Copilot Chat seit September kontextbezogen »Try Cowork« ein (MC1465772), ein Klick übernimmt den letzten Prompt als Entwurf, abschalten lässt sich das nur, indem man Cowork selbst deaktiviert. Das erzeugt Nachfrage, bevor eine Entscheidung gefallen ist. Legt deshalb vorher fest, wer Credit-Anfragen bekommt (Kap. 3.4) und wie die Antwort lautet, sonst landet die Frage ungefiltert beim IT-Support. Zusammen mit dem standardmäßig aktiven »Auto-apply new services« gehört das in die nächste Lizenz- und Datenschutzrunde.

Teil 2 · Copilot in den Apps
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Copilot Chat (Web/Edge)

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Copilot Chat ist die zentrale Web-Oberfläche. Über copilot.microsoft.com oder im Edge-Browser-Sidebar. Mit M365-Copilot-Lizenz schaltet das Microsoft-Graph-Grounding (»Work IQ«) zu, ohne Lizenz nur Web-Grounding. Ein grünes Schild in der UI signalisiert: Enterprise Data Protection ist aktiv.

4.1 Ein Chat, ein Work-IQ-Schalter (seit 25. August 2026)

Die getrennten Tabs Work und Web gibt es nicht mehr. Microsoft hat beide Chats zu einer einzigen Oberfläche zusammengeführt, gesteuert über einen Work-IQ-Button oben links. Statt vorab einen Modus zu wählen, entscheidet ihr nur noch, ob Copilot überhaupt auf Arbeitsdaten zugreifen darf:

  • Work IQ an: Copilot bezieht eure Arbeitsdaten ein, also Mails, Files, Chats, Meetings, Personen und Projekte quer über Microsoft 365, zusätzlich zum Web und zu allem, was ihr anhängt. Die Mischung aus Arbeits- und Web-Quellen bestimmt Copilot selbst anhand des Prompts.
  • Work IQ aus: Copilot antwortet ohne Rückgriff auf Arbeitsdaten und nutzt nur öffentlich verfügbare Web-Informationen sowie die Inhalte, die ihr an den Prompt anhängt.
  • Default: Mit Microsoft-Copilot-Add-on-Lizenz ist Work IQ standardmäßig an. Der Schalter lässt sich jederzeit umlegen.
  • Page-Modus: Bleibt Edge-spezifisch. Copilot kennt den Inhalt der aktuellen Browser-Seite und beantwortet Fragen dazu (»Fasse das zusammen«, »Vergleich mit ...«).
Was das für Schulungen und Governance heißt

Zwei Dinge ändern sich praktisch. Erstens: Screenshots und Anleitungen, die den Work-Web-Umschalter zeigen, sind veraltet und müssen neu gebaut werden. Zweitens, und wichtiger: Der klare Schnitt »Ich bin gerade im Web-Modus, also fließt nichts aus dem Tenant ein« existiert so nicht mehr. Bei aktivem Work IQ mischt Copilot Arbeits- und Web-Quellen nach eigener Einschätzung. Wer bisher den Web-Modus als bewusste Trennlinie geschult hat, muss das auf »Work IQ aus« umstellen und erklären, dass die Entscheidung jetzt ein Schalter ist und keine Modus-Wahl. Ohne Copilot-Lizenz bleibt es ohnehin beim reinen Web-Grounding.

4.2 Modell-Router (»Auto«)

Seit Anfang 2026 wählt Copilot Chat per Default »Auto« und routet zwischen den Modi:

  • Quick response: GPT-5.5 Instant. Schnell, kompakt, gute Image-Analyse und STEM-Performance.
  • Think deeper: GPT-5.5 Thinking. Tiefes Multi-Step-Reasoning für komplexe Probleme.
  • GPT-5.6 (seit 9. Juli 2026): Bevorzugtes Modell, das der Router automatisch heranzieht, wenn es zur Aufgabe passt. Im Modell-Selektor auch direkt wählbar, sofern im Tenant schon ausgerollt.
  • Override: Im Modell-Selektor manuell wählbar.
  • Anthropic-Toggle: In lizenzierten Tenants außerhalb GCC/DoD pro User oder Entra-Group freischaltbar. In EU/EFTA/UK default OFF, AI Administrator oder Global Admin muss explizit opt-in.

4.3 Anatomie des Chats

  • Work-IQ-Button oben links (seit 25. August 2026): Ein einzelner An-Aus-Schalter für den Zugriff auf Arbeitsdaten, er hat die alten Work- und Web-Tabs abgelöst (siehe Kap. 4.1). Mit Copilot-Lizenz ist er per Default an. Rechts oben sitzt weiterhin der Modell-Selektor (Auto, Quick, Think deeper).
  • Grünes EDP-Schild: Visuelles Signal, dass Enterprise Data Protection aktiv ist.
  • Eingabefeld unten: Plus-Button für Datei-Upload (Drag-and-Drop seit Mai 2026, inkl. PDFs direkt im Chat-Pane), Tool-Buttons für Web-Search, Image-Gen.
  • Sidebar links: Chat-Verlauf gruppiert nach Datum. Pinning für Favoriten. Infinite Scroll im Verlauf (seit 16. Juni 2026): ältere Chat-Sessions laden beim Scrollen automatisch nach, der »Mehr laden«-Klick entfällt. Hinweis: Seit 28. Januar 2026 lässt sich Copilot Chat in der M365-Copilot-App nicht mehr unpinnen, die Setting greift dort nicht mehr.
  • Plugins-Panel: Connector-Auswahl bei aktivem Work IQ (welche Datenquellen darf Copilot nutzen).
  • Antwort-Aktionen: Copy, Regenerate (seit 6. Oktober 2026 im Web mit den Optionen »Try Again« und »Switch Model«), Insert (in Word/Outlook), Share-Link.
  • OneDrive-Action-Vorschläge (seit 19. Mai 2026): In der OneDrive-File-Preview erscheinen direkt umsetzbare Copilot-Actions (»Summarize«, »FAQ generieren«), ein Klick öffnet das Ergebnis im Chat.
  • Code Interpreter auf Chat-Search-Files (seit April 2026): Copilot kann Files, die er per Enterprise Search findet, ohne manuellen Upload mit Python analysieren.
  • Edit scheduled prompts (seit April 2026): Geplante Prompts können nachträglich angepasst werden.
  • Zitierte Office-Dateien im Chat öffnen (seit 1. Juli 2026): Zitierte Word-, Excel-, PowerPoint- und PDF-Inhalte öffnen sich direkt im Copilot-Chat statt in einem separaten Tab, der Kontext bleibt an einem Ort.
  • Brand Kit und Stil für Visuals (seit 1. Juli 2026): Bei generierten Visuals lassen sich Stil und Format wählen und das Brand Kit der Organisation direkt anwenden.
  • Brand Kit aus den eigenen Markenrichtlinien erzeugen (seit 15. Juli 2026): Statt das Brand Kit manuell zu pflegen, könnt ihr euer Markenrichtlinien-Dokument hochladen. Copilot extrahiert die Markenelemente daraus und legt das Brand Kit automatisch an.
  • Screenshot direkt aus Copilot heraus aufnehmen (Windows, seit 29. Juli 2026): Ein Button im Chat startet die Bildschirmaufnahme, der Ausschnitt landet direkt im Prompt. Das manuelle Snipping-Tool-plus-Upload entfällt, visuelle Fragen (»Warum bricht dieses Layout?«) werden deutlich schneller.
  • Bilder inline in der Antwort (seit 29. Juli 2026): Copilot zeigt passende Bilder aus Files und Meetings direkt in der Antwort, statt nur zu verlinken. Ein Klick auf das Bild öffnet die Quelle.
  • Zitierte Dateien im Previewer mit Copilot-Button (seit 29. Juli 2026): In der Datei-Vorschau von OneDrive und SharePoint sitzt ein schwebender Copilot-Button unten rechts (vorher in der Command-Bar) mit dateityp-passenden Prompt-Vorschlägen und direktem Sprung in den Chat.
  • Copilot Chat im Seitenbereich von Copilot Search (seit 25. August 2026): Wer in Copilot Search unterwegs ist, bekommt den Chat rechts als Side Pane eingeblendet und kann direkt aus einem Suchtreffer heraus weiterfragen, ohne die Seite zu wechseln. Microsofts Logik dahinter: Suche ist die Ordnungsschicht, der Chat der Arbeitsbereich. Verfügbar unter Windows und im Web.
  • Outlook-Mails direkt im Chat öffnen (seit 25. August 2026): Zitierte oder gefundene Mails öffnen sich innerhalb der M365-Copilot-App statt in einem separaten Outlook-Fenster. Ergänzt die schon bestehende Inline-Vorschau für Word-, Excel-, PowerPoint- und PDF-Inhalte. Verfügbar unter Windows, macOS und im Web.
  • Modellwahl für Researcher direkt im Chat (seit 25. August 2026): Wenn ihr den Researcher-Agent in den Chat holt, wählt ihr jetzt im Chat selbst, mit welchem unterstützten Modell und in welchem Modus er recherchiert, statt die Voreinstellung hinzunehmen. Verfügbar unter Windows und im Web.
  • Vereinfachtes App-Design (seit 25. August 2026): Neuer Chat-Startbildschirm, aufgeräumteres Antwort-Layout und eine überarbeitete Navigationsleiste in der M365-Copilot-App. Für Schulungsunterlagen heißt das: Screenshots der App-Oberfläche noch einmal prüfen. Verfügbar unter Windows, macOS und im Web.
  • Antwort-Ausschnitt gezielt weiterverarbeiten (September 2026): Ihr markiert einen Satz, einen Absatz oder eine Tabelle in der Antwort und lasst Copilot nur damit weiterarbeiten, also erklären, kürzen, übersetzen oder die nächsten Schritte ableiten. Die Auswahl erscheint vor dem Senden als Vorschau im Prompt und ist dort noch editierbar. Bisher musste man den gewünschten Teil kopieren und neu einfügen, samt Formatierungsschäden.
  • »Try again« (seit August 2026): Eine neue Antwort auf denselben Prompt erzeugen, wahlweise mit demselben oder einem anderen Modell, ohne den Chat neu aufzusetzen. Praktisch, wenn die erste Antwort am Ziel vorbeigeht und der Prompt eigentlich in Ordnung war.
  • Rich Answer Cards (seit August 2026): Für Wetter, Sport, Finanzen, Bilder, Video, Orte und News rendert Copilot strukturierte Karten statt Fließtext.
  • Code Blocks und Writing Blocks (September 2026): Code, Charts und Diagramme lassen sich inline im Chat vorschauen, statt nur nebeneinander auf einer eigenen Code-Canvas. Das Gegenstück für Text sind die Writing Blocks: Entwürfe, Memos und Mails direkt im Chat bearbeiten und iterieren, ohne in eine andere Oberfläche zu wechseln.
  • Outlook-Entwurf aus dem Chat, mobil (seit August 2026): Nachricht beschreiben, Copilot erzeugt einen eingebetteten Outlook-Entwurf direkt im Chat, der sich in Outlook Mobile öffnen lässt.
  • Agents mit »/«, Skills mit »@« (GA seit September 2026): Beides lässt sich jetzt direkt im Eingabefeld aufrufen, ohne vorher in ein Menü zu wechseln. Dazu kommt ein neues Chat-Design im Seitenbereich und in der Vollansicht von Teams und Outlook. Neu ist außerdem ein Copilot-Chat-Bereich in Microsoft Forms, mit dem lizenzierte Nutzende Formulare verbessern, Einladungen entwerfen und Antworten auswerten.
  • »Record« in der mobilen Copilot-App (September 2026): Ein Gespräch aufnehmen und daraus Transkript und Zusammenfassung erzeugen lassen. Für Präsenzgespräche gilt dieselbe Regel wie bei jeder Aufnahme: Die Einwilligung der Anwesenden liegt bei euch.
  • Suche nach Meetings, Anhängen und Mails (seit September 2026): Copilot findet Meetings über Thema und Stichwort, durchsucht dabei Termintext, Meeting-Chat und Transkript, das Transkript allerdings nur für die letzten zwei Monate. Mail-Anhänge erscheinen in den Suchergebnissen als anklickbare Elemente und öffnen sich, ohne die Mail aufzurufen, und Outlook-Treffer lassen sich nach Datum sortieren.
  • Pages per Sprachbefehl steuern, mobil (seit 25. August 2026): Auf Android und iOS lassen sich Pages per Copilot-Befehl überarbeiten (»Kürze diese Seite«), und Copilot legt aus dem Chat heraus selbstständig eine Page an (»Erstelle eine neue Seite zu XYZ«). Details zu Pages in Kap. 12.
  • Chat direkt in den Suchergebnissen (seit 6. Oktober 2026, Windows und Web): In Copilot Search lässt sich zu den Treffern im Gespräch weiterfragen, Folgefragen bauen auf den Ergebnissen auf (Roadmap-ID 512429).
  • Eigene Skills im Chat (GA-Rollout Oktober bis Mitte November 2026, MC1493223): Nutzende erstellen, laden hoch, bearbeiten und teilen Skills in Copilot Chat, der automatische Aufruf lässt sich abschalten. Admins verteilen, installieren oder blockieren Skills und Plugins unter Agents, Tools, Upload. In Cowork angelegte Skills erscheinen im Chat erst, wenn sie geteilt werden. Tenants mit Information Barriers folgen im November, dort ohne Teilen.
  • Neues Copilot in Edge (ab Mitte Oktober 2026, MC1484007): Neues Icon, vereinfachte Seitenleiste, Sprache und Vision, keine Admin-Aktion nötig. Der eigene Copilot-Tab in Edge ist auf GA ab Anfang November verschoben und braucht Copilot-Lizenz plus Admin-Aktivierung (MC1440972). Copilot Chat in Edge for Business arbeitet über mehrere Tabs und YouTube, ab Mitte Oktober auch über M365-Dokumente, standardmäßig aus und nur mit Entra-Anmeldung (MC1187682).
  • Webseiten in der Copilot-App öffnen (MC1474455): Unter Windows und macOS öffnen sich Links neben dem Chat statt im Browser. Admins schalten das pro Gerät frei, die Browserdaten bleiben lokal.
  • Researcher wird umgebaut (21. Oktober bis 30. Dezember 2026): Researcher wechselt auf gemeinsame Copilot-Komponenten, eigene Tabs und die Regler für die Berichtslänge entfallen (MC1476269). Auch das Sites-Steuerelement fällt weg, Websites nennt ihr stattdessen im Prompt, eine Allow- oder Blocklist ist das ausdrücklich nicht (MC1478004).
  • Profilkarten für Orte (seit 23. September 2026, Windows): Gebäude, Räume und Arbeitsplätze aus dem Places-Verzeichnis lassen sich aus Copilot Chat als Profilkarte aufrufen (Roadmap-ID 553219).
Neues Copilot-Design (Rollout seit Ende Mai 2026)

Microsoft rollt ein überarbeitetes Design für die Microsoft-365-Copilot-App aus. Die Prompt-Zeile wird zum aufgabenbezogenen Arbeitsbereich, die linke Navigation lässt sich aufklappen und bündelt Agents, Konversationen und Verlauf. Im Hintergrund sitzt die Intelligenz-Schicht Work IQ, die Kontext aus Mails, Files, Chats und Meetings zusammenführt und die Modellauswahl für tiefere Analysen steuert. Ladezeiten wurden laut Microsoft um über 50 Prozent reduziert. Der Copilot-Einstiegspunkt wird über Word, Excel, PowerPoint und Outlook hinweg vereinheitlicht. Der Rollout läuft schrittweise, je nach Tenant kann die alte Oberfläche noch sichtbar sein.

4.4 Web-Grounding

Im Web-Modus durchsucht Copilot live Bing-Quellen. Antworten enthalten Citation-Links. Web-Search-Query-Citations zeigen seit Anfang 2026 für 24 Stunden die exakten Such-Queries im Chat-Thread, sodass User nachvollziehen können, was an Bing geschickt wurde. Rich Bing Web Answer Cards (seit April 2026) zeigen Wetter, Aktien und ähnliche interaktive Karten inline.

Datenschutz-Hinweis: Bing-Web-Queries enthalten keine User- oder Tenant-IDs, nicht den vollständigen Prompt (außer er ist sehr kurz) und keine vollständigen Files. Aber: Bing-Queries laufen nicht innerhalb der EU Data Boundary und nicht unter DPA/Enterprise Data Protection (Microsoft ist hier Data Controller, nicht Processor).

4.5 Work-Grounding (Microsoft Graph)

Im Work-Modus durchsucht Copilot eure verbundenen Microsoft-365-Quellen:

  • Outlook-Mails der letzten 12 Monate
  • OneDrive- und SharePoint-Files (sofern ihr Zugriff habt)
  • Teams-Chats und -Meetings (Recap-Inhalte, bis 30 Tage rückwirkend)
  • Kalender-Events
  • Implicit Grounding in Outlook (seit 19. Mai 2026): Mails und Mail-Text-Snippets können per Drag&Klick direkt als Kontext in Copilot-Chat-Prompts gezogen werden, ohne dass ihr Quellen manuell adressieren müsst.
  • Loop-Pages und Notebooks
  • SharePoint-Listen über Context IQ (seit 29. Juli 2026): Im Context-IQ-Menü lässt sich eine konkrete SharePoint-Liste suchen und auswählen, an der der Prompt geerdet werden soll. Antworten auf Listen-Daten werden dadurch spürbar präziser, weil Copilot nicht mehr den ganzen Tenant durchsucht.
  • E-Mail-Anhänge auflisten (seit 29. Juli 2026): Copilot listet auf Nachfrage die Dateianhänge aus gesendeten und empfangenen Mails, etwa gefiltert nach Absender oder Zeitraum. Erspart das manuelle Durchsuchen des Postfachs nach einer Datei.
  • Treffer aus gescannten PDFs und Bildtexten (GA seit August 2026): Copilot Chat findet jetzt auch Text in gescannten PDFs und in Bildern, die in Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien eingebettet sind. Also gescannte Verträge, abfotografierte Tabellen oder Whiteboard-Fotos.
  • Viva Engage, jetzt auch private Inhalte (seit 25. August 2026): Bisher waren nur öffentliche Engage-Communities, Answers und Storylines als Grounding-Quelle freigegeben. Neu kommen die Inhalte privater Communities und Events dazu. Der Permission-Check gilt unverändert, jede Person sieht nur, worauf sie ohnehin Zugriff hat. Eine Viva-Engage-Lizenz braucht es nicht, um Engage-gestützte Antworten zu bekommen, wohl aber die Copilot-Lizenz. Im kostenlosen Copilot Chat steht die Quelle nicht zur Verfügung.
Private Engage-Communities: kurz nachdenken vor dem Rollout

Die Änderung passiert ohne Zutun der Engage-Admins, es gibt im Engage Admin Center keinen Schalter dafür. Genau deshalb lohnt der Blick: Private Communities sind in vielen Organisationen der Ort für Themen, die bewusst nicht breit laufen, etwa Reorganisation, Personalthemen oder Betriebsrats-nahe Diskussionen. Formal bleibt alles korrekt, weil der Permission-Check greift. Praktisch werden diese Inhalte jetzt aber über Copilot auffindbar und zusammenfassbar statt nur beim gezielten Nachlesen sichtbar. Für DACH-Tenants heißt das: Community-Mitgliedschaften einmal daraufhin durchsehen, wer faktisch Zugriff hat, und die Änderung dort ansprechen, wo Engage für sensible Themen genutzt wird. Hinweis zum Stand: Microsoft hat das Feature über die Release Notes angekündigt, die Viva-Engage-Dokumentation nennt Stand 28. August 2026 weiterhin nur öffentliche Communities. Rechnet mit einem gestaffelten Rollout und prüft im eigenen Tenant, was tatsächlich schon greift.

Antwort enthält Citation auf die ursprüngliche Quelle. Permission-Check ist eingebaut: Copilot zeigt euch nur Quellen, auf die ihr selbst Zugriff habt.

Power-BI-Daten im Chat (GA seit August 2026): Copilot beantwortet natürlichsprachige Fragen direkt gegen Power-BI-Berichte und Semantic Models, nicht nur in Excel (Kap. 6.4), sondern auch im Chat und in Copilot Cowork. Damit wird aus »Wo liegt der Bericht?« ein »Wie ist der Umsatz in Region Süd gelaufen?«. Die Berechtigungen und die Row-Level-Security aus dem Power-BI-Workspace bleiben die eigentliche Grenze, Copilot hebelt sie nicht aus. Verfügbar unter Windows, macOS, Web, Android und iOS.

Neu und leicht zu übersehen: Work-Grounding in Outlook ohne Copilot-Lizenz

Microsoft hat die Grounding-Matrix im September 2026 neu gefasst, und dabei ist eine Grenze verschoben worden, die in vielen Lizenzgesprächen als feststehend galt. Copilot Chat in Outlook greift jetzt auch ohne Copilot-Add-on auf Postfach, Kalender, Meetings, Chats und einen begrenzten Satz zugehöriger Dateien zu. Der Unterschied zur lizenzierten Variante liegt in der Technik darunter: Ohne Lizenz läuft das über lexikalische Indexierung, also im Kern über Stichwort-Treffer. Mit Lizenz kommen Microsoft Graph API, Work IQ und semantische Indexierung dazu, die auch dann passende Inhalte finden, wenn die Frage anders formuliert ist als das Dokument.

Für Enablement heißt das zweierlei. Erstens taugt die alte Kurzformel »ohne Add-on kein Zugriff auf eure Daten« nicht mehr, sie ist für Outlook schlicht falsch geworden. Zweitens verschiebt sich das Verkaufsargument weg vom Ob und hin zur Qualität: Nicht »Copilot kann dann überhaupt auf eure Mails schauen«, sondern »Copilot findet die richtige Mail auch dann, wenn ihr das Stichwort nicht kennt«. Diese Nuance ist schwerer zu erklären, aber sie ist die, die stimmt.

4.6 Sharing

  • Share-Link: Im aktuellen Chat-Status teilbar. Empfänger sieht den Verlauf, kann nicht weiterchatten.
  • Insert-to-Word/Outlook: Antwort direkt in eine neue oder bestehende Datei einfügen.
  • Save to Pages: Antwort in eine Loop-Page übertragen, dort kollaborativ weiterarbeiten.
  • Session- und Response-Sharing (GA seit August 2026): Eigener Link entweder für die ganze Session oder für eine einzelne Antwort, jeweils als Read-only-Ansicht, aus der Empfänger im eigenen Chat weiterarbeiten können. Ausgerollt für Web, Desktop, Mac, Android und Teams.

4.7 Copilot Vision (Screen und Camera Sharing)

Seit Ende Juli 2026 kann Copilot »sehen«, was ihr ihm zeigt. Ihr startet eine Sprachunterhaltung mit Copilot und teilt dann euren Bildschirm oder die Handy-Kamera, um per Stimme Fragen zum sichtbaren Inhalt zu stellen (angekündigt 24. Juni 2026, Rollout bis Ende Juli 2026 abgeschlossen). Praktisch, um sich einen unbekannten Dialog erklären, einen Fehler auf dem Screen deuten oder ein reales Objekt vor der Kamera einordnen zu lassen.

  • Am Desktop: Screen-Sharing über das Copilot-Chat-Eingabefeld oder per Tastenkürzel Win+C starten. Teilbar ist der ganze Bildschirm oder ein einzelnes Fenster.
  • Am Handy: Über das Kamera-Icon die Handy-Kamera teilen und Copilot live fragen, was er sieht.
  • Lizenz: Standardmäßig an für lizenzierte M365-Copilot-User (Copilot Premium), sobald die App die Bildschirm- bzw. Kamera-Berechtigung hat.
  • Admin-Control: Global Admins können Vision im Microsoft 365 Admin Center steuern und Screen-Sharing, Camera-Sharing oder beides getrennt deaktivieren.
Datenschutz-Hinweis

Geteilte Audio- und Video-Daten aus einer Vision-Session werden nach 48 Stunden automatisch gelöscht. Nur wenn ihr aktiv Feedback zu einer Session gebt, bleiben sie länger erhalten. Vor dem Teilen sensibler Bildschirminhalte gilt dieselbe Vorsicht wie bei jedem Screenshot.

Wichtig

Im Free-Plan und Copilot Pro gibt es kein Work-Grounding. Wer Firmen-Daten in Copilot Chat verarbeiten will, braucht M365 Copilot. Sonst landet die Frage im Web-Modus, was bei sensiblen Inhalten heikel sein kann.

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Copilot in Word

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Copilot in Word ist der Inline-Editor-Assistent. Erstdrafts, Umformulieren, Zusammenfassen, Style-Checks. Aktivierbar über das Copilot-Icon im Menüband oder per Cmd+I (macOS) bzw. Strg+I (Windows).

5.1 Die wichtigsten Aktionen

  • Draft mit Copilot: Leeres Dokument plus Brief in das Copilot-Feld. Erste Version steht in Sekunden.
  • Rewrite: Absatz markieren, »Rewrite« klicken. Stil, Länge, Formalität anpassen.
  • Summarize: Auch lange Dokumente in eine Bullet-Liste oder Executive-Summary verwandeln.
  • Visualize as Table: Aufzählung in eine Tabelle umwandeln.
  • Reference a File: Per »/«-Befehl auf andere Word-Dokumente, PDFs oder OneNote-Notizen verweisen, Copilot zieht Inhalt heran.
  • Audio Overview mit Echtzeit-Sprache (seit 1. Juli 2026): Das Audio Overview in Word unterstützt jetzt Echtzeit-Sprachinteraktion. Ihr könnt beim Zuhören per Stimme Zwischenfragen stellen und bekommt sofort Antwort.
  • Modellwahl beim Bearbeiten (seit 11. August 2026): Im Modell-Menü von »Edit with Copilot« stehen neben den OpenAI-Modellen auch die Anthropic-Modelle zur Wahl. Ihr entscheidet also pro Bearbeitung, welches Modell an eurem Dokument arbeitet. Voraussetzung ist, dass Anthropic im Tenant freigeschaltet ist, in EU/EFTA/UK also der Admin-Opt-in (siehe Kap. 3.2 und 21.1).
  • Claude Sonnet 5 als Default für Reasoning-Aufgaben (seit 25. August 2026, Web): Sonnet 5 ist jetzt im Modell-Menü von Copilot in Word verfügbar und dort als Standard für anspruchsvollere Aufgaben gesetzt, also längere Entwürfe und Überarbeitungen, bei denen Copilot über das ganze Dokument argumentieren muss. Für schnelle Umformulierungen bleibt das Routing unverändert. Auch hier gilt der Anthropic-Opt-in im Tenant als Voraussetzung.
  • Sprachfragen während Read Aloud (seit 25. August 2026, Windows): Beim Vorlesenlassen könnt ihr per Stimme dazwischenfragen (»Was heißt das?«, »Fasse diesen Abschnitt zusammen«) und bekommt sofort Antwort, ohne das Vorlesen abzubrechen und den Kontext zu verlieren. Praktisch beim Durcharbeiten langer Verträge oder Konzepte.
  • Quellenangaben, Bilder und Android (September 2026): Copilot in Word setzt Quellenangaben aus dem Web und aus Arbeitsinhalten direkt in die Antwort und kann Bilder und Formen im Dokument anordnen und in der Größe verändern. Das Bearbeiten mit Copilot gibt es jetzt auch auf Android, in Word, Excel und PowerPoint gleichermaßen.
  • Prompt-Feld direkt am Copilot-Button (Rollout September bis Ende Dezember 2026, MC1470885): Prompts lassen sich tippen oder diktieren, ohne den Copilot-Bereich zu öffnen, M365-Inhalte können dabei referenziert werden. Wer in Word oder PowerPoint Text markiert, bekommt ein kontextbezogenes Eingabefeld mit Vorschlägen wie Rewrite oder Shorten. Tastenkürzel Alt+C (Windows) und Cmd+Ctrl+I (Mac). Gilt für Windows, Mac und Web, standardmäßig an, eine eigene Admin-Steuerung gibt es nicht.
  • Zusammenfassung oben im Dokument entfällt (seit September 2026, MC1454113): Die Copilot-Zusammenfassung am Dokumentanfang verschwindet und wandert in die übrigen Copilot-Oberflächen. Schulungsunterlagen, die sie zeigen, sind damit veraltet.

5.2 Kontext aus dem Microsoft Graph

Mit M365-Copilot-Lizenz kann Copilot in Word auf E-Mails, andere Word-Files und SharePoint-Inhalte verweisen. »Schreibe eine Antwort im Stil meiner letzten drei Memos an diesen Empfänger« funktioniert, sofern die Memos in OneDrive oder SharePoint liegen.

5.3 Best Practice

  • Erst grob, dann fein: Outline erst von Copilot generieren lassen, dann Absatz für Absatz ausformulieren.
  • Style-Pin: In Custom Instructions »Antworte im sachlichen, klaren DECAID-Stil« hinterlegen, dann muss man es nicht in jedem Prompt wiederholen.
  • Track Changes: Bei kollaborativen Dokumenten Track Changes vor Copilot-Edits aktivieren, damit nachvollziehbar bleibt, was die KI geändert hat.
Agentic Capabilities GA (seit 22. April 2026)

Multi-Step-Aktionen in Word, Excel und PowerPoint sind General Available. Copilot kann mehrere Schritte hintereinander ausführen, statt nur einen Prompt pro Antwort. Im Frontier-Programm zusätzlich der Word Legal Agent: spezialisierter Vertragsreview-Agent, der Klauseln gegen Vorlagen prüft und Risikoflags setzt. Seit Oktober 2026 läuft Copilot for Legal in Word als Public Preview für Frontier weltweit, nicht mehr nur in den USA (MC1388706), Legal-Plugins für Word und Cowork sind für Oktober angekündigt.

Copilot bearbeitet das Dokument jetzt direkt (GA seit 2. Juni 2026)

Der Standard-Chat in Word lässt Copilot das geöffnete Dokument von sich aus bearbeiten, statt nur Vorschläge im Pane anzuzeigen. Alle Änderungen sind nachvollziehbar und reversibel (Undo, Versionsverlauf). Wer das nicht möchte, kann das direkte Bearbeiten in den Copilot-Einstellungen deaktivieren. Bei kollaborativen Dokumenten weiter empfehlenswert: vorher Track Changes aktivieren.

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Copilot in Excel

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Copilot in Excel macht aus formelfremden Nutzern halbe Daten-Analystinnen. Zeilenmuster erkennen, Pivot-Vorschläge, Diagramme, Trends, Conditional Formatting per Anweisung. Excel-Daten müssen als Tabelle (Strg+T) formatiert sein, sonst sieht Copilot sie nicht.

6.1 Die wichtigsten Workflows

  • Daten verstehen: »Was sind die Trends in dieser Tabelle?« Copilot beschreibt Auffälligkeiten, Outlier, Saisonalität.
  • Pivot-Vorschläge: »Erstelle eine Pivot-Tabelle für Quartals-Umsatz pro Region«. Copilot baut die Pivot-Tabelle, du klickst »Insert«.
  • Formel-Erklärung: Eine Zelle mit komplexer Formel anklicken, »Explain this formula«.
  • Conditional Formatting: »Markiere alle Zellen, in denen die Marge unter 10 Prozent liegt, rot«. Copilot konfiguriert das Format.
  • Diagramm aus Sprache: »Erstelle ein Säulendiagramm der Top-5-Verkäufer pro Quartal«. Diagramm wird eingefügt.
  • Nachvollziehen, was Copilot geändert hat (seit September 2026): Links in der Chat-Antwort springen direkt zu den neu angelegten oder geänderten Blättern, Tabellen, Bereichen und Objekten. Im Bereich Überprüfen, »Änderungen anzeigen« trägt jede Karte einen Vermerk, wenn die Änderung von Copilot stammt. Für Arbeitsmappen, die mehrere Personen pflegen, ist das die Grundlage für den Satz »Diese Zahl hat Copilot gesetzt, nicht die Kollegin«. Windows, macOS und Web.

6.2 Copilot in Excel mit Python

Seit Anfang 2026 verfügbar: »Run Python«-Modus, der Pandas und Matplotlib im Excel-Backend nutzt. Für komplexere Statistik, Forecasting, Data-Cleansing. Powerful, braucht aber kurze Einarbeitung.

Python jetzt auch in »Edit with Copilot« (seit 25. August 2026, Windows, macOS und Web): Der Umweg über einen eigenen Python-Modus entfällt. Beim normalen Bearbeiten mit Copilot führt Copilot bei Bedarf selbst Python-Code aus und schreibt das Ergebnis direkt in die Arbeitsmappe. Damit sind Statistik, Simulationen, aufwendigere Datentransformationen und fortgeschrittene Visualisierungen aus dem gewöhnlichen Copilot-Dialog heraus erreichbar, statt als separater Werkzeugkasten daneben zu stehen.

Was sich damit im Alltag verschiebt

Bisher war die Grenze klar: Standard-Copilot für Formeln, Pivots und Diagramme, Python-Modus für alles Rechenintensive. Diese Grenze verschwimmt, weil Copilot künftig selbst entscheidet, wann er Code ausführt. Für Schulungen heißt das zweierlei. Erstens fällt eine Hürde weg, Nutzende brauchen kein Python-Wissen mehr, um zu Ergebnissen zu kommen. Zweitens wächst die Nachvollziehbarkeits-Frage: Wenn eine Zahl aus ausgeführtem Code stammt statt aus einer sichtbaren Formel, gehört der Blick in den erzeugten Code zur Prüfung dazu. Für Zahlen, die in Reporting oder Abschluss gehen, bleibt das Vier-Augen-Prinzip Pflicht.

6.3 Copilot für Finance-Workflows (seit Juni 2026)

Microsoft hat Copilot in Excel gezielt für Finanzarbeit ausgebaut (Ankündigung 25. Juni 2026), verfügbar für M365-Copilot-Nutzende auf Windows, Mac und Web:

  • Skills: Vorgefertigte, wiederholbare Workflows, die Copilot auf Zuruf ausführt (eine Art kontextbewusste KI-Makros). Erste Templates: Variance Analysis (Ist gegen Budget/Forecast), Financial Statement Generation (GuV, Bilanz, Cashflow aus Rohdaten) und Forecasting.
  • Financial Data Connectors: Zusätzlich zu LSEG und Moody's (seit Mai) kommen Connectors für vertrauenswürdige Finanzdaten hinzu, darunter CB Insights, Daloopa und PitchBook.
  • Traceability: Ein »Plan with Copilot«-Modus zeigt vorab, welche Zellen, Formeln und Annahmen Copilot anfassen will. Danach markiert die »Show Changes«-Ansicht jede Copilot-Änderung getrennt von menschlichen Edits.

6.4 Power-BI-Daten als Grundlage

Copilot kann Antworten auf Power-BI-Berichten und Semantic Models erden, sowohl wenn ihr einen konkreten Bericht mitgebt als auch wenn Copilot den passenden Bericht selbst findet. In Excel hängt ihr über die Work-Content-Auswahl einen Power-BI-Bericht an und lasst Copilot darauf Performance analysieren, Trends benennen oder Zusammenfassungen und Nebenrechnungen direkt im Blatt bauen. Copilot arbeitet dabei auf den zugrunde liegenden Berichtsdaten und respektiert die bestehende Row-Level-Security. Das Exportieren, Kopieren und manuelle Abgleichen zwischen Power BI und Excel entfällt. Der Rollout läuft für Windows, Mac und Web.

Achtung: Fabric ist ein eigener Dienst

Die Funktion ist per Default aktiv, hängt aber an zwei Schaltern: der Einstellung »Fabric data in Microsoft 365 Copilot« im Microsoft 365 Admin Center (No users, All users oder bestimmte Gruppen) und dem Fabric-Tenant-Setting »Share Fabric data with your Microsoft 365 services«, das ein Fabric-Administrator setzt. Wichtig für die Datenschutz-Bewertung: Sobald ihr das aktiviert, werden Abfragedaten aus M365 Copilot an Fabric weitergegeben. Fabric arbeitet getrennt von M365 Copilot und unter eigenen Zusagen, die dort verarbeiteten Daten fallen unter die Fabric Product Terms. Für DACH-Tenants heißt das: bewusst entscheiden, nicht nebenbei anschalten.

Achtung

Excel-Copilot funktioniert nur in echten Excel-Tabellen (Range als Tabelle formatiert). Wer reine Zell-Bereiche hat, bekommt keine Antworten. Vorher Strg+T drücken.

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Copilot in PowerPoint

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Copilot in PowerPoint zaubert aus einem Briefing oder einem Word-Dokument einen Slide-Skeleton. Mit Designer-Theme, automatisch passend zur Corporate-Vorlage, sofern eine im Tenant hinterlegt ist.

7.1 Die wichtigsten Workflows

  • »Create presentation from this Word document«: Ein bestehendes Word-Dokument auswählen, Copilot generiert eine Slide-Folge mit passenden Headers, Bullets, Bildern.
  • »Create slide about ...«: Einzelne Slide auf Anweisung erstellen, in das laufende Deck einfügen.
  • »Summarize this presentation«: Bestehende Slide-Reihe in zwei Bullet-Punkte pro Slide eindampfen.
  • Speaker Notes: Aus dem Slide-Inhalt automatisch Sprecher-Notizen ableiten.
  • Deck direkt vom Startbildschirm der Web-App erstellen (seit 11. August 2026): Ihr müsst nicht mehr erst eine leere Präsentation anlegen. Auf der Startseite von PowerPoint im Web startet ihr die Erstellung mit Copilot direkt. Voraussetzung ist Microsoft 365 Copilot Basic oder Premium.
  • Web-Quellen beim Erstellen referenzieren (seit 11. August 2026): Copilot in PowerPoint kann beim Bauen einer Präsentation gezielt Informationen aus dem Web heranziehen und als Quelle ausweisen. Verfügbar im Web sowie unter Windows und macOS. Für vertrauliche Decks gilt dieselbe Überlegung wie beim Web-Grounding im Chat: Wo Web-Search per Policy aus ist, steht auch diese Quelle nicht zur Verfügung.
  • Eine E-Mail als Quelle referenzieren (seit 25. August 2026, Windows): Beim Erstellen einer Präsentation könnt ihr auf Mail-Inhalte verweisen, adressiert über Betreff, Absender und Zeitraum oder Datum. Der typische Fall: Aus dem Freigabe-Thread mit der Kundin direkt ein Deck bauen, ohne die Inhalte vorher in ein Word-Dokument zu kopieren.
  • Slide-Inhalte während PowerPoint Live erklären lassen (seit 25. August 2026, Windows): Teilnehmende einer PowerPoint-Live-Präsentation im Meeting markieren Text auf einer Folie und lassen ihn sich von Copilot im Seitenbereich erklären, ohne die Präsentation zu unterbrechen oder nachfragen zu müssen. Für Schulungen und Townhalls mit gemischtem Vorwissen ein spürbarer Unterschied, weil Rückfragen nicht mehr an der Hemmschwelle scheitern.
  • Skills in Copilot for PowerPoint (September 2026): Wiederkehrende Arbeitsschritte werden als Skill hinterlegt und auf Zuruf ausgeführt. Mitgeliefert sind »Explain this presentation« und »Sharpen slide titles«, eigene Skills lassen sich in PowerPoint im Web und seit 6. Oktober 2026 auch unter Windows anlegen, und Admins können Skills an einzelne Personen, Gruppen oder die ganze Organisation verteilen. Dazu kommen Connectors als Quelle direkt in PowerPoint.
  • Angekündigt für Oktober 2026: Brand Skills im Brand Kit, also Markenregeln als Skill statt als Vorlage allein, und Aufgaben, die nach dem Schließen von PowerPoint weiterlaufen und bei Abschluss benachrichtigen, geräte- und sitzungsübergreifend auf Desktop, Web und Mobile.
  • »Clarify my thinking« (GA seit 8. Oktober 2026): Ein eingebauter Skill, der früher »GrillMe« hieß, hinterfragt Argumentation und Aufbau eines Decks, bevor es präsentiert wird. Mac, Web und Desktop.
  • »Record a Skill« (GA Anfang Oktober 2026, MC1490903): Arbeitsschritte aufzeichnen und als Skill wiederverwenden, ohne die Anweisung selbst ausformulieren zu müssen.
  • »Create interactive slide« (ab Mitte Oktober 2026, MC1461152): Ein Skill für interaktive Folien auf Windows, Mac und Web, erreichbar über die Tabs Start und Einfügen. Interaktiv bleibt die Folie in PowerPoint Live in Teams. Copilot-Lizenz nötig.
  • Dateien referenzieren auf dem Mac (seit 6. Oktober 2026): Beim Erstellen lassen sich Dateien aus SharePoint-Bibliotheken und OneDrive-Ordnern über Name oder Besitzer referenzieren (Roadmap-ID 555897).

7.2 Bilder und visuelle Erklärungen

  • FLUX.2 Flex (seit 16. Juni 2026): Zur Bildgenerierung in PowerPoint steht jetzt zusätzlich das Modell FLUX.2 Flex von Black Forest Labs zur Verfügung, für hochwertige Visuals direkt im Deck.
  • MAI-Image-2-Efficient (seit 1. Juli 2026): Microsofts auf Tempo optimiertes Bildmodell, direkt in PowerPoint. Gedacht fürs schnelle Iterieren an Bildideen und Echtzeit-Slide-Content, ohne den Workflow zu verlassen.
  • Shapes und Bilder erklären lassen: Eine Form oder ein Bild auswählen und Copilot um eine detaillierte, kontextbezogene Erklärung bitten (Win32).
  • Mehrere Organizational Asset Libraries: Edit with Copilot zieht Bilder jetzt aus mehreren SharePoint-Asset-Bibliotheken (OALs), nicht nur aus einer.
  • Assets aus Adobe Experience Manager (seit 11. August 2026, Web und Windows): Ist der AEM-Assets-Connector verbunden, greift Copilot beim Erstellen von Präsentationen auf die freigegebenen Bilder eures Digital-Asset-Management-Systems zu. Über das Menü Image Source wählt ihr, ob Copilot Microsoft-365-Bilder oder die Markenbibliothek eurer Organisation nutzt. Für Marken-Konsistenz der sauberste Weg, weil Slides direkt mit freigegebenen Assets entstehen statt mit generierten Platzhaltern. Microsoft empfiehlt, das Feature erst bei mehr als 1.000 Assets mit gepflegten Metadaten (Titel, Keywords, Alt-Text) zu aktivieren, sonst greifen die Treffer ins Leere.

7.3 Agent Mode mit Work IQ (seit 1. Juli 2026)

Im Agent Mode baut Copilot in PowerPoint Präsentationen nicht mehr nur aus einem einzelnen Dokument, sondern sammelt über Work IQ selbstständig die relevanten Files, Meetings und E-Mails zusammen, natürlich nur solche, auf die ihr Zugriff habt. Das spart das manuelle Zusammensuchen der Quellen und erhöht die inhaltliche Relevanz.

  • Teams-Meeting oder -Chat referenzieren: Beim Erstellen mit Agent Mode könnt ihr direkt auf ein Teams-Meeting oder einen Chat als Quelle verweisen.
  • Inhalt und Stil aus bestehenden Decks wiederverwenden: Copilot kann eine vorhandene Präsentation heranziehen und deren Text, Stile, Themes und visuelle Formatierung übernehmen.

7.4 Theme und Branding

Copilot in PowerPoint respektiert das vom Admin hinterlegte Default-Theme. Wenn euer Tenant ein DECAID- oder Kunden-Theme hat, wird das automatisch angewendet. Ohne Theme nutzt Copilot Standard-Designer-Vorlagen.

Woher Copilot Markenbilder nimmt: Es gibt drei Wege, und sie schließen sich nicht aus. Das Brand Kit in Microsoft 365, die SharePoint Organization Assets Library und die Templafy Image Library über einen Graph Connector. Ausgewählt wird im Copilot-Eingabefeld über das Plus-Zeichen und dann »Select brand«. Microsoft nennt als Erfahrungswert mindestens 1.000 freigegebene Markenbilder mit gepflegten Metadaten, also Name, Beschreibung und Tags, damit die Auswahl brauchbar trifft.

Die Zahl 1.000 ist die eigentliche Aussage

In den meisten Mittelstands-Bildbibliotheken liegen ein paar Dutzend Logos und Produktfotos, oft ohne Beschreibung. Dass Copilot daraus keine überzeugende Bildauswahl trifft, ist dann kein Modellproblem, sondern ein Bestandsproblem. Wer Markentreue bei generierten Decks erwartet, muss vorher in die Asset-Pflege investieren, insbesondere in die Metadaten. Das ist unspektakuläre Arbeit und zugleich der Unterschied zwischen »sieht nach uns aus« und »sieht nach Vorlage aus«.

Strenge Markentreue und Steuerung über Foliennotizen (seit August 2026): Zwei Regler, die zusammengehören. Strict brand adherence beschränkt Copilot auf freigegebene Vorlagen und Folienmaster, es werden keine neuen Platzhalter und keine erfundenen Layouts erzeugt, gedacht für offizielle und regulierte Decks. Note steering geht den umgekehrten Weg: Klartext-Anweisungen in den Folien-Notizen steuern Copilot folienweise und werden bei jeder Erstellung aus der Vorlage neu gelesen. In der Kombination wird aus einer Vorlage etwas, das die Regeln gleich mitliefert, statt sie in ein Schulungsdokument auszulagern.

Brand Kits werden schlanker (seit Ende September 2026, MC1483859): Neu angelegte Brand Kits enthalten keine Felder für Markenrichtlinien und Stil mehr, Copilot hat diese Angaben nach Microsofts Aussage ohnehin nicht genutzt. Bestehende Kits bleiben unverändert. Markenregeln gehören stattdessen in Brand Skills, die sich ab Oktober als .md-Datei ins Brand Kit hochladen lassen.

Workflow-Empfehlung

Briefing in Word schreiben (zwei bis drei Seiten, klar strukturiert), dann in PowerPoint »Create from Word« klicken. Spart das Slide-Skeleton-Bauen, ihr feilt nur noch am finalen Polish.

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Copilot in Outlook

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Copilot in Outlook ist der Use-Case mit dem höchsten täglichen Nutzen. Mail-Drafting, Mail-Recap, Inbox-Triage, Schedule-Planning. Inline in Outlook für Web, Desktop (Windows), macOS und Mobile.

8.1 Die wichtigsten Workflows

  • Draft with Copilot: Stichpunkte eintippen, Copilot formuliert daraus eine Mail. Stil und Tonfall (Casual, Formal) per Toggle.
  • Summarize this email thread: Lange Threads in drei Bullets reduzieren, mit Action-Items und offenen Fragen.
  • Coaching by Copilot, jetzt im Chat (seit 11. August 2026): Eine eigene Mail vor dem Versand prüfen lassen: Tonfall, Klarheit, Vollständigkeit. Das Coaching läuft nicht mehr im Canvas, sondern im Chat, und zwar während ihr schreibt, umformuliert und formatiert. Der entscheidende Unterschied: Ihr müsst nicht mehr alle Vorschläge auf einmal übernehmen, sondern wählt einzelne aus, lasst sie weiter verfeinern, und Copilot ändert die Mail direkt an Ort und Stelle. Verfügbar unter Windows, Mac, Web, iOS und Android.
  • Meeting-Vorbereitung im klassischen Outlook für Windows (seit 11. August 2026): Copilot stellt zu einem anstehenden Termin den relevanten Kontext zusammen, also Vorgeschichte, offene Aufgaben und zugehörige Dokumente, und ihr könnt im Chat tiefer nachfragen. Setzt eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz voraus.
  • Termine planen aus dem Chat, klassisches Outlook für Windows (seit 25. August 2026): Über »Schedule with Copilot« oder direkt aus dem Chat heraus sucht Copilot passende freie Zeiten, bucht Räume, entwirft eine Agenda und verschickt die Einladung. Setzt eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz voraus, der Rollout läuft gestaffelt. Praktischer Hinweis: Die Einladung geht erst nach eurer Bestätigung raus, der Entwurf ersetzt also nicht den Blick darauf, wer eingeladen wird.
  • Postfach aufräumen per Auftrag (seit September 2026): Copilot kann Mails jetzt auch löschen, verschieben, kopieren und kategorisieren sowie Posteingangsregeln und Ordner verwalten. Bei Sammeländerungen über fünf Mails fragt Copilot vorher nach. Gilt für das klassische und das neue Outlook, Outlook im Web, Mac und Mobile. Für Schulungen ein Perspektivwechsel: Copilot in Outlook schreibt nicht mehr nur, er handelt im Postfach, und »Lösche alle Newsletter von letzter Woche« ist ein Auftrag mit realer Wirkung.
  • Neues Copilot-Design in Outlook (GA Oktober 2026, MC1458470): Chat-zentriert wie in der Copilot-App, mit vereinfachter Navigation und Work-IQ-Schalter. Die Vollansicht bekommt eine Tasks-Ansicht für lang laufende Aktivitäten wie Agents und geplante Chats, der Seitenbereich nicht. Microsoft empfiehlt, Schulungs-Screenshots zu erneuern. Teams bekommt dasselbe Design ebenfalls im Oktober (MC1458472).
  • Neuer Copilot-Einstieg im klassischen Outlook (ab Ende Oktober 2026, MC1441784): Ein einheitlicher Einstieg neben dem Menüband mit kontextbezogenen Vorschlägen.
  • »Themes by Copilot« werden abgeschaltet (Mitte bis Ende Oktober 2026, MC1492954): Aktive Themes bleiben, aktualisieren sich aber nicht mehr.
  • Angekündigt für November 2026: Copilot Chat in freigegebenen und Stellvertreter-Postfächern im klassischen Outlook (RM573698) sowie Mails im Gespräch entwerfen und formatieren in Outlook im Web (RM573280).
  • What did I miss: In einer Inbox auf »What did I miss« klicken. Copilot listet die kritischen Mails der letzten 24 Stunden mit Priorität.
  • Reply mit Stil-Vorgabe: »Schreibe eine Antwort, die freundlich aber bestimmt klar macht, dass wir die Deadline nicht halten können«.
Copilot Chat in Outlook denkt jetzt über das ganze Postfach (seit 1. Juli 2026)

Bisher war Copilot Chat in Outlook auf den Kontext einzelner, aktueller Nachrichten beschränkt. Jetzt bezieht er das komplette Postfach, den Kalender, Meetings und Unternehmensdaten ein. Damit könnt ihr postfachübergreifend suchen und zusammenfassen (»Was sind die letzten Updates von meiner Chefin zu Projekt X?«), Action-Items und Follow-ups aus Mails und Meetings herausziehen und den Kalender managen (anstehende Termine, freie Slots). Das funktioniert ohne M365-Copilot-Lizenz, es ist Teil von Copilot Chat.

8.2 Stil-Trick

Copilot in Outlook kann den Stil aus euren letzten Mails an einen bestimmten Empfänger lernen. »Schreibe im Stil meiner letzten Mails an Anna« liefert Antworten, die wie eure eigenen klingen, nicht wie Standard-KI-Texte.

Datenschutz

Copilot in Outlook liest standardmäßig nur Mails aus eurer eigenen Inbox. Aber: Bei »Reference« auf Mails von Kollegen kann Copilot deren Mails (sofern ihr Zugriff habt) als Kontext nutzen. Im Coaching-Modus beim Recipient-Stil bleibt der Empfänger-Mail-Inhalt im Modell-Kontext.

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Copilot in Teams

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Copilot in Teams ist der Killer für Meeting-Productivity. Live-Recap während Meetings, Action-Item-Extraktion, »What did I miss« beim verspäteten Einstieg, Chat- und Channel-Analyse.

9.1 In Meetings

  • Recap on demand: Während des Meetings Copilot fragen »Was haben wir bisher entschieden?«. Antwort kommt in Sekunden, basiert auf dem Live-Transkript.
  • Action Items extrahieren: Am Ende »Liste alle Action Items mit Owner und Frist«. Copilot zieht alles aus dem Transkript.
  • What did I miss: Bei verspätetem Einstieg ein Klick, Copilot fasst zusammen.
  • Decisions tracking: »Welche Entscheidungen wurden im Meeting getroffen?«
  • Sentiment-Check: »Wie war die Stimmung in der Diskussion über Punkt drei?«

9.2 In Chats und Channels

  • Channel-Recap: »Was ist im Channel Vertrieb DACH in den letzten zwei Wochen passiert?«
  • Reply-Drafting: Eine Antwort vorschlagen lassen, vor dem Senden anpassen.
  • Long-Thread-Summary: Lange Diskussionen einklappen.
Recap ohne Transkript (Rollout ab Ende August 2026)

Bisher galt: kein Transkript, kein Recap. Microsoft rollt jetzt eine Option aus, mit der Copilot die Zusammenfassung aus dem Live-Kontext des Meetings erzeugt, ohne dass Transkript oder Aufzeichnung gespeichert werden. Gedacht für Organisationen, deren Richtlinien die Aufbewahrung von Mitschriften einschränken oder verbieten. Organisatoren mit M365-Copilot-Lizenz schalten das vor oder während des Meetings unter den Meeting-Optionen bei »Copilot and other AI« um, Admins steuern es über den KI-Schalter im Tenant. Der Rollout hat Ende August 2026 begonnen, laut Roadmap (RM558286) ist der Abschluss jetzt für Oktober 2026 geplant, das Datum wurde von Microsoft mehrfach verschoben.

Recap nachträglich übersetzen (seit August 2026): Auf einem bereits erzeugten Meeting-Recap sitzt jetzt eine Übersetzen-Schaltfläche, mit der sich die Sprache im Nachhinein wechseln lässt. Für den DACH-Alltag ist das eine der praktischsten kleinen Änderungen des Quartals: Das Meeting läuft auf Deutsch, die Zusammenfassung geht an eine internationale Konzernmutter, und bisher hieß das Copy-Paste in ein Übersetzungswerkzeug samt Formatierungsschaden.

Copilot in der Queues-App (September 2026): Für aufgezeichnete Warteschlangen-Anrufe gibt es KI-generierte Notizen, Kernpunkte und Folgeaufgaben im Reiter »Recap«, dazu einen Copilot-Chat-Bereich direkt daneben. Statt ein Transkript durchzulesen, fragt ihr den Anruf einfach. Verfügbar unter Windows und macOS.

Facilitator für Präsenz-Meetings in Teams Rooms (Oktober 2026): Der Facilitator erstellt Notizen, Entscheidungen und Aufgaben künftig auch für Meetings, die im Raum stattfinden, aufgerufen per Tippen auf der Raumkonsole. Die Notizen erscheinen auf dem Raumdisplay und stehen über das Meeting-Recap zur Verfügung, wenn sie geteilt werden. Wählt niemand sie aus, werden sie gelöscht, es bleiben also keine Daten im Raum zurück. Voraussetzung ist Teams Rooms Pro.

Teams Phone Agent (September 2026): Eine KI-Telefonzentrale für Teams Phone in über 60 Sprachen, die Anrufe entgegennimmt, Termine vereinbart und weiterleitet. Abgerechnet wird sie nicht über die Copilot-Lizenz, sondern nutzungsbasiert in Copilot Credits (siehe Kap. 3.5). Für DACH-Einsätze gehört vor dem Start geklärt, wie Anrufende darüber informiert werden, dass sie mit einer KI sprechen.

Recap-App (GA seit Ende August 2026, MC1404322): Eine eigene Teams-App bündelt alle Meeting-Recaps der letzten 30 Tage mit Filtern und erzeugt Audio- oder Video-Recaps, auch über mehrere Meetings hinweg. Sie ist vorinstalliert, aber nicht angeheftet, die KI-Funktionen brauchen eine Copilot-Lizenz.

Aus Meetings erzeugte Planner-Pläne verfallen (ab Oktober 2026, MC1479508): Pläne, die Copilot aus einem Meeting angelegt hat, werden nach 180 Tagen ohne Aktivität gelöscht. Wer solche Pläne als Projektgedächtnis nutzt, sollte sie in einen regulären Plan überführen.

9.3 Voraussetzungen und Admin-Policies

  • Meeting muss aufgezeichnet oder transkribiert werden, sonst gibt es keine Recap-Daten. Ausnahme ist das oben beschriebene Recap ohne Transkript, sobald es im Tenant angekommen ist.
  • Teilnehmer müssen vorher informiert sein (Compliance-Pflicht).
  • M365 Copilot-Lizenz für die nutzende Person, nicht für alle Teilnehmer.
  • Zwei Modi für Organisierende: »During and after the meeting« setzt ein gestartetes Transkript voraus. »Only during the meeting« arbeitet mit temporären Speech-to-Text-Daten, es wird nichts gespeichert. Für sensible Formate ist der zweite Modus das passende Werkzeug.
  • Meeting-Policy: CsTeamsMeetingPolicy -Copilot kennt vier Werte, Enabled, EnabledWithTranscript, EnabledWithTranscriptDefaultOn und Disabled. Der Standard ist EnabledWithTranscript, und er wird erzwungen, Organisierende können ihn nicht umstellen.
  • Call-Policy: CsTeamsCallingPolicy -Copilot gilt für Einzel- und PSTN-Anrufe und hat einen anderen Standard, nämlich Enabled, also Copilot mit oder ohne Transkript. Ein Recap nach dem Anruf gibt es allerdings nur, wenn transkribiert wurde.
  • Schaltet die organisierende Person Copilot ab, sind damit auch Aufzeichnung und Transkription aus.
  • Bis 1.000 Teilnehmende. In Events, die für große Zielgruppen optimiert sind, nur für Organisierende, Co-Organisierende und Vortragende. Nicht verfügbar in Ende-zu-Ende-verschlüsselten Meetings und nicht in GCC High und DoD.
Stolperfalle: aus einem Einzelgespräch wird ein Gruppenanruf

Wird ein Einzelanruf durch Hinzufügen einer weiteren Person zum Gruppenanruf, bleiben Aufzeichnung, Transkript, Recap und Copilot-Inhalte am ursprünglichen Einzelchat hängen. Neu hinzugekommene Personen haben darauf keinen Zugriff, unabhängig davon, ob vor oder nach dem Hinzufügen aufgezeichnet wurde. Wer sich darauf verlässt, dass am Ende alle dasselbe Protokoll haben, liegt hier falsch. Und noch ein Hinweis für Datenschutzkonzepte: Purview-Aufbewahrungsrichtlinien können Prompts und Antworten auch dann aufbewahren, wenn die Transkription abgeschaltet ist. Das gilt für kommerzielle Tenants, nicht für GCC und DoD.

Top-Workflow

Nach jedem Meeting »Action Items« extrahieren lassen und direkt in Planner oder ToDo übertragen. Spart die Nachbereitung und keine Action-Item geht verloren.

Teil 3 · Wissen & Daten
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Prompt Gallery

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Die Prompt Gallery ist Microsofts Antwort auf »Was schreibe ich überhaupt in Copilot?«. Drei Kategorien: Suggested (Microsoft-kuratiert), Your Prompts (eigene gespeichert), Teams (geteilt im Workspace). Verfügbar in Copilot Chat, Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams.

10.1 Aufbau

  • Suggested: ~300 von Microsoft kuratierte Prompts, gefiltert nach App und Rolle.
  • Your Prompts: Eigene gespeicherte Prompts. Bookmark-Icon klicken, »Save prompt«.
  • Teams: In ein MS-Team teilbar. Erscheint dort persistent für alle Mitglieder.

10.2 Prompt-Format (GCSE-Pattern)

Microsoft empfiehlt vier Bausteine:

  • Goal: Was soll am Ende rauskommen?
  • Context: Wer fragt, in welcher Rolle?
  • Source: Worauf zugreifen? (»/this email«, »@channel«)
  • Expectations: Format, Länge, Stil.

10.3 Org-weiter Roll-out

Workspace-Admins können Prompts tenant-weit ausrollen über das Copilot-Control-Center. Mit Analytics: wie oft wurde der Prompt genutzt, geliked, kopiert. Hilft beim Verständnis der Adoption.

Company-wide prompt publishing (seit 15. Juli 2026): Organisationen können jetzt eigene Prompt-Sammlungen aufbauen und unternehmensweit veröffentlichen, verwaltet im Microsoft 365 Admin Center. Der Sinn dahinter: Prompts entlang der eigenen Prozesse und Terminologie standardisieren, statt jeden User selbst formulieren zu lassen. Für Enablement der praktischste Hebel im Kapitel, weil ihr damit eure geprüften Prompts dort platziert, wo die Leute ohnehin suchen.

Veröffentlichen delegieren (September 2026): Bisher hing das Veröffentlichen von Organisations-Prompts am Admin Center und damit an der IT. Neu können Admins dieses Recht an einzelne Personen, Entra-Sicherheitsgruppen und Verteilergruppen delegieren. Die delegierten Personen legen Tenant-weite Prompts über das Prompt Lab an, bearbeiten und löschen sie, ohne Zugang zum Microsoft 365 Admin Center zu bekommen. Die Aufsicht bleibt beim Admin über die bestehende Oberfläche.

Warum das der wichtigste Hebel in diesem Kapitel ist

Gute Prompts entstehen in den Fachabteilungen, nicht in der IT. Genau daran sind org-weite Prompt-Bibliotheken bisher gescheitert: Wer den Prompt schreiben konnte, durfte ihn nicht veröffentlichen, und wer ihn veröffentlichen durfte, kannte den Anwendungsfall nicht. Mit der Delegation lässt sich das auflösen, ohne Admin-Rechte breit zu streuen. Für ein Enablement-Programm ist das die Rolle, die ihr euren Champions geben wollt, und der Moment, in dem aus einer gepflegten Prompt-Sammlung ein lebendes Ding wird.

10.4 Microsofts Prompt-Hub

Außerdem: m365.cloud.microsoft/copilot-prompts. Öffentlich zugänglicher Katalog, inzwischen nach Tätigkeit gegliedert (Popular, Ask, Learn, Create, Analyze, Code) statt nach Rolle, dazu »Get the basics« und App-Karten für Word, Excel, PowerPoint und Outlook. Für Oktober 2026 angekündigt ist die Prompt Gallery zusätzlich in OneDrive (RM571308).

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Custom Instructions & Memory

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Personalization ist im Copilot Control Center steuerbar. Custom Instructions sind expliziter Auftrag, Memory ist passive Speicherung.

11.1 Custom Instructions

Globaler Block, der für alle Copilot-Aktionen gilt. Bis ca. 1.500 Zeichen.

Custom-Instructions-Beispiel
# Über mich
- Rolle: Sales-Lead bei DECAID, B2B AI-Enablement DACH
- Tools: Outlook, Teams, SharePoint, HubSpot

# Antwort-Format
- Sprache: Deutsch
- Max. 200 Wörter
- Bullet-Listen mit Aktions-Verben
- Quellen mit Citation

11.2 Memory

Copilot lernt automatisch aus euren Interaktionen Fakten über euch (Rolle, laufende Projekte, Präferenzen). Liegt in einem versteckten Ordner im Exchange-Postfach und unterliegt damit denselben Sicherheits- und Compliance-Regeln wie andere Postfachdaten, inklusive Verschlüsselung im Ruhezustand und Customer Lockbox.

  • Drei Bestandteile: gespeicherte Memories, aus dem Chat-Verlauf abgeleitete Details und die Custom Instructions.
  • Editierbar in Settings, Personalization.
  • Admin-Steuerung über Enhanced personalization control, standardmäßig eingeschaltet. Es braucht also keine Admin-Aktion, um Memory zu aktivieren, nur um es abzuschalten. Programmatisch über Microsoft Graph als enhancedPersonalizationSetting erreichbar. Steht der Schalter auf aus, sehen Nutzende die Regler unter Settings, Personalization ausgegraut und können sie nicht selbst einschalten.
  • Korrektur gegenüber früheren Ständen: Memory ist nicht mehr auf Nutzende mit Copilot-Add-on beschränkt. Es steht seit September 2026 auch Copilot-Chat-Nutzenden ohne Lizenz zur Verfügung.
  • Status: Der GA-Rollout von Copilot Personalization und Memory läuft laut Message Center (MC1158329) seit Mitte September und soll Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein, mit neu gestalteten Memory-Einstellungen, aber ohne neue Admin-Steuerung. Eine Abschlussmeldung gibt es noch nicht. Wo Memory abgeschaltet ist, bleibt es abgeschaltet. Führt Memory in Konzepten erst dann als GA, wenn der Rollout im eigenen Tenant angekommen ist.
  • Personalisierung mit Arbeitsdaten (GA-Rollout Oktober 2026, MC1492154): Copilot personalisiert Antworten zusätzlich mit Rückschlüssen aus euren Microsoft-365-Arbeitsdaten, nicht nur aus dem Chat-Verlauf. Nutzende schalten das unter Settings, Personalization mit dem neuen Regler »Chat History and Work Insights« ab, Admins über enhancedPersonalizationSetting. Microsoft sieht keine Admin-Aktion vor. Für Betriebsrat und Datenschutz ist das trotzdem eine Erweiterung, die angesprochen gehört, weil der Regler standardmäßig an ist.
  • Memory-Zitate (GA Oktober 2026, RM574111): Unter Sources, Personalization zeigt Copilot an, welche Custom Instructions, gespeicherten oder gelernten Memories und früheren Chats eine Antwort beeinflusst haben. Damit lässt sich zum ersten Mal nachvollziehen, warum Copilot etwas »weiß«.
Die Compliance-Lücke, die ihr kennen müsst

Memory ist der Bereich, in dem die Purview-Werkzeuge am wenigsten weit reichen, und das ist in DACH-Gesprächen mit Betriebsrat und Datenschutz regelmäßig der kritische Punkt. Konkret: Sensitivity Labels aus Purview gelten nicht für Copilot Memory, Aufbewahrungsrichtlinien erst mit der neuen Memory-Retention (siehe unten). Wie lange aktive Memories bestehen bleiben, können Admins nicht steuern. Memory-Aktionen erzeugen keine Einträge im Purview-Audit-Log. Und Admins können nicht einschränken, welche Art von Information überhaupt in Memory landet.

Was sich dagegen sagen lässt: Gespeicherte Memories bleiben, bis die Person sie selbst löscht, das Löschen eines Chats entfernt sie nicht. Aus dem Chat-Verlauf abgeleitete Details verschwinden binnen sieben Tagen, wenn alle Quell-Chats gelöscht sind, und binnen 30 Tagen, wenn der Regler abgeschaltet wird. Für Auskunftsersuchen lassen sich Memory-Items über eDiscovery und den Graph Explorer finden, exportieren und löschen, Item-Klasse IPM.Contact im Ordner CopilotMemory. Custom Instructions waren über eDiscovery bisher nicht auffindbar, die betroffene Person musste sie manuell über Settings, Personalization exportieren. Das ändert sich mit der Memory-Retention (nächster Absatz), prüft aber im eigenen Tenant, ob sie schon angekommen ist.

Ein Teil der Lücke schließt sich gerade: Seit Ende September 2026 rollt Retention for Copilot Memory in Purview Data Lifecycle Management aus (MC1478965, Roadmap-ID 569612), Abschluss bis Mitte Oktober 2026. Werden Memory-Items geändert oder gelöscht, bleiben ältere und inaktive Versionen gemäß eurer Aufbewahrungsrichtlinie in einem versteckten Ordner des Exchange-Postfachs erhalten. Erfasst sind gespeicherte Memories, aus dem Verlauf abgeleitete Details und Custom Instructions, und berechtigte Admins können all das samt der aufbewahrten Versionen über Purview eDiscovery durchsuchen. Eine Standard-Aufbewahrungsdauer gibt es nicht, ohne eigene Richtlinie ändert sich also nichts. Was bleibt: Sensitivity Labels gelten weiterhin nicht, und Abschalten von Enhanced Personalization löscht bereits gespeicherte Memories nicht. Microsofts Empfehlung, der wir uns anschließen: Aufbewahrungsanforderungen mit Recht und Datenschutz abstimmen, eDiscovery-Rollen prüfen und zuerst mit einer kleinen Gruppe testen. Leicht übersehen: Aufbewahrte Altversionen fallen unter Betroffenenanfragen nach DSGVO, passt eure DSR-Prozesse entsprechend an.

11.3 Wann was nutzen

  • Globale Persona für alle Chats: Custom Instructions.
  • Konkrete Fakten: Memory.
  • Wiederkehrender Workflow: Declarative Agent (Kap. 15).
Datenschutz

Memory landet im Exchange-Postfach des Users. Bei Account-Löschung wird es mitgelöscht. Wer Memory ausschalten will, kann das ohne Datenverlust an anderer Stelle.

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Copilot Pages

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Copilot Pages sind kollaborative Loop-Canvas. Aus einer Copilot-Antwort heraus startbar, kann von mehreren Personen parallel bearbeitet und mit Live-Components angereichert werden. Vergleichbar zu Notion-Pages oder Google Docs, aber mit nativer Copilot-Integration.

12.1 Wofür Pages

  • Brainstorm-Doc: Copilot generiert eine erste Version, das Team feilt parallel daran.
  • Meeting-Prep: Agenda mit Live-Components (Tasks, Daten-Tabellen, Polls).
  • Project-Plan: Zentrales Doc mit eingebetteten Tasks aus Planner.
  • Briefing: Strukturiertes Briefing mit Quellen aus Mail und Drive.

12.2 So erstellst du eine Page

  1. Im Copilot-Chat eine Antwort generieren.
  2. »Edit in Pages« klicken. Antwort wird zur Page.
  3. Per »Share« mit Kollegen teilen, Live-Editing aktivieren.
  4. Loop-Components einfügen (Task-Liste, Tabelle, Voting).

12.3 Verfügbarkeit, Speicherort und Admin-Schalter

Pages brauchen eine SharePoint-Lizenz. Gespeichert werden sie als .page-Dateien, und zwar im selben nutzereigenen SharePoint-Embedded-Container wie »Loop My workspace«. Der Speicher zählt auf das SharePoint-Kontingent.

Neuer Speicherort ab Mitte Oktober 2026 (MC1449182): Neu angelegte Copilot Pages (aus Chat und Copilot-App) und neue Copilot Notebooks werden in OneDrive for Business gespeichert statt im Loop-Container. Damit greifen OneDrive-Governance, Aufbewahrung und Lifecycle. Rollout weltweit Mitte Oktober bis Ende November 2026, in GCC, GCC High und DoD Mitte November bis Anfang Dezember. Bestehende Inhalte bleiben, wo sie sind. Die folgenden Hinweise zum Loop-Container gelten damit für Bestandsinhalte und für die Übergangszeit.

Drei Dinge, die Admins regelmäßig überraschen

Erstens: Im Admin-Werkzeug heißt alles »Loop«. Im SharePoint Admin Center, in PowerShell und im Purview-Audit erscheint der Container immer als Anwendung Loop. Einen eigenen Filter für Copilot Pages oder Copilot Notebooks gibt es nicht. Wer Pages gezielt auswerten will, findet sie nur über den Loop-Container mit.

Zweitens: Pages und Notebooks hängen an zwei Cloud Policies, beide standardmäßig aktiviert. »Create and view Copilot Pages and Copilot Notebooks« und »Enable code previews for AI-generated content in Microsoft Copilot Chat and Copilot Pages«, wobei die zweite auch das Bauen von Lightweight Apps steuert. Konfiguriert wird über config.office.com, eine bestehende Policy wirkt nach bis zu 90 Minuten, eine erstmalige nach bis zu 24 Stunden. Pages und Loop lassen sich unabhängig voneinander schalten, teilen aber den Container: Wer verhindern will, dass der Container überhaupt entsteht, muss beide abschalten. Und wer die OneDrive-Erstellung deaktiviert hat, dessen Nutzende können weder Pages noch Notebooks anlegen.

Drittens: Interaktiv teilen geht nur mit Loop-Komponenten. Eine Page lässt sich nur dann als interaktive Komponente in Teams, Outlook, Whiteboard, OneNote oder Loop einbetten, wenn Loop-Komponenten aktiviert sind. Sind sie es nicht, bleibt die Page innerhalb der Copilot-App und unterstützter Chats interaktiv, überall sonst wird daraus ein simpler Hyperlink. Das ist die häufigste Ursache für die Rückmeldung »Bei mir ist das nur ein Link«.

Nebenbei für die Abschaltung: Bei deaktivierter Policy bleibt das Pages-Modul in der App sichtbar, das Notebooks-Modul wird ausgeblendet. Bestehende Inhalte werden nicht gelöscht und bleiben über die Loop-App, die Copilot-App und die ursprünglichen Speicherorte les- und bearbeitbar. Freigabe-Links auf Notebooks funktionieren dann allerdings nicht mehr.

Sweet Spot

Pages glänzen, wenn ihr aus einer Copilot-Antwort heraus weiterarbeiten wollt. Statt Copy-Paste in Word: einmal klicken, alle sind dabei.

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Copilot Notebooks

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Copilot Notebooks sind Microsofts Antwort auf NotebookLM. Source-grounded Wissensarbeit: Du wirfst Files, SharePoint-Sites, Pages und Web-Links rein, Copilot beantwortet Fragen ausschließlich auf dieser Basis.

13.1 Was Notebooks tun

  • Source-grounded Q&A: Antworten basieren ausschließlich auf den hinzugefügten Quellen.
  • Multi-Source-Synthesis: Cross-Reference über alle Quellen hinweg.
  • Citation-Pin: Pro Antwort Verweis auf die ursprüngliche Quelle.
  • Audio Overview: Podcast-Stil-Recap (seit 2026). Audio Overviews sind seit Mai 2026 auch direkt in OneDrive Copilot verfügbar (laut Service Description-Update vom 11. Mai 2026).
  • Infografiken (seit Juni 2026): Notebooks erzeugen automatisch teilbare visuelle Zusammenfassungen aus dem Notebook-Inhalt.
  • Mind Maps (GA seit 1. Juli 2026): Interaktive visuelle Artefakte, die Kernthemen, Motive und Zusammenhänge des Notebooks als navigierbare Map darstellen. Einzelne Knoten anklicken zeigt eine Zusammenfassung, per Notebook-Chat lässt sich zu jedem Knoten nachfragen. Verfügbar in OneNote und in der M365-Copilot-App.
  • Überarbeitete Overview-Seite (seit 29. Juli 2026): Die Übersichtsseite eines Copilot Notebooks wurde neu gebaut: knappere KI-Zusammenfassung, hervorgehobene Key Insights und die möglichen Artefakte direkt sichtbar, jeweils mit einem Klick erzeugbar. Verfügbar in OneNote für Windows, Mac und Web.
  • Neue Notebook-Oberfläche (seit 25. August 2026): Microsoft hat den Ablauf beim Öffnen von Elementen und die Navigation innerhalb der Notebooks vereinfacht und über die verschiedenen Einstiegspunkte hinweg vereinheitlicht. Rein visuell, funktional ändert sich nichts, aber Screenshots in Schulungsunterlagen sind damit veraltet.

13.2 Aus Notebooks Dokumente und Decks erzeugen (GA seit 1. Juli 2026)

Notebooks bleiben nicht mehr nur ein Frage-Antwort-Werkzeug: Aus dem kuratierten Notebook-Kontext generiert Copilot fertige Office-Dateien, die ihr direkt in der jeweiligen App weiterbearbeitet. Kein manuelles Übertragen von Notizen mehr.

  • PowerPoint: Copilot baut aus Inhalt und Quellen des Notebooks ein strukturiertes, editierbares Slide-Deck, das ihr in PowerPoint öffnet und verfeinert.
  • Word: Copilot erstellt einen strukturierten Dokument-Entwurf, grounded im Notebook-Kontext, editierbar in Word.
  • Excel: Copilot generiert eine strukturierte Tabelle aus dem Notebook-Inhalt, die ihr in Excel öffnet und weiterbearbeitet.

13.3 Mögliche Quellen

  • OneDrive- und SharePoint-Files (PDF, Word, Excel, PowerPoint)
  • OneNote-Notizbücher
  • Web-URLs (HTML wird zu Text reduziert)
  • Copilot Pages
  • Plain-Text-Paste
  • Markdown, Plain Text und Rich Text (seit August 2026): Notebooks nehmen jetzt auch .md, .txt und .rtf direkt als Quelle an, ohne vorherige Konvertierung nach Word oder PDF. Microsoft nennt als typische Fälle technische Dokumentation, README-Dateien, Runbooks, Wiki-Exporte, Logs, Transkripte und KI-generierte Markdown-Ausgaben. Der Rollout lief Ende Juli bis Anfang August 2026 weltweit, für die Markdown-Unterstützung in OneDrive- und SharePoint-Ablagen ist keine Admin-Konfiguration nötig, bestehende Berechtigungen gelten unverändert.
  • Outlook-Mails (seit 25. August 2026, Windows und Web): Einzelne Mails lassen sich als Wissensquelle in ein Notebook legen. Damit landet der Verlauf, in dem Entscheidungen tatsächlich gefallen sind, im selben Kontext wie die Dateien, und die daraus erzeugten Decks und Briefings werden entsprechend belastbarer.
  • Teams-Meetings (seit 25. August 2026, Windows, Web, Android und iOS): Meeting-Inhalte werden als Quelle verknüpfbar, konkret Transkripte, Notizen, Meeting-Chat und geteilte Dateien. Voraussetzung ist wie immer, dass das Meeting aufgezeichnet oder transkribiert wurde.
  • Power-BI-Berichte (Public Preview seit Ende September 2026, GA ab Ende Oktober laut MC1474458, Windows und Web): Erstmals kommt nicht eine Datei, sondern ein Bericht als Referenz ins Notebook. Copilot nutzt die Berichtsdaten für Zusammenfassungen, Präsentationen und Briefings. Die eigentliche Grenze bleiben die Berechtigungen und die Row-Level-Security im Power-BI-Workspace, nicht das Notebook.
  • CSV- und TSV-Dateien (Rollout September 2026): Strukturierte Tabellen lassen sich direkt als Quelle legen, ohne den Umweg über eine Excel-Konvertierung.
  • JPG- und PNG-Bilder (Rollout September 2026): Bilder werden als Referenz aufgenommen, Copilot liest Text und Inhalt daraus. Also abfotografierte Whiteboards, Screenshots und Diagramme.

Zwei verbundene Notebook-Modi (seit August 2026): Es gibt jetzt eine leichtgewichtige Variante in der Copilot-App und die vollwertige Workspace-Erfahrung in OneNote. Beide zeigen denselben Inhalt, gewechselt wird über »In OneNote öffnen«. Praktisch heißt das: schnell etwas ablegen und fragen in der App, strukturiert arbeiten in OneNote.

Multimodale Erfassung auf Android und Windows (Rollout September 2026, für Windows laut MC1405506 auf Ende Oktober verschoben): Audio, Bilder und Notizen werden in einem einzigen Erfassungsvorgang aufgenommen, Copilot macht daraus strukturierte Notizen mit Erkenntnissen, Entscheidungen und Aufgaben und legt sie im gewählten Notebook ab. Auf iPhone und iPad ist das in OneNote bereits verfügbar. Hinweis für DACH: Wo mitgeschnitten wird, liegt die Einwilligungspflicht bei euch, nicht bei Microsoft. Klärt den Anwendungsfall, bevor ihr die Funktion breit bewerbt.

Proaktive Artefakt-Vorschläge (seit August 2026): Copilot schlägt auf Basis von Work IQ und dem Notebook-Inhalt von sich aus konkrete Word-, Excel- oder PowerPoint-Ergebnisse vor, statt darauf zu warten, dass jemand danach fragt.

Damit werden Notebooks zum Projektgedächtnis

Bis Juli 2026 waren Notebooks im Kern eine Dateisammlung mit Chat. Mit Mails und Meetings als Quellen deckt ein Notebook jetzt die drei Orte ab, an denen Projektwissen real entsteht: die Dokumente, die Abstimmung per Mail und das Gespräch im Meeting. Für Projekt-Onboarding ist das der praktischste Anwendungsfall im ganzen Notebooks-Kapitel: ein Notebook pro Projekt, Dateien plus Entscheidungsmails plus Meeting-Transkripte, und neue Teammitglieder fragen sich den Stand selbst zusammen, statt ihn erklärt zu bekommen.

13.4 Sharing

  • Per User-Add: Einzelne Personen einladen.
  • Per M365-Group: Seit 2026: Notebook mit ganzer Group teilen, Zugriff updated automatisch mit Group-Mitgliedschaft.

13.5 Verfügbarkeit

Seit Juni 2026 sind Copilot Notebooks für alle Copilot-Chat-User (Commercial und Education) zugänglich, in der Microsoft-365-Copilot-App und in OneNote. Der volle Microsoft-Graph-Zugriff auf SharePoint- und OneDrive-Quellen bleibt aber an die M365-Copilot-Lizenz gebunden.

  • OneNote im Web (seit 1. Juli 2026): Copilot Notebooks sind jetzt auch in OneNote im Browser (onenote.cloud.microsoft) nutzbar.
  • OneNote für iPhone und iPad (seit 1. Juli 2026): Copilot Notebooks direkt in OneNote auf iOS.
  • Multimodale Erfassung auf dem iPhone (seit 1. Juli 2026): Audio transkribieren, Bilder aufnehmen und Text tippen in einer Session, Copilot ordnet alles zu einer strukturierten Seite.

13.6 Notebooks-Update Oktober 2026

Microsoft hat am 9. Oktober 2026 (aktualisiert am 12. Oktober) das bislang größte Notebooks-Update angekündigt. Das meiste läuft zunächst über das Frontier-Programm:

  • Überarbeitete Oberfläche (Frontier): Inhalte und Artefakte lassen sich im Navigationsbereich gruppieren und umsortieren, in der Copilot-App und in OneNote.
  • Aufgaben delegieren (Frontier): Copilot pflegt Quellen, fasst den Projektkontext zusammen und legt einzelne Word-, Excel- oder PowerPoint-Dateien aus dem Notebook-Chat an oder bearbeitet sie. Der Umfang ist umschaltbar zwischen »nur Notebook« und »Work and web«.
  • Modellwahl im Notebook-Chat (Frontier): »Think deeper« oder ein bestimmtes GPT-Modell, weitere Modelle sind angekündigt.
  • Office-Dateien direkt auf dem Canvas (Frontier): Bearbeiten, auch gemeinsam mit anderen, dazu interaktive Berichte und PDFs per Chat.
  • In den nächsten Wochen: Notebook per Zielbeschreibung anlegen lassen, geplante Aufgaben (Automations) wie ein tägliches Briefing oder ein wöchentliches Status-Deck, und erweiterte Audio Overviews mit Outlook-Mails, Teams-Meetings und -Chats, OneNote- und Loop-Seiten sowie .txt als Quellen, dem neuen Format »Critique and Debate«, Speicherung in OneDrive und Übernahme der Sensitivity Labels.
  • Quellen aus der Suche (seit 23. September 2026, Web): Treffer aus dem Quick Access in Copilot Search lassen sich über »Add to, Notebook« direkt ins Notebook legen (Roadmap-ID 510099).
Abschaltung am 30. Oktober 2026: Audio Overviews auf PDFs in der mobilen App

Microsoft stellt Audio Overviews auf PDFs in der mobilen Copilot-App für iOS und Android ein, auch bereits erzeugte Overviews verschwinden (MC1505608). Wer solche Audios für Schulungen oder Onboarding nutzt, sollte sie vorher sichern oder auf Notebooks umstellen.

Vergleich zu NotebookLM

Funktional sehr ähnlich. Copilot Notebooks haben tieferen Microsoft-Graph-Zugriff (SharePoint nativ) und seit Juli 2026 auch Mind Maps sowie den direkten Export als Word-, Excel- und PowerPoint-Datei. NotebookLM hat dafür weiterhin das Video Overview und Quizzes voraus. Wenn ihr in der M365-Welt seid, sind Copilot Notebooks die natürliche Wahl.

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Connectors & Graph Connectors

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Microsoft 365 Copilot Connectors (vorher »Graph Connectors«) bringen externe Daten in den Microsoft Graph. Salesforce, ServiceNow, Confluence, Stack Overflow, GitHub, Jira und viele mehr: einmal verbunden, sind die Inhalte in Copilot-Antworten mit Citation referenzierbar. Stand Juni 2026: über 100 prebuilt Connectors, plus MCP-basierte Federated Connectors für Real-time-Zugriff. Die Federated Copilot Connectors sind seit 2. Juni 2026 General Available, die Release Notes vom 23. September 2026 führen die GA erneut als Neuerung. Wo sie inzwischen überall greifen, steht in Kap. 14.5.

14.1 Synced vs. Federated Connectors

TypWie es funktioniert
SyncedIngestiert die externen Daten in den Microsoft Graph und indexiert sie semantisch (Title + Content). Snapshot-Charakter. Authentication via Entra App Registration.
Federated (MCP)Real-time-Zugriff via Model Context Protocol, kein Daten-Transfer in den Tenant. Authentication via OAuth 2.0 oder Service-spezifisch.

14.2 Was Connectors leisten

  • External Data Search: Copilot durchsucht externe Quellen wie eigene SharePoint-Sites.
  • Permission-Trimming: Nur Inhalte, die der User in der Originalquelle sehen darf, werden angezeigt.
  • Semantic Indexing (Synced): Verbessert Relevance-Ranking. Semantic Labels filtern, ohne das Ranking zu verändern.
  • Custom Configuration (seit Mai 2026): Icons, Visibility, Metadata, Property-Descriptions und Semantic Labels via Graph API konfigurierbar.
  • ServiceNow-Verbindungen editierbar (seit 1. Juli 2026): Bestehende ServiceNow-Knowledge- und -Catalog-Verbindungen lassen sich nachträglich bearbeiten, um zwischen einfachem und erweitertem Permission-Handling zu wechseln.
  • Metadaten-Verständnis bei SharePoint-Abfragen (seit 1. Juli 2026): Copilot-Abfragen auf SharePoint-Libraries oder -Ordner nutzen jetzt die Spalten-Metadaten, was Genauigkeit und Relevanz der Treffer verbessert.
  • ServiceNow-User-Mappings und Query-Filter nachträglich editierbar (seit 29. Juli 2026): Auch die User-Zuordnungen und Query-Filter des ServiceNow-Connectors lassen sich jetzt in der bestehenden Verbindung ändern, statt sie neu anlegen zu müssen. Admins können damit genauer steuern, welche Daten abgefragt werden und wie User gemappt sind, ohne die Verbindung zu unterbrechen.
  • Nested Permissions für Confluence und ServiceNow (seit 15. Juli 2026): Beide Connectors werten jetzt hierarchische ACLs aus, also Berechtigungen auf Parent-Ebene für die darunterliegenden Elemente. Damit greift das Permission-Trimming präziser, wo Rechte in der Quelle vererbt statt pro Element gesetzt sind.
  • Content- und Identity-Crawl laufen parallel (seit 11. August 2026): Beim Full Crawl liefen bisher erst die Inhalte, dann die Identitäten (User, User Criteria, Gruppenzugehörigkeiten). Jetzt laufen beide Läufe gleichzeitig. Neue Inhalte stehen dadurch schneller in Copilot zur Verfügung, ohne dass an der Genauigkeit der Berechtigungen etwas gelockert wird. Für den Rollout eines großen Connectors heißt das vor allem: kürzere Wartezeit bis zum ersten brauchbaren Ergebnis.
  • Rollenbasierte Berechtigungen für ServiceNow (seit 11. August 2026): Die Connectors für ServiceNow Knowledge und Catalog werten jetzt die im Quellsystem zugewiesenen Rollen aus (etwa admin, knowledge manager, knowledge admin) statt nur einfacher Zugriffslisten. Das Permission-Trimming für Knowledge-Artikel und Katalog-Einträge wird damit deutlich granularer.

14.3 Pre-built Connectors (Auswahl)

  • Collaboration: Jira Cloud/Data Center, Confluence Cloud/On-prem, Trello, Miro, Zoom Meetings, Azure DevOps, Notion (Preview), Linear (Preview).
  • CMS/Wissen: MediaWiki, Salesforce Knowledge, ServiceNow Knowledge, Stack Overflow, Guru, SharePoint Server, WordPress, Veeva Vault.
  • CRM: Salesforce CRM, HubSpot (Preview).
  • Files: Amazon S3, Dropbox, Google Drive, Azure Data Lake/File Share/Blob, File Share (on-prem).
  • Digital Asset Management: Adobe Experience Manager Assets (Cloud). Indexiert veröffentlichte Assets (Bilder, Videos, PDFs, Design-Files) für Copilot und Microsoft Search, mit Crawl-Frequenz sowie Pfad- und Metadaten-Filtern. Wichtige Einschränkung: Dieser Connector crawlt keine Identitäten und keine Berechtigungen, alle indexierten Assets sind damit für alle Nutzenden im Tenant sichtbar. Nur veröffentlichte, freigegebene Bibliotheken anbinden. AEM Sites braucht einen eigenen Connector.
  • Dev: GitHub Cloud/Server (Issues, PRs, Knowledge), GitLab, Bitbucket.
  • HR: BambooHR, Workday, SAP SuccessFactors, 15Five, Credly.
  • ITSM: ServiceNow Tickets/Catalog, Freshservice, PagerDuty.
  • Federated/MCP-Neuzugänge: HubSpot, Notion, Canva, Linear, LSEG, Moody's, Intercom, Google Calendar, Google Contacts. Stand Oktober 2026 umfasst der Federated-Katalog rund 200 Einträge in 16 Kategorien, für den Mittelstand relevant unter anderem Gmail, Asana, monday.com, awork, Smartsheet, Airtable, Templafy, Egnyte, Miro, Trello, Make, Fireflies, Gamma, PandaDoc und Zoho Books.
  • Branchen und Fachdaten (seit September 2026): Branchen-Connectors und -Plugins, etwa Autodesk, Dun & Bradstreet, PubMed und NielsenIQ, dazu ein Azure-DevOps-MCP-Connector mit bestätigungspflichtigen Schreibaktionen (GA Mitte bis Ende Oktober, MC1479505) und Dynamics-365-Sales- und -Service-Skills für Cowork (MC1492151).

14.4 Microsoft Work IQ API

Der Intelligence-Layer hinter Copilot, jetzt auch für eigene Anwendungen nutzbar. Work IQ reasont über Mails, Meetings und Kalender, OneDrive- und SharePoint-Dokumente, Teams-Nachrichten, Personen und Org-Kontext, Planner-Pläne und Enterprise-Search-Treffer, und zwar durchgängig permission-trimmed. Berechtigungen, Sensitivity Labels und Compliance-Policies greifen automatisch.

  • Drei Protokolle: A2A (Agent-to-Agent) für Delegation zwischen Agents, MCP (lokal und remote) für IDEs, CLIs und KI-Coding-Assistenten, und REST für Apps und Services, die Work IQ programmatisch aufrufen.
  • Einheitlicher REST-Endpunkt (seit 25. August 2026): Ein gemeinsamer Einstiegspunkt für das Aufrufen von Agents und Workflows, gedacht als konsistenter und besser skalierender Ersatz für die alten Copilot-Chat-Endpunkte. Microsoft benennt Work IQ ausdrücklich als empfohlene Grundlage für Neuentwicklungen, wer noch auf den Chat-Endpunkten baut, sollte den Wechsel einplanen.
  • Authentifizierung: Entra ID mit delegierter Berechtigung, Requests laufen im Kontext der angemeldeten Person, On-behalf-of wird unterstützt. Application-only-Authentifizierung gibt es nicht, ein Hintergrund-Dienst ohne Nutzerkontext lässt sich damit also nicht bauen.
  • Abrechnung: verbrauchsbasiert über Copilot Credits, unabhängig von der Copilot-Lizenz (siehe Kap. 3.4).
Multi-Tenant-Stolperstein

In Organisationen mit Parent- und Child-Tenants muss der Issuer (iss) des Access Tokens zum Tenant der angemeldeten Person passen, nicht zu dem Tenant, in dem die App registriert ist. Work IQ in beiden Tenants freizuschalten reicht nicht. Die App als multi-tenant registrieren (AzureADMultipleOrgs) und die Anmeldung über die Authority des Heimat-Tenants führen, sonst kommt 400 AuthenticationError zurück. Für Konzernstrukturen im DACH-Raum mit gewachsener Tenant-Landschaft ist das der häufigste Fehler beim ersten Integrationsversuch.

14.5 Setup

Setup ist Admin-only, nicht End-User. Workspace-Admin verbindet Connector im Microsoft 365 Admin Center, mappt Permissions, gibt für ausgewählte User-Gruppen frei. Copilot Connectors sind laut Doku (Stand 30. September 2026) in Commercial sowie in GCC, GCC High und DoD verfügbar, bei Federated Connectors variiert die Verfügbarkeit je Connector.

Umstellung mit Stichtag: PowerShell-Schalter für Federated Connectors ist weg

Die tenantweite Steuerung der Federated Connectors lief bisher über das PowerShell-Cmdlet Set-FederatedConnectorToggle aus dem Modul Connector.Cmd. Dieses Cmdlet wurde zum 25. August 2026 zurückgezogen. An seine Stelle tritt die Einstellung Allowed agent types im Settings-Tab von Agent 365 (siehe Kap. 19.11). Tenants, die das Cmdlet genutzt haben, bekommen dazu einen Message-Center-Eintrag und müssen ihre Auswahl innerhalb eines befristeten Fensters in der neuen Oberfläche erneut setzen. Danach wird der alte, per Cmdlet gesetzte Zustand nicht mehr berücksichtigt. Wer die Umstellung verpasst, stellt das unter Umständen erst fest, wenn Connectors verfügbar sind, die vorher bewusst aus waren. Prüft das aktiv, statt auf eine Fehlermeldung zu warten.

Wo Federated Connectors inzwischen greifen: Die Liste ist weiter gewachsen und umfasst laut Doku (Stand 14. Oktober 2026) Copilot Chat, Agents, Copilot Cowork, Copilot in Word, Excel, PowerPoint und Outlook sowie den Researcher-Agent, der ausdrücklich nur lesend zugreift. Von Microsoft veröffentlichte Federated Connectors sind standardmäßig aktiv, Partner-Connectors brauchen eine Admin-Freigabe, ein gestufter Rollout über Entra-Gruppen ist möglich. Wichtig für die Zuständigkeit: Federated Connectors verbinden sich mit den Zugangsdaten der einzelnen Person (Copilot Chat, dann Einstellungen, Quellen, Verbinden), Synced Connectors dagegen mit Admin-Zugangsdaten auf Organisationsebene. Beides kann parallel laufen.

Selbst angelegte Synced Connectors (Preview seit August 2026, GA September 2026): Nutzende können eigene externe Quellen anbinden, angekündigt sind zunächst Jira und Confluence Cloud, mit ihren eigenen Zugangsdaten und Berechtigungen. Die Inhalte werden synchronisiert und danach in Copilot Chat und Microsoft Search auffindbar. Der Unterschied zu Federated Connectors ist genau hier entscheidend und wird im Kundengespräch gern verwechselt: Hier wird indexiert, dort nicht. Admins behalten die Kontrolle über gestuften Rollout, Sichtbarkeit und Abschaltung.

Federated Connectors dürfen jetzt auch schreiben (Rollout ab Anfang Oktober 2026): Bisher waren MCP-Connectors reine Lesewege. Jetzt kommen Aktionen zum Anlegen, Ändern und Löschen in der Quelle dazu. Jede schreibende Aktion braucht eine Bestätigung der Person, mit den Optionen »Einmal erlauben«, »Für diese Unterhaltung erlauben«, »Immer erlauben« und »Abbrechen«. Lesende Tools laufen ohne Rückfrage. Verwaltet wird das unter Einstellungen, Quellen, Write/Delete tools, Researcher bleibt grundsätzlich lesend, und die Aktivität ist in Purview auditierbar. Für die Governance: »Immer erlauben« ist bequem und hebelt genau die Kontrolle aus, um die es geht. Für Systeme mit Außenwirkung, etwa CRM, Ticketing oder Buchhaltung, gehört in die Nutzungsrichtlinie, dass Schreibaktionen einzeln bestätigt werden.

Tools-Ansicht je Connector (angekündigt): Unter Copilot connectors, Your connections, Connector, Tools sehen Admins nach eigener Anmeldung jedes Tool mit der Kennzeichnung Read, Write oder Delete. Nutzende stellen je Tool zwischen »Needs approval« und »Always allow« um. Ändert ein Anbieter ein Tool oder kommt eines dazu, steht es wieder auf »Needs approval«. Schreibende Tools lassen sich nicht getrennt vom Connector freischalten, sie gehören zu ihm.

Connector-Verwaltung ohne Support-Ticket (seit 23. September und 6. Oktober 2026): Admins bekommen Anleitungen vor dem Setup, können Verbindungen nachträglich bearbeiten und erhalten verständlichere Fehlermeldungen samt Alerting (Roadmap-ID 502529). Seit 6. Oktober lassen sich Query-String- und Identity-Mapping-Regeln für alle Copilot Connectors selbst ändern, unter Settings, Search & intelligence, Data sources. Bisher ging das nur für ServiceNow.

Neu im Katalog, mit DACH-Bezug: Unter den Federated Connectors stehen inzwischen ein Klardaten DATEV-Connector und ein DeepL MCP-Connector, dazu unter anderem Mercury, Xero, iManage Work, Harvey (mit eigener EU-Variante), Everlaw, Statista, Box, Notion, Linear und Microsoft Learn.

Federated Connectors im Admin Center (seit 15. Juli 2026): Die MCP-basierten Federated Copilot Connectors lassen sich jetzt im Connectors-Tab unter Copilot im Microsoft 365 Admin Center ausrollen und verwalten. Sie authentifizieren zur Laufzeit mit der Identität des Users, brauchen also kein Indexing der Organisationsdaten, und die Berechtigungen des Quellsystems bleiben erhalten. Für Datenschutz-Diskussionen ein starkes Argument: die Daten verlassen die Quelle nicht.

Achtung Lizenz

Connectors brauchen oft eine zusätzliche Lizenz im Quell-System. Salesforce-Connector zum Beispiel braucht eine API-Lizenz im Salesforce-Tenant, sonst keine Daten.

14.6 Plugins und die Plugin Registry (seit 30. September 2026)

Microsoft hat die Entwickler-Dokumentation am 30. September 2026 um einen neuen Grundbegriff herum neu geordnet: das Plugin. Ein Plugin ist ein versioniertes Paket, das einen Declarative Agent, Skills, Copilot Connectors und MCP-Server bündeln kann. Bestehende API-Plugins bleiben als Aktionen für Declarative Agents unterstützt.

  • Plugin Registry: Ein gemeinsamer Katalog für Plugins von Microsoft, Partnern und der eigenen Organisation, laut Microsoft mit über 100 Einträgen, darunter HubSpot, Asana, Linear, Canva, Notion und MongoDB. Nutzende finden sie über ein Plugins-Menü in Chat und Cowork, in Code und Autopilot, in den Office-Apps und in SharePoint.
  • Verwaltung: Im Microsoft 365 Admin Center unter Agents, Tools, dort werden Plugins genehmigt, zugewiesen, blockiert und deaktiviert. Wichtig: Veröffentlichen allein macht ein Plugin nicht nutzbar, Prüfung, Zuweisung und Aktivierung sind getrennte Schritte.
  • Status: Microsofts September-Übersicht führt die Registry als verfügbar, die Ankündigung vom 25. September spricht von »wird ausgerollt, GA in den kommenden Wochen«. Rechnet damit, dass sie noch nicht in jedem Tenant sichtbar ist. Laut MC1484008 ersetzt ein »Plugins«-Button zwischen Ende Oktober und Ende November die bisherigen Einstiege »Agents«, »Agents & Skills« und »Customize«.
Warum das für Admins mehr ist als ein neues Wort

Bisher hatte jeder Erweiterungstyp seinen eigenen Freigabeweg: Connectors hier, Agents dort, MCP-Server wieder anders. Ein Plugin kann alles davon auf einmal mitbringen. Prüft deshalb bei jeder Freigabe, welche Komponenten tatsächlich drinstecken, insbesondere ob ein schreibender MCP-Server dabei ist. Ein Plugin, das als »CRM-Assistent« daherkommt, kann zugleich Lese- und Schreibzugriff auf ein externes System mitbringen.

Teil 4 · Bauen & Automatisieren
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Declarative Agents

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Declarative Agents sind Microsofts Custom-GPT-Pendant. Spezialisierte Copilots mit eigenen Instructions, Knowledge und Aktionen, gehostet in M365, basierend auf Copilots Orchestrator und Foundation Model. Erstellbar im Agent Builder (Low-Code, in microsoft365.com/chat, office.com/chat und Teams Desktop/Web, nicht Mobile) oder im vollwertigen Copilot Studio. Wer mehr Kontrolle braucht (eigenes Modell, eigenes Hosting, proaktives Messaging, externe Channels), greift zu Custom Engine Agents.

Agent-Builder-Templates

Microsoft listet aktuell (Doku-Stand 30. September 2026) 21 Templates für den schnellen Einstieg, darunter Career Coach, Prompt Coach, Writing Coach, Idea Coach, Meeting Coach, Plan My Day, Executive Briefing Agent, Status Update Agent, SME Finder, Scrum Assistant, Text Translator, My Company Policy und Request for Proposal Generator. Der Ablauf: Neuer Agent, »Start with a template«, beschreiben, konfigurieren, erstellen. Die genaue Auswahl variiert pro Tenant-Release-Stand. Der Learning Coach wird abgelöst: Seit Anfang Oktober weist ein Banner auf den Learning Agent hin, in der letzten Dezemberwoche 2026 wird er abgeschaltet (MC1454391).

15.1 Was ein Declarative Agent ist

Ein JSON-Manifest nach Schema 1.8 (aktuelle Version, Stand Oktober 2026), plus Icon-Files, plus optional Action-Files. Die Instructions dürfen bis zu 8.000 Zeichen lang sein. Pflichtfelder im Manifest:

manifest.json
{
  "version": "v1.8",
  "name": "DECAID HR Assistant",
  "description": "HR-Assistent für DECAID-Mitarbeiter",
  "instructions": "Antworte auf Deutsch. Bei Policy-
    Fragen IMMER auf das HR-Handbook verweisen.",
  "conversation_starters": [
    { "title": "Urlaub", "text": "Wie reiche ich Urlaub ein?" }
  ],
  "capabilities": [
    { "name": "OneDriveAndSharePoint" },
    { "name": "WebSearch" }
  ]
}

15.2 Sharing-Stufen

  • Persönlich: Nur du.
  • Mit Personen: Per Link teilbar.
  • Share to Teams (seit 21. April 2026): Agent direkt in ein Teams-Team teilen, optional mit Notification im Main-Channel. Macht Agents in Teams auffindbar, ohne den Admin-Approval-Pfad.
  • Workspace: Über Microsoft 365 Admin Center, Agent Registry. Discovery-Flow: User entdeckt Agent im Agent Store in der M365-Copilot-App, schickt einen Agent Request an den Admin, Admin published oder rejected via Agent Registry. Seit Frühjahr 2026 auch in GCCH und GCCM verfügbar.
  • Einreichen in den Agent Store direkt aus dem Agent Builder (seit 15. Juli 2026): Wer einen Agent im Agent Builder gebaut hat, kann ihn zur Veröffentlichung im Agent Store einreichen, sichtbar unter »Built by your org«. Admins prüfen und genehmigen die Einreichung im Microsoft 365 Admin Center. Damit gibt es einen sauber governten Weg, geprüfte Agents organisationsweit zu teilen, statt sie per Link herumzureichen.
  • Public: Über Microsoft 365 Agents Store für andere Tenants.
  • Klassisches Outlook für Windows (seit 23. September 2026): Declarative Agents laufen in Copilot Chat jetzt auch im klassischen Outlook, mit Plugins, Adaptive Cards, Card Actions, Task Modules sowie Mail- und Kalenderaktionen (Roadmap-ID 481559).
Agent-UX-Verbesserungen seit April 2026

Declarative Agents verstehen jetzt eingebettete Bilder in Word-, PowerPoint- und PDF-Files (Charts, Diagramme, Screenshots werden mitanalysiert). Bei Read-Only-Aktionen werden außerdem deutlich weniger Confirmation-Prompts gezeigt, der Flow ist spürbar geschmeidiger.

Neu seit 1. Juli 2026

Geplante Prompts für Agents: Wiederkehrende Prompts lassen sich jetzt für Declarative Agents wie Analyst und Idea Coach terminieren, statt jede Interaktion manuell anzustoßen. Langlaufende Agent-Tasks in der Windows-Taskleiste: Der Status langlaufender Agent-Aufgaben erscheint mit Icon und Fortschritt direkt in der Windows-Taskleiste, ohne dass ihr die App öffnen müsst.

Neu seit 15. Juli 2026

MCP-Agents direkt in den Office-Apps: Agents, die über das Model Context Protocol angebunden sind, lassen sich jetzt unmittelbar in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Catalyst ansprechen. Der Wechsel in die Copilot-App entfällt, der Agent kommt dorthin, wo gearbeitet wird.

Neu seit 29. Juli 2026

SharePoint-Listen als Wissensquelle im Agent Builder: Ein Agent kann jetzt auf eine strukturierte SharePoint-Liste geerdet werden und Fragen dazu beantworten. Grenzen dieser ersten Ausbaustufe: eine Liste pro Agent mit bis zu 20.000 Einträgen, Anhänge und Lookup-Spalten werden noch nicht unterstützt. Andere Wissensquellen lassen sich parallel weiter nutzen. Adaptive Card Refresh in Custom Engine Agents: Adaptive Cards aktualisieren ihren Inhalt jetzt selbstständig, ohne dass User die Karte neu laden müssen.

Agent-365-Agents als Connected Agents (GA seit August 2026)

Agents, die in Microsoft Agent 365 registriert sind und das Agent2Agent-Protokoll (A2A) sprechen, lassen sich als Connected Agents in Copilot Chat, im Agent Builder und in Copilot Studio einbinden. Damit ruft ein Agent einen anderen auf, statt dass jeder Agent alles selbst können muss. Für die Governance heißt das: solche Agents sind bereits über das Microsoft 365 Admin Center verwaltet, ihr baut also keinen ungesteuerten Schatten-Pfad auf.

Planner Agent jetzt auch in Basic-Plänen (seit 11. August 2026)

Der Planner Agent (bis März 2026 »Project Manager Agent«) legt Aufgaben und Pläne aus dem Chat heraus an, aktualisiert sie und gibt Auskunft über Prioritäten, Fristen und gefährdete Arbeitspakete. Änderungen laufen über interaktive Task-Cards, die ihr vor dem Anwenden bestätigt. Seit Ende Juni 2026 ist er GA, seit 11. August 2026 steht er allen Copilot-lizenzierten Nutzenden in sämtlichen gruppenbasierten Planner-Plänen zur Verfügung, also auch in den Basic Plans, nicht mehr nur in Premium. Für Teams ohne Project-Lizenzen ist das der eigentliche Türöffner.

15.3 Setup im Agent Builder Lite

  1. In Copilot Chat auf »Agents« klicken, »Create new«.
  2. Im Conversational Builder Beschreibung in den Chat schreiben. MS generiert ein erstes Manifest.
  3. In »Code-View« das Manifest editieren oder Felder einzeln anpassen.
  4. Capabilities aktivieren (OneDrive, SharePoint, Web, Graph Connectors).
  5. Sharing-Stufe wählen, Publish.

15.4 Verfügbarkeit

  • Erstellen in Agent Builder Lite: Copilot Chat (auch free) plus Pay-as-you-go.
  • Erstellen in Copilot Studio: Studio-Lizenz.
  • Nutzen: Auch in Free Copilot Chat via metered consumption.
  • Skills in Declarative Agents (GA seit Ende September 2026, MC1476977): Bisher standen die Fähigkeiten eines Agents als Fließtext in den Instructions und stießen dort an das Zeichenlimit. Ein Skill ist stattdessen ein Verzeichnis mit einer Pflichtdatei SKILL.md (YAML-Kopf plus Anweisungen unter 20.000 Zeichen) sowie optionalen Ressourcen und Skripten. Grenzen: maximal 8 Skills pro Agent, insgesamt 350 Dateien über alle Skills, Verzeichnistiefe maximal 3. Die Ausführung läuft in einer Sandbox ohne Netzwerkzugriff, ohne Paketinstallation zur Laufzeit und ohne authentifizierte Aufrufe, Skripte können also weder Connectors noch API-Plugins noch MCP-Server erreichen, das bleibt dem Orchestrator vorbehalten. Bekannte Einschränkungen: Skills und eingebettete Dateien lassen sich derzeit noch nicht kombinieren, und Tenants mit Information Barriers werden noch nicht unterstützt.
  • Manifest-Schema 1.8 (seit Juli 2026): Zwei neue Fähigkeiten sind bemerkenswert, weil sie Agents erstmals über das Lesen hinausführen. EmailActions erlaubt Schreiboperationen auf E-Mail: archivieren, kennzeichnen, als gelesen markieren, verschieben, kopieren, als Junk melden, mit Freigabe senden, löschen, Posteingangsregeln anlegen und abfragen, Abwesenheitsnotiz und Ordnerverwaltung. MeetingActions erlaubt Termine anzulegen und Terminumfragen zu erstellen. Wichtig für die Governance: EmailActions ist unabhängig von der lesenden Fähigkeit Email, und die dortigen Einschränkungen auf bestimmte Ordner, freigegebene Postfächer oder Gruppenpostfächer gelten dafür nicht. Wer den Lesezugriff sorgfältig eingegrenzt hat, hat damit den Schreibzugriff noch nicht eingegrenzt.
  • Instructions nicht auslagern: Microsoft warnt inzwischen ausdrücklich davor, Anweisungen in SharePoint-Dokumente auszulagern, um das Zeichenlimit zu umgehen. Inhalte aus Wissensquellen laufen durch den XPIA-Klassifizierer gegen Cross-Prompt-Injection und können zur Laufzeit blockiert, gekürzt oder bereinigt werden. Der Umweg funktioniert also nicht zuverlässig, und er ist genau der Weg, über den eine Prompt-Injection hereinkäme.
  • Work IQ Dev Tools (Preview, seit August 2026): Für Teams, die Declarative Agents nicht im Browser, sondern im Terminal bauen, gibt es mit wiqd ein eigenes Kommandozeilen-Werkzeug. Es deckt den kompletten Lebenszyklus ab: Projekt anlegen, Manifest validieren, provisionieren, paketieren, veröffentlichen und den laufenden Agent überwachen. Relevant für die IT oder externe Dienstleister, nicht für Fachbereichs-Bauende.
  • Geplante Prompts im Agent Builder: Prompts zeitgesteuert ausführen, stündlich bis jährlich. Die GA ist laut MC1302906 auf Ende Oktober bis Ende November 2026 verschoben (vorher September).
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Copilot Studio

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Copilot Studio ist der vollwertige Agent-Builder. Eigene Lizenz (Tenant-Pack oder Pay-as-you-go), Maker-Rolle erforderlich. Damit baut ihr komplexe Multi-Step-Agents mit Power-Automate-Flows, eigenen Channels (Web, Teams, Slack, Telefonie), Customer-Service-Handoff und Multi-Agent-Strukturen (Child-Agents). Seit 2026 nativer MCP-Support (Model Context Protocol), plus Computer Use als Tool (RPA-artige Browser-Steuerung) und Code Interpreter für Python.

Neu: Microsoft Agent 365

Microsoft Agent 365 ist die neue Control Plane für alle Agents, egal wo gebaut oder erworben. Mit M365 E7 + Agent 365 (gelauncht 1. Mai 2026) bekommt ihr unified Foundation für Secure AI und Agent Governance über Agent Builder, Copilot Studio, Power Platform und Partner-Agents hinweg.

16.1 Studio Lite vs. Studio Full

AspektLite (Agent Builder)Full (Copilot Studio)
WoIn Copilot Chatcopilotstudio.microsoft.com
LizenzM365 Copilot oder PAYGStudio-Lizenz
Topic-DesignerNeinJa, visuell
Power AutomateNeinJa, voll integriert
Custom-EngineNeinJa, eigene LLMs möglich
Multi-Channel-PublishingNur M365Web, Teams, Slack, Telefonie

16.2 Wann Studio Full

  • Multi-Channel-Bots (z. B. derselbe Agent in Teams und auf der externen Website).
  • Komplexe Topic-Flows mit Bedingungen und Schleifen.
  • Power-Platform-Integration (CRM-Anbindung, Workflow-Automation).
  • Custom-Engine-Agents mit eigenen Modellen.
  • Real-time Voice Agents (GA seit 27. April 2026): Speech-to-Speech-Agents, die natürlich zuhören, reasonen und antworten. Premium-Feature in Copilot Studio, gedacht für Contact-Center und Telefonie-Use-Cases.
  • MCP-Server, Computer Use, Code Interpreter: MCP-Server direkt im Studio anbinden (Tools und Resources), RPA-artige Browser-Steuerung via Computer Use, Python-Ausführung im Prompt via Code Interpreter.
  • Agent Flows in Natural Language: Flow-Authoring per Beschreibung, statt Drag-and-Drop.

16.3 Wann Lite reicht

Für 80 Prozent der Anwendungsfälle reicht der Agent Builder Lite. Persönliche Bots, kleine Teams, einfache Knowledge- und Action-Bots. Lite ist ohne IT-Genehmigung nutzbar (sofern Tenant-Policy es erlaubt).

16.4 Agent Evaluation (seit 2. Juni 2026)

Copilot Studio bringt ein eingebautes Framework, um die Qualität von Agent-Antworten systematisch zu prüfen, statt nur manuell zu testen:

  • Expected Response in Testfällen: Maker hinterlegen pro Testfall eine erwartete Antwort, entweder manuell oder per Datei-Import. Mehrere Bewertungsmethoden stehen zur Wahl.
  • Grader Framework: Antworten werden flexibel bewertet, über Exact Match, Ähnlichkeit, Intent und KI-gestützte Metriken. So lässt sich vor dem Publish messen, ob ein Agent verlässlich das Richtige liefert.

16.5 Freigabe durch Menschen für einzelne Tool-Aufrufe (September 2026)

Das ist die wichtigste Governance-Neuerung in Copilot Studio in diesem Quartal. Maker können pro Tool und pro Agent festlegen, dass ein Aufruf eine menschliche Freigabe braucht. Trifft der Agent auf ein so markiertes Tool, hält er an und zeigt eine Freigabeanfrage mit der beabsichtigten Aktion. Freigeben, für die laufende Sitzung freigeben oder ablehnen. Die Anfragen erscheinen direkt im jeweiligen Kanal, also auch in Teams und in Microsoft Copilot.

Warum das mehr ist als ein Komfort-Feature

Der entscheidende Satz in der Dokumentation ist, dass dieses Gate unabhängig von den Agent-Instruktionen greift. Bisher war die einzige Bremse für heikle Operationen eine Anweisung im Prompt, also eine Bitte an ein Sprachmodell, etwas nicht zu tun. Das ist keine Kontrolle, sondern eine Hoffnung, und es ist genau der Punkt, an dem Prompt-Injection ansetzt. Ein deterministisches Gate vor dem Tool-Aufruf ist eine echte Grenze. Für Aktionen wie Mails versenden, Tickets schließen oder Zahlungen auslösen sollte es in DACH-Umgebungen die Voreinstellung sein, nicht die Ausnahme. Nehmt es in eure Agent-Freigabe-Checkliste auf.

16.6 Was sich sonst in Copilot Studio ändert

  • Agents teilen unter Makern (Preview September, GA Oktober 2026): Zwei Rollen, Agent Viewer darf Analytics und Evaluations einsehen, Editor darf sehen, bearbeiten, konfigurieren, teilen und veröffentlichen. Die nötigen Sicherheitsrollen werden automatisch mitgesetzt. Der Viewer schließt eine Lücke, die in der Praxis oft mit »gib mir halt Editor« überbrückt wurde.
  • Agent-Erstellung wird app-first (Oktober 2026): Der Einstieg ändert sich grundlegend. Statt mit einem leeren Agent zu beginnen, wählt ihr zuerst die Anwendung, mit der der Agent arbeiten soll, und konfiguriert dann die nötigen Fähigkeiten. Tools und Wissensquellen rücken in eine gemeinsame Oberfläche zusammen. Wer Schulungsunterlagen mit Screenshots aus Copilot Studio pflegt, sollte den Aufwand dafür jetzt einplanen, das betrifft praktisch jeden Screenshot.
  • Verbesserte Agent Evaluations (September 2026): Ausführlichere Begründungen, Reasoning-Traces, die je Testfall zitierten Wissensquellen, Vergleich zweier Durchläufe, größere Datensätze, konfigurierbare Testfall-Generierung und Testdaten direkt aus den Wissensquellen. Dazu eine Vorab-Validierung, die vor Konfigurationsfehlern warnt.
  • Drei Harnesses statt zwei (Doku-Stand 21. September 2026): Copilot Studio fragt jetzt vor dem Bauen, auf welcher Grundlage ein Agent laufen soll. Die GitHub Copilot harness (seit 3. August 2026 GA und Standard) für mehrstufiges Reasoning, Skills, Memory und das Erstellen von Word-, Excel-, PowerPoint- und PDF-Dateien in einer Sandbox, abgerechnet in Copilot Credits. Die Standard harness für regelbasierte Agents und Agent Flows. Und neu die Copilot chat harness, die Copilot Chat erweitert, nur intern veröffentlicht wird und über die Copilot-Lizenz oder verbrauchsbasiert läuft. Wichtig für die Kostenplanung: Bei der GitHub Copilot harness verbrauchen nach Berichten aus dem Message Center schon Bauen, Testen und Evaluieren Credits, unabhängig von der Copilot-Lizenz. Apps in Copilot Studio laufen als kostenpflichtige Public Preview.
  • Kosten im Blick beim Bauen (September 2026): Copilot Studio zeigt Kosten jetzt im Test-Chat, in den Evaluations und pro Agent im Monitor-Tab.
  • Connectors im Gespräch einrichten (September 2026): Anmeldung und Konfiguration eines Connectors laufen im Chat statt über die vollständige Einstellungsoberfläche.
  • Antworten fügen sich nahtloser ein (September 2026): Antworten von Copilot-Studio-Agents sehen in Copilot Chat aus wie native Antworten, gleiche Formatierung, komprimierte Gedankenkette, flüssigeres Streaming, Fortsetzen und Wiederholen, Spracheingabe, klickbare Zitate und Traces der Tool-Ausführung.

16.7 Neu im September und Oktober 2026

  • Extract-Node in Workflows: Zieht benannte Werte und Tabellen aus Rechnungen, Verträgen oder Abschlüssen.
  • Copilot-Node (Preview): Führt Copilot Chat oder eine Cowork-Aufgabe innerhalb eines Workflows aus, geerdet in Mail, Dateien, Kalender und Chats, und kann Researcher, Analyst oder eigene Agent-Builder-Agents aufrufen.
  • Modellwahl in der GitHub Copilot harness: Per Dropdown, einschließlich experimenteller Modelle. Opus 5.5 und Sonnet 5.5 stehen dort zur Wahl.
  • Content-Safety-Tests in Evaluations: Neue Testmethode für Hass, sexuelle Inhalte, Gewalt und Selbstverletzung mit konfigurierbaren Schwellen.
  • Dateianhänge und Dataverse: Dateianhänge im Gespräch sind GA, jetzt auch Word, Excel und PowerPoint. Dataverse-Tabellen lassen sich als Wissensquelle anbinden, in der Preview auch mit Reasoning über Mehrzeilen-Text- und Dateispalten.
  • Apps in Copilot Studio (Public Preview seit Anfang Oktober 2026, MC1469329): Funktionierende Apps per Sprache bauen, mit Datenmodell, Logik und Oberfläche, Vorschau, Code-Ansicht, Veröffentlichen und Teilen. Läuft auf der GitHub Copilot harness, Bauen, Vorschau, Test und Nutzung verbrauchen Copilot Credits. Nutzt immer ein persönliches Environment, ist standardmäßig an und vom Admin abschaltbar, der Datenzugriff läuft mit der Identität der angemeldeten Person. Apps in Copilot Studio und in Copilot Cowork sind der Ersatz für den App Builder Agent (siehe Kap. 19.15).
  • Entra Agent ID für alle Agents (MC1478488): Copilot-Studio-Agents werden seit September automatisch auf Microsoft Entra Agent ID umgestellt, Agents von vor Mai 2026 nutzen eventuell noch App-Registrierungen.
  • Umbenennung: Die Einstellung »Copilot Studio Authors« heißt jetzt »Copilot Studio pay-as-you-go users« (MC1483430).
Modell-Abkündigung zum 12. November 2026

Laut MC1506318 (13. Oktober) werden in Copilot Studio ältere Modelle ersetzt. In der Standard harness wandern GPT-4.1, GPT-4.1 Mini sowie GPT-5 Chat, Auto und Reasoning auf »GPT Chat Latest«. In der GitHub Copilot harness wird GPT-5 Chat zu GPT 5.6 Terra, GPT 5.6 Sol zu GPT 6 Sol und GPT 5.6 Luna zu GPT 6 Luna. Ausnahme außerhalb der USA: Wo die Datenbewegung über Geografiegrenzen eingeschränkt ist, bleiben GPT-4.1 und GPT-5 erhalten. Prüft vor dem Stichtag die Evaluations eurer produktiven Agents, denn ein Modellwechsel verändert Antworten auch dann, wenn am Agent nichts geändert wurde.

Lizenz-Hinweis

Studio-Full braucht eine Maker-Lizenz, die meistens IT-vergeben ist. Sprich mit deinem Admin, bevor du anfängst zu bauen. Lite reicht für die meisten Use-Cases.

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SharePoint Agents

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SharePoint Agents sind eine Spezial-Variante der Declarative Agents, die automatisch auf eine SharePoint-Site, eine Library oder ein Set an Files scoped sind. Im Sommer 2024 vorgestellt, seit 2026 erweitert um »AI in SharePoint« (Auto-Metadaten, Auto-Library-Strukturierung).

17.1 Wofür

  • »Frag das Mitarbeiterhandbuch«: Site mit HR-Policies wird zum Bot.
  • »Frag die Projektdokumentation«: Project-Site mit allen Specs als Q&A.
  • SharePoint List Agent: Spezialisiert auf strukturierte Listen, beantwortet datenorientierte Fragen.
  • Onboarding-Bot: Neue Mitarbeitende stellen Fragen, Bot zieht aus dem Handbuch.
  • SharePoint Admin Agent (seit 19. Mai 2026): Eigener Microsoft-First-Party-Agent, der SharePoint-Admins natürlichsprachlich beim Tenant-Management hilft (Site-Insights, Permissions-Reports, Lifecycle-Aufgaben). Sitzt nicht auf einer User-Site, sondern im Admin-Kontext.
  • Copilot in SharePoint: Sites per Sprache bauen (seit 29. Juli 2026): Auf der SharePoint-Startseite gibt es einen Build-Bereich, in dem ihr in einem Textfeld beschreibt, was ihr braucht. Copilot plant daraus die SharePoint-Lösung und generiert die Site, die ihr anschließend anpasst. Damit kommen auch Teams ohne SharePoint-Erfahrung zu einer brauchbaren Struktur.

17.2 Setup in zwei Klicks

  1. Auf einer SharePoint-Site: »Create an agent« in der Top-Bar klicken.
  2. Scope wählen (komplette Site, ausgewählte Library, einzelne Files).
  3. Agent ist erstellt, mit Default-Manifest. Optional Instructions anpassen.
  4. Per Site-Permissions teilen, oder via Agent Store extern publishen.

17.3 Skills: von der Site zur Person (seit August und September 2026)

  • Persönliche Skills, die mitwandern: Ein Skill wird als Markdown-Datei in OneDrive abgelegt und gehört damit der Person, nicht der Site. Einmal erstellt, steht er über alle SharePoint-Sites hinweg und in OneDrive zur Verfügung. Public Preview seit August 2026, weltweit angekündigt für Dezember 2026.
  • Site Skills mit Versionsverwaltung (September 2026): Skills auf Site-Ebene lassen sich bearbeiten, versionieren, veröffentlichen, wiederherstellen und auf andere Sites duplizieren. Damit wird aus einem gut gebauten Skill zum ersten Mal etwas, das sich sauber weitergeben lässt, statt es pro Site neu zu schreiben.
  • Skills mit gemessenen Auswertungen: Copilot erzeugt zu einem Skill Testfälle und Bewertungskriterien und schlägt auf dieser Grundlage gemessene Änderungen vor, statt ihn blind umzuformulieren.
  • Bildverständnis über ganze Bibliotheken: Fragen zu Bildern beantworten, ohne sie einzeln zu öffnen, inklusive Textextraktion in größerem Umfang.
  • Tenant-eigene HTML-Anleitung: Unter https://[tenant].sharepoint.com/_html liegt in jedem Tenant eine automatisch aktualisierte Anleitung dazu, wie HTML aussehen muss, damit es in der SharePoint-Sandbox funktioniert, inklusive live verlinkter SharePoint-Listen. Darauf lässt sich aus Cowork, GitHub Copilot oder Copilot Studio verweisen.

Verwaltung wandert (September 2026): SharePoint Agents werden künftig als Shared Apps im Integrated-Apps-Bereich des Microsoft 365 Admin Centers verwaltet, gemeinsam mit den übrigen Copilot-Agents. Ein eigener Tab für geteilte Agents erlaubt das direkte Blocken und Freigeben. Diese Punkte stammen bisher aus dem SharePoint-Produktblog und noch nicht aus der Learn-Dokumentation, behandelt sie entsprechend als angekündigt.

17.4 Verfügbarkeit

  • Erstellen: Copilot-Lizenz plus das Recht, Dateien auf der Site hinzuzufügen. Owner-Rechte sind nicht nötig.
  • Nutzen: M365 Copilot-Lizenz für vollen Zugriff, alternativ Pay-as-you-go-Abrechnung über eine Sicherheitsgruppe.
  • Granular abschaltbar: Über den Serviceplan »Microsoft Copilot for SharePoint« pro Person. Achtung, das schaltet zusätzlich Copilot in OneDrive und den Copilot für das SharePoint-Seiten-Authoring mit ab, ist also kein chirurgischer Schnitt.
  • Restricted Content Discovery auf einer Site schaltet dort sämtliche Agent-Funktionen ab, das Icon verschwindet und die Inhalte stehen auch anderen Agents nicht mehr zur Verfügung.
  • DLP-Hinweis: .agent-Dateien können derzeit kein Sensitivity Label tragen. DLP-Bedingungen müsst ihr deshalb auf die Dateiendung stützen, nicht auf Labels.

17.5 Copilot in SharePoint ist GA (Rollout seit 30. September 2026)

Copilot in SharePoint, also Sites bauen, Inhalte erstellen und Skills verwalten, ist allgemein verfügbar. Copilot in OneDrive wurde auf derselben Grundlage neu gebaut. Der Alltagsgebrauch ist in der Copilot-Lizenz enthalten, einschließlich »Create and manage skills«. Neu ist eine zweite Stufe:

  • »Advanced work« kostet Credits: Großflächige Synthese und das Erzeugen ganzer Sites, Skills in geplanten Automationen, Echtzeit-Autofill, Bildgenerierung und Site Analytics laufen über Copilot Credits. Voraussetzung ist eine Spending Policy unter Copilot, Cost management mit dem Dienst »Advanced work in SharePoint«, für OneDrive entsprechend.
  • Kostentransparenz für Nutzende: Vor dem Credit-Verbrauch kommt eine Bestätigung, /cost zeigt den Stand, und bei 20 Prozent verbleibendem Monatslimit erscheint eine Warnung. Die wöchentlichen Limits der Preview entfallen.
  • Steuerung zieht um: Die PowerShell-Steuerung aus der Preview (KnowledgeAgentScope und verwandte Einstellungen) ist abgekündigt. Bestehende Einstellungen gelten noch bis 1. November 2026, danach wird die Verfügbarkeit über die Site-AI-Einstellungen und Restricted Content Discovery gesteuert. Nicht verfügbar in GCC, GCC High, DoD und 21Vianet.
  • Frontier: Copilot Search wird zur Standardsuche in SharePoint und OneDrive, SharePoint-Inhalte fließen in Work IQ ein, dazu SPFx-Oberflächen direkt in Copilot Chat und SharePoint-Tools in Work IQ.
  • SharePoint Page Agent wird abgeschaltet: Der Frontier-Agent für Seiten verschwindet zwischen Mitte Oktober und Mitte November 2026, Ersatz ist Copilot in SharePoint (MC1481325). Gleichzeitig ist die gezielte Auswahl einzelner Seitenelemente für die Copilot-Bearbeitung GA (MC1478958).
Stichtag 1. November 2026

Wer in der Preview per PowerShell eingeschränkt hat, auf welchen Sites Copilot arbeiten darf, verliert diese Einschränkung zum 1. November 2026. Übertragt sie vorher in die Site-AI-Einstellungen oder in Restricted Content Discovery, sonst ist Copilot ab dem Stichtag auch auf Sites aktiv, die bewusst ausgenommen waren.

Easy Win

Pro SharePoint-Site einen Agent erstellen, der beim Wissen der Site bleibt. Spart das mühsame Suchen über die Sidebar, alle Antworten kommen mit Citation aus den Site-Files.

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Agent Flows

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Agent Flows sind Power-Automate-Cloud-Flows »im agentischen Modus«. Sie können Kontext bewerten, Entscheidungen treffen, sich verzweigen. Triggert manuell, durch andere Agents oder schedule-basiert.

18.1 Wofür

  • Multi-Step-Approvals: Mail kommt rein, Agent bewertet Inhalt, leitet an richtigen Approver weiter, archiviert.
  • Lead-Routing: Neue Form-Submission, Agent qualifiziert, ergänzt CRM-Record, schickt Slack-Notification.
  • Wiederkehrende Reports: Wöchentlich Daten aus mehreren Quellen ziehen, Report bauen, an Stakeholder schicken.

18.2 Voraussetzungen

  • Power Automate Premium-Lizenz oder Copilot Studio Capacity
  • Maker-Rolle in der Power Platform
  • Connector-Lizenzen für externe Systeme

18.3 Was sich 2026 verschoben hat

  • Agent Flows gehören zum Standard Harness. Microsoft ordnet sie inzwischen ausdrücklich den klassischen Agents zu (zu den drei Harnesses siehe Kap. 16.6). Das Gegenstück in der neueren GitHub-Copilot-Harness heißt Workflows und ist nicht dasselbe. Eine Umwandlung eines bestehenden Agent Flows in das neue Workflow-Format ist nicht vorgesehen.
  • Kapazität statt Lizenz: Jede ausgeführte Aktion verbraucht Copilot Studio Capacity. Ist die vorausbezahlte Kapazität der Umgebung aufgebraucht, werden neue Durchläufe blockiert, laufende Flows werden noch zu Ende geführt. Ausgenommen sind Nutzende mit Microsoft-Copilot-Lizenz sowie Testläufe im Flow-Designer und im Test-Chat.
  • Umwandlung aus Power Automate ist einseitig: Der Cloud Flow muss in einer Solution liegen, der Plan wird auf Copilot Studio umgestellt, und das lässt sich nicht zurücknehmen. Vor der Umstellung eine Kopie behalten.
  • Aus »Scheduled« wird »Automations«: In Copilot Cowork bündelt der umbenannte Tab geplante und ereignisgesteuerte Aufgaben an einer Stelle (siehe Kap. 3.4).
  • Planner-Agent-Chat auch in Basic Plans (September 2026): Natürlichsprachige Fragen, intelligente Aufgabensuche und Aufgabenverwaltung direkt im Plan, jetzt auch in gruppenbasierten Basic Plans. Dazu kommt die Planner-Anbindung in Copilot selbst: Aufgaben anlegen und Aufgabeninformationen abfragen, Rollout September 2026.

18.4 Realität im Mittelstand

Agent Flows sind Champion-Track. Sachbearbeiter werden sie nicht selbst bauen. Wenn euer Mittelstand-Team einen Power-Platform-Maker hat, lohnt sich der Einstieg. Sonst: Declarative Agents reichen für die meisten Use-Cases.

Lizenz-Komplexität

Power Automate hat ein eigenes Pricing-Modell mit Premium-Connectors, Per-Flow-Plans und Capacity-Packs. Vor dem Bau die Lizenz-Frage mit dem Power-Platform-Admin klären.

Teil 5 · Admin & Security
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Tenant-Verwaltung

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Microsoft 365 Copilot wird zentral über die Copilot Page im M365 Admin Center und das Copilot Control System (CCS) verwaltet. CCS bündelt drei Säulen: Management Controls, Security & Governance, Measurement & Reporting. Wer im Tenant Admin-Rechte hat, sieht hier die Hebel für Lizenzen, Datenzugriff, Agents und Compliance.

19.1 Copilot Page im M365 Admin Center

Zentrale Anlaufstelle: admin.microsoft.com → Copilot → Settings. Vier Tabs:

TabWas hier sitzt
User accessCopilot Frontier (Preview-Features inkl. Workflows Agent, der App Builder Agent wird zum 30. November 2026 abgeschaltet, siehe Kap. 19.15), Self-Service-Purchase, Pin Copilot Chat, Pay-as-you-go-Billing, Copilot für Admins.
Data accessAgents-Verwaltung, AI providers operating as Microsoft subprocessors (Anthropic, OpenAI, xAI, auf der Settings-Seite teils als »AI providers for other large language models« geführt, Microsoft ist hier selbst uneinheitlich), Web-Search-Policy-Shortcut, People Skills, Recommendations for Microsoft Copilot licensing, Purview-Shortcuts.
Copilot actionsImage-Generation-Toggle, Screen and camera sharing (Vision, standardmäßig an), Teams-Meeting-Copilot. Der Video-Generation-Toggle (seit April 2026) fehlt auf der aktuellen Doku-Seite, prüft ihn im eigenen Tenant.
Other settingsTenant-Defaults und weniger frequentierte Optionen, darunter Copilot custom dictionary, Copilot diagnostics logs, Copilot in admin centers, Copilot in Edge und »Pin Microsoft Copilot app to the Windows taskbar«.

19.2 AI Administrator-Rolle (Least Privilege)

Microsoft drängt explizit auf Least-Privilege. AI Administrator ist die empfohlene Rolle für Copilot-Tasks, nicht Global Admin.

  • AI Administrator: Verwaltet Copilot-Settings. Seit Mai 2026 auch im Pay-as-you-go-Setup verwendbar (zusammen mit Global Reader für Read-Only).
  • Global Reader: Nur Read-Only-Zugriff auf Copilot-Settings.
  • Global Admin: Nur im Notfall, nicht als Default.
Researcher und Analyst sind keine »Agents«

Microsoft hat im Mai 2026 explizit klargestellt: Researcher und Analyst sind First-Party-Microsoft-Erfahrungen auf derselben Foundation wie M365 Copilot, kein Agent. Sie sitzen in Copilot Chat unter »Tools« und fallen NICHT unter die Agent-Governance-Settings. Die Steuerung läuft über die Standard-Copilot-Lizenz und die Core-Chat-Policies. Für Admin-Reportings und Allowlisten muss man das im Hinterkopf haben.

Microsoft Agent 365 als Control Plane: Cross-Agent-Governance (egal ob Agent Builder, Copilot Studio, Power Platform oder Partner-Agents) läuft seit Mai 2026 zentral über Microsoft Agent 365. Lizenziert über die neue Foundation M365 E7 + Agent 365 (GA 1. Mai 2026).

19.3 Copilot controls: Die drei Säulen

Namensänderung: Was Microsoft bis Sommer 2026 als Copilot Control System geführt hat, heißt in der Dokumentation inzwischen schlicht Copilot controls. Die alten Doku-Links unter /copilot/copilot-control-system/ leiten auf /copilot/copilot-controls/ um. An den drei Säulen selbst ändert sich nichts, nur die Überschriften darüber. Wer interne Konzepte oder Schulungsunterlagen mit dem alten Namen führt, kann ihn behalten, sollte aber wissen, dass Microsoft-Suchtreffer inzwischen anders heißen.

SäuleCapabilities
Management ControlsLicensing/Metering, Agent Lifecycle (Allowlist, Editor-/Viewer-Rollen, DLP-Policies, ALM), Customization (Pinning, Copilot Search-Tuning). Seit 2. Juni 2026: Policy-basierte ALM-Regeln, mit denen Admins First-Party-Agents per Bulk für alle User installieren und herrenlose Agents automatisch passenden Managern zuweisen.
Security & GovernanceData Security (SAM, Restricted Content Discovery, Sensitivity Labels), AI Security (DSPM for AI, Insider Risk, DLP for Copilot & Agents), Compliance & Privacy. Security Copilot ist inzwischen in E5 und E7 enthalten (MC1478465): 400 Security Compute Units pro Monat je 1.000 lizenzierte Nutzende, höchstens 10.000, ohne Zukauf, Opt-out nur über den Support.
Measurement & ReportingReadiness/Adoption (M365 Admin Center Reports), Productivity Impact (Viva Insights Copilot Dashboard), Business Value/ROI (Custom Advanced Insights mit Upload eigener KPIs aus SAP/Salesforce/Workday).

19.4 SSO und Identity

Microsoft 365 Copilot nutzt Microsoft Entra ID (ehemals Azure AD). SSO ist Default, separate Anmeldung gibt es nicht. SCIM-Provisioning für User-Lifecycle ist Standard, Group-Membership steuert Lizenz-Zuweisung. Conditional Access und MFA werden honoriert.

19.5 Foundational Deployment Blueprint

Microsoft hat einen verbindlichen Mindeststandard vor dem breiten Rollout formalisiert: das Foundational Deployment Blueprint mit drei Säulen.

  1. Remediate Oversharing: Top-Sites mit Permissions-Reports identifizieren, Interim-Restrictions via Restricted Access Control oder Restricted Content Discovery setzen, dann dauerhaft fixen.
  2. Set up Guardrails: Sensitivity Labels, DLP for Copilot, Restricted Content Discovery wo nötig. (Restricted SharePoint Search wird abgekündigt, Neu-Aktivierung ab 31. Juli 2026 blockiert. Mehr in Kap. 20.4.)
  3. Meet Regulations: Audit-Logs, eDiscovery, EU AI Act Art. 4-Schulungsnachweise, Compliance Manager.

Vor dem Rollout empfiehlt Microsoft das M365 Copilot Optimization Assessment, das Data-Governance-Reife und Security-Controls bewertet.

19.6 Roll-out-Strategie

  1. Setup-Pflichten: Update Channel auf Current oder Monthly Enterprise (Semi-Annual nicht unterstützt), MFA für alle User, EEEU auf Tenant-Ebene deaktivieren, `*.cloud.microsoft` in Proxy-Allowlists (Domain-Konsolidierung). Präzisiert im September 2026: Microsoft unterstützt nur die Freigabe der ganzen Domain, nicht einzelner URLs darunter. Für *.office.com, *.cloud.microsoft und copilot.cloud.microsoft braucht es durchgängige WebSocket-Verbindungen (WSS), TLS-Inspection und aggressive Proxy-Timeouts brechen Copilot-Integrationen. Die Copilot-App ist von m365.cloud.microsoft auf copilot.cloud.microsoft umgezogen. Laut MC1462915 (Stand 8. Oktober) leitet Microsoft seit Anfang September dort um, wo copilot.cloud.microsoft erreichbar ist, die übrigen Nutzenden folgen Anfang November 2026. Testen lässt sich das über connectivity.m365.cloud.microsoft/copilot. Wer copilot.cloud.microsoft blockiert, um private Konten auszusperren, sollte stattdessen Tenant Restrictions nutzen. Außerdem muss die geplante Aufgabe »Office Feature Updates« laufen und das Netz erreichen, sonst fehlen Kernfunktionen von Copilot in Word, Excel, PowerPoint und OneNote.
  2. Pilot-Gruppe (10-50 User): Power-User aus verschiedenen Abteilungen, identifiziert über bestehende M365-Usage-Metriken.
  3. Enablement-Schulungen: Bevor Copilot ausgerollt wird (siehe Microsoft Copilot Academy und MS-4007-Zertifizierung).
  4. Wave 1 (~20 Prozent): Marketing und Sales meist zuerst, dann Operations.
  5. Wave 2 (full): Erst nach 4-6 Wochen Erfahrung mit Wave 1.
Adoption-Pflicht

Copilot-Lizenzen ohne Schulung = teure Karteileichen. Microsofts eigene Studie sagt: User mit Schulung nutzen Copilot fünf Mal so oft. EU AI Act Art. 4 verlangt Schulungs-Nachweis sowieso.

19.7 Adoption Hub Redesign (18. Mai 2026)

Microsoft hat den M365 Copilot Adoption Hub komplett überarbeitet. Neue Personas-Struktur: Business User, Champions/Adoption Manager, Leader. Inhalte sind nach Rolle vorsortiert, statt nach Feature. Für DECAID-Academy-Kunden empfehlenswert als Einstiegspunkt vor der eigenen Enablement-Kampagne.

19.8 Organizational Messages für Adoption (seit 2. Juni 2026)

Über das M365 Admin Center können Admins gezielt Adoptions-Nachrichten an User ausspielen, jetzt mit zwei Erweiterungen:

  • Usage-based Targeting: Neben gruppenbasiertem Targeting lassen sich Nachrichten nach tatsächlichem Nutzungsverhalten zuschneiden. Erste Action Segments: inaktive Copilot-User (28 Tage) und inaktive Copilot-User in Teams (30 Tage).
  • E-Mail-Versand: Organizational Messages können jetzt auch per E-Mail zugestellt werden, mit 9 vorgefertigten Templates in 15 Sprachen für Onboarding und Adoption.
  • Hybrid-joined Devices (seit 25. August 2026): Organizational Messages erreichen jetzt auch Geräte, die hybrid in Microsoft Entra eingebunden sind. Bisher gingen sie nur an rein Entra-joined oder rein on-premises eingebundene Geräte. Für den DACH-Mittelstand ist das die relevanteste Lücke, die damit zugeht, weil hybride Domänen-Anbindung dort die Regel und nicht die Ausnahme ist. Wer Adoptions-Kampagnen bisher an schlechter Zustellrate scheitern sah, sollte das Targeting noch einmal messen.

19.9 Neue Admin-Controls (seit Juli 2026)

  • Wasserzeichen für KI-generierte Inhalte: Über die Cloud-Policy-Service-Policy »Include a watermark when content from Microsoft 365 is generated or altered by AI« lässt sich ein sichtbares oder hörbares Wasserzeichen auf per KI generierte oder veränderte Video- und Audio-Inhalte legen. Default ist ohne Wasserzeichen (Disabled/Not configured). Die Policy gilt nicht für Bilder, dort aktivieren User Wasserzeichen selbst unter myaccount.microsoft.com.
  • Copilot Analytics »All«-Nutzerseite: Die Adoptions-Seite im Copilot Dashboard zeigt jetzt die Copilot-Nutzung vereinheitlicht mit einem Lizenz-Filter für All, M365 Copilot (lizenziert) und Copilot Chat (unlizenziert).
  • Anthropic-Modelle für nicht-föderale GCC-Kunden (seit 22. Juli 2026): Im Admin Center unter Copilot, Settings, View all, »AI providers operating as Microsoft subprocessors« gibt es eine eigene Einstellung, mit der nicht-föderale GCC-Kunden Anthropic-Modelle freischalten können. Sie ist default aus und verlangt eine Bestätigung der Bedingungen, weil die Daten dabei außerhalb der FedRAMP-autorisierten US-Government-Cloud verarbeitet werden. Für föderale GCC-Kunden, GCC High und DoD bleibt die Option aus.
  • Websuche-Policy hat jetzt drei Stufen (seit 18. August 2026): Die Cloud Policy »Allow web search in Copilot« kennt nicht mehr nur an und aus, sondern drei Optionen: aktiviert in Microsoft Copilot und Copilot Chat, deaktiviert in beiden, oder deaktiviert im Work-Modus und aktiviert im Web-Modus sowie in Copilot Chat. Die dritte Option ist der interessante Fall und hat einen Nebeneffekt, den man kennen muss: Sie schaltet die Websuche auch in Researcher und in Copilot Cowork ab. Ist die Policy gar nicht konfiguriert, ist Websuche aktiv, es sei denn, »Allow the use of additional optional connected experiences in Office« steht auf Disabled. Für GCC und DoD ist Websuche umgekehrt standardmäßig aus und bleibt aus, solange die Policy nicht gesetzt wird. Auf Nutzerseite gibt es dazu den Schalter Web content unter Einstellungen, Personalisierung, Erweitert, der jetzt für Microsoft Copilot und Copilot Chat gleichermaßen greift und geräteübergreifend gespeichert wird.
  • Websuche-Anfragen werden sichtbar und protokollierbar (seit 18. August 2026): Nutzende sehen im Quellenbereich die Suchanfragen, die Copilot tatsächlich an Bing geschickt hat, allerdings nur in Copilot Chat und nicht im Copilot-Bereich von Word oder PowerPoint, und nur 24 Stunden lang im Chat-Verlauf. Für Admins ist der zweite Teil wichtiger: Diese generierten Suchanfragen lassen sich über Search, Audit und eDiscovery auswerten, im Purview Activity Explorer stehen die konkreten Suchbegriffe neben Prompt, Antwort und Quellen, filterbar über Web queries. Damit ist zum ersten Mal belegbar, welche Inhalte aus einer Organisation heraus an die Websuche gegangen sind, und das ist in Betriebsrats- und Datenschutzgesprächen ein Argument, das bisher gefehlt hat.
  • Fabric data in Microsoft 365 Copilot: Steuert, ob Copilot Antworten auf Power-BI-Berichten und Semantic Models erden darf. Der Schalter liegt unter Copilot, Settings, View all und kennt drei Stufen: No users, All users oder bestimmte Gruppen. Damit Fabric-Inhalte tatsächlich indexiert und auffindbar sind, muss zusätzlich ein Fabric-Administrator im Fabric Admin Portal das Tenant-Setting »Share Fabric data with your Microsoft 365 services« aktivieren. Details und die Datenschutz-Implikation in Kap. 6.4.

19.10 Domain Exclusion: seit 9. September 2026 wieder verfügbar

Diese Funktion hat eine Vorgeschichte. Mitte Juli 2026 hat Microsoft Domain Exclusion ausgerollt, Anfang August 2026 ohne Begründung wieder zurückgezogen, und am 9. September 2026 erneut ausgerollt und für verfügbar erklärt. Wer die Funktion in den vergangenen Wochen aus einem Governance-Konzept gestrichen hat, kann sie jetzt wieder aufnehmen.

Was sie kann: Admins benennen externe Domains, die Copilot beim Web-Grounding in Microsoft 365 Copilot und Copilot Chat nicht verwenden darf, bis zu 1.000 Domains. Das Feature ist nicht standardmäßig aktiv und wird zwingend über ein von Microsoft bereitgestelltes PowerShell-Skript konfiguriert, es gibt keine Oberfläche im Admin Center. Skript und Dokumentation liegen unter aka.ms/Copilot/DomainExclusionScript und aka.ms/copilot/DomainExclusion, nötig sind Search-Administrator- oder Global-Administrator-Rechte.

Wofür sich das praktisch lohnt

Der naheliegende Reflex ist eine Sperrliste gegen unseriöse Quellen, und genau dafür taugt sie wenig: Gegen das offene Web ist eine Liste mit 1.000 Einträgen strukturell unterlegen. Der belastbare Anwendungsfall ist ein anderer und deutlich enger. Wer bestimmte Quellen aus fachlichen oder rechtlichen Gründen ausschließen muss, etwa Wettbewerberseiten in einer Ausschreibungsphase, Bewertungsportale in HR-Kontexten oder Quellen, die die eigene Fachabteilung als unzuverlässig eingestuft hat, bekommt hier einen sauberen und auditierbaren Hebel. Für alles Weitergehende bleibt die Regel: Sensible Szenarien laufen ohne Web-Grounding, nicht mit einer Sperrliste. Die dreistufige Websuche-Policy aus Kap. 19.9 ist dafür das passendere Werkzeug.

19.11 Agent-Governance im Admin Center (seit August und September 2026)

Zwischen dem 20. August und dem 3. September 2026 hat Microsoft die Verwaltung von Agents im Microsoft 365 Admin Center zu einem eigenen Bereich ausgebaut. Das ist die wichtigste strukturelle Änderung auf der Admin-Seite in diesem Quartal, weil sie eine Lücke schließt: Bis dahin entstanden Agents an vielen Stellen, ohne dass jemand einen Gesamtüberblick hatte.

  • Agents, Overview: Einstiegsseite mit den Kennzahlen Agent Registry, aktive Nutzende, Agent-Laufzeit der letzten 30 Tage und Registry Sync. Dazu Karten für offene Agent-Anfragen, Agents mit Risiken, Agents ohne Owner und Agents mit Ausnahmen. Erfasst werden Agents aus Copilot Studio, SharePoint, Agent Builder, Foundry, dem Agents Toolkit sowie Plattformen außerhalb von Microsoft.
  • Agents, Registry: Vollständige Liste mit Filtern nach Status, Publisher, Kanal, Plattform und Datenquelle. Eine Risks-Spalte bündelt Befunde aus Entra, Defender und Purview, darunter Agents ohne Owner, übermäßige Berechtigungen, Sicherheits-Fehlkonfigurationen, Prompt-Injection-Verdacht und Zugriff auf sensible Daten. Die Anzeige läuft den Security-Portalen bis zu einer Stunde hinterher. Export nach Excel mit über 30 Feldern je Agent.
  • Agents, Settings (seit 3. September 2026): Hier sitzen die eigentlichen Stellschrauben. Agent management rules erlauben Sammelaktionen, etwa Microsoft-Agents tenantweit installieren, herrenlose Agents automatisch dem Vorgesetzten der früheren Besitzerin zuweisen, ungenutzte herrenlose Agents blockieren, eine Sicherheitsvorlage nachträglich auf bestehende Agents anwenden oder Veröffentlichungsanfragen nach einer definierten Zahl von Tagen automatisch ablehnen. Daneben: Allowed agent types (Microsoft, eigene Organisation, externe Anbieter), Security- und Policy-Vorlagen, Sharing, User Access, Feedback-Weitergabe und Tags, maximal 50 pro Organisation.
Zwei Fallen, die in der Praxis zuschlagen

Erstens die Rollenfrage. Agent-Anfragen genehmigen und Ownership zuweisen dürfen ausschließlich AI Administrator und Global Administrator. Alle anderen Rollen sehen die Lücken, können sie aber nicht schließen. Und der Review-Link an einem Risiko-Eintrag führt ins Leere, wenn die Person keine Berechtigung im jeweiligen Zielportal hat: Der AI Administrator hat von Haus aus keinen Zugriff auf Defender und Purview, und Purview-Warnungen brauchen zwingend eine der Insider-Risk-Management-Rollen. Klärt die Rollenverteilung, bevor ihr den Bereich an ein Team übergebt.

Zweitens die Kennzahl »Unmanaged agents«. Sie zählt Agents, die außerhalb von Agent 365 entstanden sind und damit ohne dessen Risikoerkennung und Nachvollziehbarkeit laufen. In gewachsenen Umgebungen ist diese Zahl beim ersten Blick regelmäßig höher als erwartet. Behandelt sie als Bestandsaufnahme und nicht als Vorwurf, und arbeitet sie über die Management Rules ab, statt sie einzeln zu klären.

Lizenz-Einordnung: Die Agent-Governance-Funktionen hängen an Microsoft Agent 365. Das ist Bestandteil von Microsoft 365 E7 (E5 plus Microsoft Copilot plus Agent 365 plus Entra Suite) oder einzeln lizenzierbar. Die Kennzahlen zu aktiven Nutzenden und Agent-Laufzeit füllen sich erst, nachdem Agent-365-Lizenzen zugewiesen sind, und zeigen anfangs weniger als 30 Tage.

19.12 App- und Agent-Installation zentral steuern (seit August 2026)

Eine kleine Änderung mit großer Alltagswirkung: App- und Agent-Installationseinstellungen werden jetzt einmal gesetzt und über Teams, Outlook und Microsoft Copilot hinweg konsistent durchgesetzt. Bisher galten Änderungen im Microsoft 365 Admin Center nur für Outlook und Microsoft 365, während Änderungen im Teams Admin Center nur für Teams griffen. Das war eine der häufigsten Ursachen dafür, dass ein Agent nach dem Rollout an einer Stelle sichtbar war und an einer anderen nicht. Wer solche Fälle bisher als Bug behandelt hat, sollte die betroffenen Einstellungen einmal neu prüfen.

19.13 Wirkung messen: »Cowork assisted hours« (seit 9. September 2026)

Im Consumption Dashboard gibt es eine neue Kennzahl, die versucht, von der reinen Nutzung auf den Nutzen zu schließen. Die Methodik lohnt sich zu kennen, weil ihr sie in Kundengesprächen erklären müsst: Aktivität wird nach erkennbarer Absicht in abgegrenzte Aufgaben gruppiert, ein Klassifizierungsmodell ordnet jede Aufgabe einem von acht Arbeitstypen zu (Analyse und Recherche, Dokumenten- und Content-Erstellung, E-Mail-Abläufe, Meeting-Abläufe, Kommunikationsabläufe, spezialisierte Abläufe, Code schreiben oder debuggen, allgemeine Unterstützung), und daraus wird die typischerweise zurückgegebene Zeit geschätzt.

Wie belastbar die Zahl ist

Microsoft bezeichnet die Kennzahl selbst als bewusst konservativen, richtungsweisenden Näherungswert und nicht als exakte Messung. Qualitätsgewinne, schnellere Entscheidungen und parallel bearbeitete Aufgaben sind ausdrücklich nicht eingerechnet. Genau so solltet ihr sie auch im Unternehmen präsentieren: als Indikator für einen Trend, nicht als Grundlage einer Business-Case-Rechnung. Wer sie als harte Einsparung in eine Investitionsvorlage schreibt, bekommt beim ersten kritischen Nachfragen ein Problem, das die Kennzahl selbst gar nicht behauptet hat.

19.14 Neu im Admin Center (September 2026)

  • Copilot Chat gezielt sperren: Admins können Copilot Chat für alle oder für bestimmte Personen und Gruppen sperren, ausdrücklich auch für Lizenzierte. Gesperrte Nutzende sehen eine Meldung im Produkt. Über »Custom link for blocked Microsoft Copilot app« unter Copilot, Settings lässt sich dort ein eigener Link auf die interne Richtlinie hinterlegen, statt die Leute mit einer nackten Sperrmeldung allein zu lassen.
  • Seite für Lizenzanfragen: Unter »License Requests« laufen alle Copilot-Lizenzanfragen zentral zusammen, mit Sortierung, Filtern und Sammelaktionen (Roadmap-ID 561206).
  • People Skills endgültig löschen: Eine neue Admin-Einstellung unter People Skills löscht die Skills-Bibliothek samt Nutzerdaten dauerhaft. Die Daten verschwinden aus Profilen, Copilot und Viva (Roadmap-ID 565905). Für DACH-Organisationen, in denen der Betriebsrat People Skills nicht mitgetragen hat, ist das der saubere Rückweg.
  • Advanced package uploads: Steuert, wer Agent-Pakete mit Aktionen oder MCP-Servern hochladen darf (alle, niemand, bestimmte Personen oder Gruppen). Einfache Pakete, die nur Anweisungen enthalten, bleiben erlaubt.
  • Authoritative Sources in der Oberfläche: Bis zu 100 SharePoint-Sites lassen sich jetzt im Microsoft 365 Admin Center als autoritative Quelle für Copilot Search festlegen (siehe Kap. 20.3).
  • Copilot Dashboard: Gezielte Pulse-Umfragen, eine Power-User-Auswertung und ein tagesaktueller Power-BI-Bericht zur Nutzung. Die Kennzahlen »Copilot Chat (work)« und »Copilot Chat (web)« sind zu einer Kennzahl »Copilot Chat« zusammengelegt, die alte Web-Kennzahl läuft als »legacy« aus. Wer Zeitreihen aus dem Dashboard berichtet, sollte den Bruch kennzeichnen. Präzisiert Ende September: Power User sind Personen mit mindestens 15 Copilot-Aktionen pro Woche in mindestens 9 der letzten 12 Wochen. Unter 50 Copilot-Lizenzen fehlen Agent Dashboard, Benchmarks, Pulse-Daten, Wochen- und Monatstrends und die Manager-Delegation. Seit 6. Oktober gibt es Cowork-Kennzahlen im Copilot- und im Consumption Dashboard samt Export und neuen Abfragen in Advanced Insights (Roadmap-ID 567005).
  • Drittanbieter-Agents im Teams Admin Center: Agents wie GitHub Copilot oder Atlassian Rovo lassen sich dort verwalten, Admin-Preview seit September, GA für Oktober 2026 angekündigt.

19.15 Neu im Admin Center (Oktober 2026)

  • App Builder Agent wird abgeschaltet (MC1505609): Ab Mitte Oktober 2026 lassen sich keine neuen Apps mehr anlegen, am 30. November 2026 werden App Builder Agent und vibe.powerapps.com abgeschaltet. Ersatz sind Apps in Copilot Cowork und Apps in Copilot Studio (Kap. 16.7), eine Migration im Produkt ist für Mitte Oktober angekündigt.
  • Browser-Nutzung in Cowork steuern (MC1474461): Ein eigener Schalter legt fest, ob Cowork einen Browser nutzen darf, für niemanden, alle oder bestimmte Gruppen. Standardmäßig aus.
  • Copilot-App an die Taskleiste anheften (MC1481310): Unter Copilot, Settings für ausgewählte Gruppen, nur auf Intune-verwalteten Geräten mit installierter App.
  • Firmenlogo in der Copilot-App (MC1238432): Eine Fußzeile mit Logo und den Labels »Approved by«, »Provided by« oder »Managed by«, standardmäßig aus. Ein kleines, aber wirksames Signal gegen Schatten-KI, weil Nutzende sehen, welches Werkzeug offiziell freigegeben ist.
  • Agent Registry ohne Dubletten (MC1477184): Doppelte Einträge werden zusammengefasst und mit Versionshistorie gezeigt, die Agent-Zahlen ändern sich dadurch. Dass derselbe Copilot-Studio-Agent einmal als »Shared by creator« und einmal als »Published by your organization« auftaucht, ist laut Doku gewollt und kein Fehler.
  • Agent 365 über Microsoft hinaus (MC1480873, MC1506727): Agent 365 überwacht künftig auch Agents von Drittanbietern wie Bedrock, Vertex und Claude, Public Preview Ende Oktober, GA Ende November. Für die Überwachung von Microsoft-Agents ist ab Ende November keine Agent-365-Lizenz mehr nötig.
  • Geführtes Copilot-Onboarding (MC1486291, Rollout Ende Oktober bis Anfang November): Von Admins aktiviert, mit Link auf die interne KI-Nutzungsrichtlinie, Onboarding-Link oder Mail-Vorlage und eingebauten Benachrichtigungen. Abschlüsse lassen sich über Viva Learning auswerten (siehe Kap. 21.2).
Stichtag 4. November 2026: Agent Blueprints für alle

Ab dem 4. November dürfen Standardnutzende Agent Blueprints anlegen, sofern Admins die Einstellung »Users can create agent blueprints« nicht auf »No« stellen (MC1506733). Gleichzeitig wird die Berechtigung AgentIdentity.CreateAsManager nicht mehr automatisch vergeben (MC1506728). Wer Agent-Erstellung bisher bewusst auf IT oder Champions beschränkt hat, muss den Schalter vor dem Stichtag aktiv setzen, sonst öffnet sich die Tür ohne Entscheidung.

20

Compliance & Datenresidenz

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Microsoft 365 Copilot ist von Hause aus auf Enterprise-Compliance ausgelegt. Wer in Microsoft 365 ist, hat die wichtigen Hebel bereits, sie müssen aber bewusst aktiviert werden. Drei große Updates in 2025/2026: SharePoint Advanced Management (SAM) ist seit Anfang 2025 in der Copilot-Lizenz inkludiert, DSPM for AI in Purview ist GA, und Insider Risk Management hat ein eigenes »Risky AI usage«-Policy-Template.

20.1 Zertifikate und Frameworks

  • SOC 1, SOC 2 Type II
  • ISO 27001, ISO 27017, ISO 27018
  • ISO 42001 (AI Management Systems, neu)
  • FedRAMP High
  • HIPAA-konforme Konfiguration auf Anfrage (Enterprise)
  • DSGVO-konformes Data-Processing-Addendum (Standard in M365)
  • EU AI Act Art. 4-konforme Dokumentation (siehe Kap. 21)
  • Ausnahme OpenAI-Modelle: Für von OpenAI betriebene Modelle gelten OpenAIs eigene Zertifizierungen statt der Microsoft-Zertifikate, FedRAMP High gehört nicht dazu.

20.2 EU Data Boundary

Microsoft 365 Copilot speichert und verarbeitet EU-Workspace-Daten in EU-Rechenzentren. Standard für M365-Tenants mit EU-Adresse.

Wichtige Ausnahmen
  • Bing-Web-Queries: Microsoft agiert hier als Data Controller, nicht Processor. Bing-Queries laufen außerhalb der EU Data Boundary, kein DPA und kein Enterprise Data Protection.
  • Anthropic-Modelle: Außerhalb der EU Data Boundary. In EU/EFTA/UK deshalb default OFF, AI Administrator oder Global Admin muss explizit opt-in (siehe Kap. 21).
  • OpenAI-Modelle: Innerhalb der EU Data Boundary, mit den in der EUDB-Doku genannten Ausnahmen, aber vom In-Country-Processing ausgenommen. Seit 24. Juli 2026 standardmäßig an (siehe Kap. 21.1).

20.3 SharePoint Advanced Management (SAM)

Seit Anfang 2025 in der M365-Copilot-Lizenz inkludiert. Zentrale Säule der Copilot-Datenfoundation:

  • Content Management Assessment Hub: Findet overshared Sites, ownerless/inaktive Sites, EEEU-Nutzung. Alle 30 Tage re-runbar.
  • Site Lifecycle Management: Site-Ownership-Policies, Inactive-Site-Policies, Site Attestation Policies (Owner muss Site bestätigen).
  • Data Access Governance Reports: Site-Permissions, EEEU-Report (Top 100 Sites mit org-weitem Sharing), Sharing-Links-Activity. Seit 6. Oktober 2026 zeigt ein detaillierter Bericht die Berechtigungen für Everyone und EEEU auf Elementebene (Advanced Management, All features, Data access governance reports, Roadmap-ID 561038).
  • Site Access Reviews und Microsoft 365 Archive: Die überarbeitete Foundation-Doku (Stand 6. Oktober 2026) nennt Site Access Reviews bis auf Dateiebene und Microsoft 365 Archive, um Altbestände aus der Reichweite von Copilot zu nehmen. Purview-Basisfunktionen gibt es ab E3, die »optimierte« Variante ab E5 oder E7.
  • Restricted Access Control (RAC): Site-Zugriff nur für definierte Entra-Group, selbst bei vorheriger Permission blockiert.
  • Restricted Content Discovery (RCD): Blendet Sites aus Copilot und org-wide Search aus, ohne Permissions zu ändern.
  • AI Insights: LLM-gestützte Interpretation der Reports mit Action-Recommendations (seit Ende 2025).
  • Authoritative Sites (seit 11. August 2026): Admins markieren einzelne SharePoint-Sites als »autoritativ«. Copilot Search behandelt deren Inhalte dann als vertrauenswürdige Quelle und priorisiert sie, typischerweise für Unternehmensnews, Richtlinien und offizielle Vorlagen. Für Nutzende sichtbar über das Label »From your organization«.
Authoritative Sites in der Praxis

Konfiguriert wurde bisher nur per PowerShell (Set-SPOSite -Identity <URL> -IsAuthoritative $true) oder per CSOM für Bulk-Operationen. Seit September 2026 geht das auch im Microsoft 365 Admin Center (siehe Kap. 19.14), für größere Listen bleibt PowerShell der schnellere Weg. Grenzen, die ihr vorher kennen solltet: maximal 100 Sites, Änderungen brauchen bis zu 72 Stunden bis sie wirken, die Auszeichnung geht nur auf Site-Ebene, persönliche Sites sind ausgeschlossen, und Multi-Geo-Tenants pflegen die Liste pro Geo. Vorausgesetzt sind SharePoint Advanced Management und eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz. Behandelt die Liste als lebendes Set: regelmäßig prüfen und Sites herausnehmen, die nicht mehr offiziell sind.

20.4 Restricted SharePoint Search (RSS)

Achtung: RSS wird eingestellt

Microsoft kündigt Restricted SharePoint Search ab. Ab dem 31. Juli 2026 ist die Neu-Aktivierung blockiert. Wer RSS bereits aktiv hat, ist damit nicht sofort abgeschaltet, sollte aber jetzt den Umstieg planen. Als dauerhaften Ersatz für die Steuerung der Auffindbarkeit von Inhalten empfiehlt Microsoft Restricted Content Discovery (RCD), ergänzt um SharePoint Advanced Management und Microsoft Purview. Für neue Copilot-Rollouts ab sofort nicht mehr als Notbremse einplanen.

Notbremse, nicht skalierbar. Allowed List mit Hard-Limit von 100 Sites. Microsoft empfiehlt Migration zu SAM und anschließende Deaktivierung. Aktivierung nur via PowerShell, Wirksamkeit innerhalb einer Stunde. Betrifft Modern Search, Copilot Chat und agentic experiences.

Wichtig für die Erwartungshaltung: RSS ist keine Security-Boundary und ändert keine Berechtigungen. Auch bei aktivem RSS sehen User weiterhin Inhalte, die sie besitzen, kürzlich geöffnet haben oder die direkt mit ihnen geteilt wurden. RSS wirkt zudem auf die gesamte Enterprise-Suche, nicht nur auf Copilot.

20.5 Microsoft Purview

  • Sensitivity Labels: Copilot respektiert Encryption sowie EXTRACT- und VIEW-Usage-Rights. Voraussetzung: Sensitivity Labels für SharePoint/OneDrive aktiviert. Neu (seit 1. Juli 2026): Von Copilot generierte Dateien erben automatisch das höchste Sensitivity-Label aus den referenzierten Quelldaten. Kann Copilot kein Label anwenden, bekommen User eine deutliche Meldung, das fehlende Label vor dem Teilen oder Speichern zu setzen.
  • DLP for Copilot & Agents: Schließt Files mit bestimmten Labels vom Grounding aus, kann auch Prompts mit sensitiven Keywords oder SITs blocken. Optional: Sensitive Daten für Work-IQ erlauben, aber von Web-Grounding blocken.
  • DSPM for AI (GA): Drei AI-App-Kategorien (»Copilot experiences and agents«, »Enterprise AI apps«, »Other AI apps« inkl. ChatGPT/Gemini/DeepSeek). Risk Assessments, Activity Explorer für Prompts/Responses, One-Click-Policies. Update Mai 2026: Neue Surfaces im Katalog: Microsoft Facilitator (Teams), Channel Agent in Teams, Microsoft Foundry (umbenannt von Azure AI Foundry), Anthropic Claude (Enterprise) und Microsoft Agent 365. Web-Search-Query-Logging ist jetzt im Activity Explorer neben Prompt/Response sichtbar.
  • DLP gilt jetzt auch für Cowork (GA Mitte bis Ende Oktober 2026, MC1477182): Grounding-Sperre per Sensitivity Label, Prompt-Sperre per Sensitive Information Type und Sperre der Websuche per SIT. Bestehende Copilot-Richtlinien greifen automatisch, allerdings nur für den Prompt-Text, nicht für hochgeladene Dateien. Den Link hinter »Learn about access restrictions« in DLP-Hinweisen könnt ihr seit Ende September auf eine eigene Richtlinienseite setzen (MC1478467).
  • Endpoint DLP: Kann Paste in Drittpartei-AI-Sites (z. B. ChatGPT im Browser) warnen oder blocken.
  • Audit-Logs: Jede Copilot-Interaktion mit Type=Copilot activity, inkl. Prompts, Responses und referenzierter Files mit Labels.
  • eDiscovery: Copilot-Aktivitäten via Type=Copilot activity durchsuchbar. Prompts liegen im User-Postfach.
  • Communication Compliance & Data Lifecycle Management: Mit AI-Policy-Templates und Retention/Deletion für Copilot-Interaktionen.
Neu im Audit-Log: vier Agent-Operationen (seit 8. September 2026)

Das Unified Audit Log kennt jetzt vier zusätzliche Operationen für Agent 365, nämlich AIInvokeAgent (Agent aufgerufen), AIExecuteTool (Tool ausgeführt), AIInferenceCall (Inferenz-Aufruf) und AIGuardrail (Schutzmechanismus angewendet). Das klingt technisch, ist aber der Punkt, an dem eine Frage beantwortbar wird, die in DACH-Gesprächen regelmäßig gestellt und bisher nur ausweichend beantwortet wurde: Was hat der Agent eigentlich getan, und womit? Mit AIExecuteTool ist die einzelne Tool-Ausführung nachvollziehbar, mit AIGuardrail auch der Fall, in dem ein Schutzmechanismus gegriffen hat. Purview deckt für Agent 365 ausdrücklich auch Agent-zu-Agent-Interaktionen ab.

Zwei Purview-Details, die bei Agents anders funktionieren als erwartet

Dateifreigabe an eine Agent-Instanz ist explizit. Ein Sensitivity Label, das »alle Nutzenden und Gruppen der Organisation« oder »alle authentifizierten Nutzenden« einschließt, reicht nicht. Die Rechte VIEW und EXTRACT müssen der Agent-Instanz ausdrücklich gewährt werden, sonst kommt der Agent nicht an die Datei.

Von einem Agent erzeugte Inhalte erben keine Labels. Was Agent 365 neu erstellt, trägt nicht automatisch das Label der Quelldaten und ist damit weder gekennzeichnet noch verschlüsselt. Das ist der genaue Gegensatz zu Copilot in den Office-Apps, wo seit Juli 2026 das höchste Label der Quellen vererbt wird. Wer beides in einem Konzept zusammenfasst, beschreibt die Agent-Seite falsch. Und noch eine Eigenheit: Greift eine DLP-Policy, merkt die Agent-Instanz das nicht, die Person, der der Agent gehört, muss die Policy aktiv beobachten.

DSPM-Generationswechsel, wichtig für die Begrifflichkeit: Purview führt inzwischen drei Varianten nebeneinander. Data Security Posture Management (DSPM) ist die aktuelle Version, und nur hier kommen neue Funktionen dazu. Zum Status: Die Learn-Doku führt sie seit Mai 2026 als »current version«, die Roadmap (RM561036, Stand 8. Oktober) nennt für die neue DSPM-Erfahrung inzwischen Januar 2027 als GA, unter anderem mit Signalen von BigID, Cyera, OneTrust und Varonis und einer Sammelaktion gegen überteilte SharePoint-Links. DSPM for AI (classic) bekommt keine Verbesserungen mehr und unterstützt kein Agent 365. Daneben steht noch DSPM (classic). Wer in Konzepten »DSPM for AI« schreibt, meint inzwischen meist die alte Variante. Die aktuelle DSPM bringt eigene Bereiche mit, darunter Posture, Objectives mit vordefinierten Datensicherheitszielen, AI observability und Asset Explorer.

Aufbewahrungslücke ab Ende Oktober 2026: Teams-Richtlinien gelten nur noch für Teams

Bisher deckten viele Tenants Copilot-Interaktionen über ihre alten Teams-Aufbewahrungsrichtlinien mit ab. Ab Ende Oktober gelten diese laut MC1481313 nur noch für Teams. Copilot-Interaktionen brauchen eine eigene Aufbewahrungsrichtlinie, sonst entsteht still eine Lücke, die erst bei der nächsten eDiscovery-Anfrage auffällt. Prüft eure Richtlinien in Purview Data Lifecycle Management jetzt.

Neue Schutzschicht gegen indirekte Prompt-Injection (13. Oktober 2026)

Microsoft führt in Copilot eine deterministische Durchsetzungsschicht für nicht vertrauenswürdige Inhalte ein. Externe Inhalte, zunächst etwa Mails von außerhalb der Organisation, werden per Richtlinie als »untrusted« eingestuft, laufen über einen isolierten, eingeschränkten Verarbeitungspfad und tragen eine Herkunftsmarkierung. Microsoft verweist zur Konfiguration auf die passende Outlook-Absendereinstellung und die Hinweise zu CVE-2026-55145, die Verfügbarkeit hängt vom Release-Stand des Tenants ab. Für Agents mit Mail-Zugriff ist das die relevanteste Sicherheitsneuerung des Monats, weil genau dort Prompt-Injection von außen hereinkommt.

20.6 Insider Risk Management: »Risky AI usage«

Neues Policy-Template (2026) erkennt Prompt-Injection und Zugriff auf Protected Materials. Signale fließen in Defender XDR. Adaptive Protection verschiebt High-Risk-User automatisch in restriktivere Policies.

20.7 Trainings-Opt-Out, Workplace-Harms-Filter, Customer Copyright Commitment

  • Trainings-Opt-Out: In M365 Copilot vertraglich ausgeschlossen. Default. Gilt auch für Anthropic-Outputs unter Microsoft Product Terms.
  • Workplace-Harms-Filter: Kein AI-basiertes Bewerten von Mitarbeiter-Performance, Attitude oder Emotion.
  • Customer Copyright Commitment (CCC): Microsoft indemnifiziert Copilot-Outputs (inkl. Anthropic-Outputs) bei Copyright-Klagen.
  • Azure OpenAI Abuse Monitoring: Deaktiviert für M365 Copilot, kein Human Review.
Was zu konfigurieren ist

SSO/SCIM via Entra ID, Sensitivity Labels in Purview aktivieren (Voraussetzung für DLP for Copilot), SAM Permission-State-Report laufen lassen, DSPM for AI aktivieren, Audit-Log-Reviews einrichten, Risky-AI-Usage-Policy in IRM anlegen. Alles andere kommt von Hause aus mit dem M365-Copilot-Plan.

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EU/DACH-Spezifika

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Wer Microsoft 365 Copilot in DACH einsetzt, hat sechs zusätzliche Pflichten und Optionen, die in der globalen Doku oft untergehen. Wichtigstes Update 2026: die Anthropic-Subprocessor-Freischaltung ist in EU/EFTA/UK default OFF.

21.1 Anthropic als Microsoft-Subprocessor (seit 7. Januar 2026)

  • Zeitleiste: 8. Dez 2025 Admin-Toggle erscheint im M365 Admin Center, 7. Jan 2026 Anthropic als Subprocessor aktiv, 3. April 2026 separates Setting »Copilot in M365 apps with Anthropic models« für EU/EFTA/UK, das Anthropic nach dem Opt-in zum Standardmodell für Copilot in den M365-Apps macht, Ende März 2026 Full Rollout.
  • EU/EFTA/UK: Default OFF. AI Administrator oder Global Admin muss explizit opt-in, auch wenn vorher der Legacy-Toggle gesetzt war.
  • Außerhalb EU/EFTA/UK (Commercial Cloud): Default ON, Admin kann disablen.
  • GCC (nicht föderal): Seit 22. Juli 2026 per Admin-Einstellung freischaltbar, standardmäßig aus, mit Pflicht-Bestätigung der Bedingungen, weil die Verarbeitung außerhalb der FedRAMP-autorisierten US-Government-Cloud läuft. Föderales GCC, GCC High, DoD und sovereign clouds: weiterhin nicht verfügbar, die Option erscheint dort gar nicht erst im Admin Center.
  • Wichtig: Anthropic-Modelle laufen außerhalb der EU Data Boundary und außerhalb der in-country LLM-Processing-Commitments. Vertraglich gelten weiterhin Microsoft Product Terms, DPA, Enterprise Data Protection und Customer Copyright Commitment.
  • Granulare Zuweisung: Pro User oder Entra-Security-Group möglich.
  • Admin-Pfad: M365 Admin Center, Copilot, Settings, View all, »AI providers operating as Microsoft subprocessors«, Anthropic.
  • Cowork-Sonderfall: Für Copilot Cowork lässt sich die Anthropic-Modellfamilie nur tenantweit abschalten, eine Freigabe für einzelne Gruppen gibt es dort nicht. Der Zugang zu Cowork selbst bleibt davon unberührt, der Modus »Auto« wählt dann aus den übrigen Modellen.
  • Historisch, aber immer noch relevant: Die frühere Einstellung »Anthropic independent processor« wurde am 1. Mai 2026 abgeschaltet. Wer in EU, EFTA oder UK damals unter Anthropics eigenen Bedingungen zugestimmt hatte, muss erneut opt-in geben, der Schalter steht sonst auf aus.
Die entscheidende Unterscheidung für DACH: Verarbeitungsweg statt Modellname

Anthropic taucht bei Microsoft in zwei völlig verschiedenen Rollen auf, und die Modellnamen helfen dabei kein bisschen. Als Microsoft-Subprocessor laufen Claude Sonnet 5, Opus 5, seit dem 1. September 2026 auch Fable 5.1 (laut Microsoft für berechtigte Organisationen) und seit Ende September Opus 5.5 und Sonnet 5.5. Hier gelten Microsoft Product Terms, DPA, Enterprise Data Protection und Customer Copyright Commitment, und es gibt keine Data Retention bei Anthropic. Als eigenständiger Datenverarbeiter laufen Fable 5.0 und Mythos 5 unter der Bezeichnung »Anthropic models with Data Retention«. Dort greift der Microsoft-Vertrag nicht, es gelten Anthropics eigene Commercial Terms und DPA, mit Aufbewahrung bis zu 30 Tagen, im Verdachtsfall bis zu zwei Jahren und Klassifizierungs-Werten bis zu sieben Jahren.

Zwei Modelle mit fast identischem Namen, zwei grundverschiedene Rechtslagen. Nehmt in Governance-Dokumenten deshalb nie den Modellnamen als Anker, sondern den Verarbeitungsweg, und prüft im Zweifel im Admin Center, unter welchem der beiden Schalter ein Modell hängt.

Und noch eine Asymmetrie, die im Gespräch über die EU Data Boundary oft untergeht: Von OpenAI betriebene Modelle liegen innerhalb der EU Data Boundary, Anthropic-Modelle als Subprocessor liegen außerhalb. Von den In-Country-Processing-Zusagen sind allerdings beide ausgenommen. Wer Anthropic für EU-Tenants freischaltet, trifft damit eine bewusste Entscheidung gegen die Datengrenze und sollte sie auch als solche dokumentieren.

OpenAI als Subprocessor: per Default an, auch in der EU

Microsoft hat OpenAI am 23. Juni 2026 in die Subprocessor-Liste aufgenommen, nutzbar seit 9. Juli. Seit 24. Juli 2026 ist der OpenAI-Subprocessor für berechtigte Commercial-Kunden standardmäßig für alle Nutzenden an, eine EU-Ausnahme beim Default nennt die Doku (Stand 9. Oktober 2026) nicht. Abschalten geht nur aktiv über »No users« im selben Panel »AI providers operating as Microsoft subprocessors«. Die Modelle liegen innerhalb der EU Data Boundary, sind aber vom In-Country-Processing ausgenommen, Zertifizierungen verwaltet OpenAI selbst (ohne FedRAMP High), Zero Data Retention läuft über die Responses API. In GCC, GCC High, DoD und Sovereign Clouds gibt es ihn nicht. Für DACH heißt das: Während Anthropic eine bewusste Einschalt-Entscheidung ist, ist OpenAI eine Ausschalt-Entscheidung, die niemand getroffen hat, wenn niemand hinsieht. Nehmt beide Schalter in eure Dokumentation auf.

21.2 EU AI Act Artikel 4 (seit 2. Februar 2025)

  • Schulungs-Nachweis für alle Copilot-Nutzenden Pflicht.
  • Microsoft Workspace Analytics und das Copilot Dashboard in Viva Insights liefern Stunden- und Aktivitäts-Logs als Schulungs-Nachweis-Stütze.
  • Bei Audits durch Behörden müssen die Logs vorliegen.
  • Das geführte In-Product-Onboarding (Kap. 19.15) erfasst Abschlüsse über Viva Learning und taugt damit als zusätzlicher Baustein für den Nachweis.

21.3 DSGVO und Copilot

  • Data-Processing-Addendum: Standard in M365-Verträgen (Business und höher).
  • Personenbezogene Daten: Im Tenant verarbeitet, EU Data Boundary aktiv für Prompts/Responses/Graph-Daten.
  • Right-to-be-Forgotten: Über Workspace-Admin oder Microsoft Compliance Manager.
  • DSFA: Bei Use-Cases mit kritischen Daten Pflicht.

21.4 EU Data Boundary in der Praxis

Standardmäßig aktiv für EU-Tenants. Daten bleiben in EU. Aber: Bing-Web-Queries und Anthropic-Modelle laufen explizit außerhalb der EUDB. Wer maximal restriktiv sein muss, deaktiviert Web Search in Copilot (über Cloud Policy Service, »Allow web search in Copilot«) und lässt Anthropic OFF.

Web vs. Work Mode (seit 18. August 2026, siehe Kap. 19.9): Die »Allow web search in Copilot«-Policy hat einen neuen Default-Modus, der Web Search im Copilot-Work-Mode disablen und im Copilot-Web-Mode plus Copilot Chat enablen kann. Damit lassen sich vertraulich Work-Mode-Anfragen ohne Bing-Grounding fahren, während User in Copilot Chat weiter web-search-fähig sind. Die dritte Option schaltet die Websuche auch in Researcher und Cowork ab. Researcher hat zusätzlich einen eigenen Websuche-Schalter im Eingabefeld, Analyst und Cowork nicht.

Local inferencing (GA für Dezember 2026 angekündigt, RM571886): Microsoft will unterstützte Copilot-Interaktionen in der jeweiligen Geografie inferieren. Für Datenresidenz-Diskussionen ist das der nächste wichtige Termin. Welche Interaktionen genau erfasst sind, ist noch offen, prüft das, bevor ihr es in einer DSFA zugrunde legt.

21.5 EU AI Act Art. 5 (verbotene KI-Praktiken)

Auch wenn Copilot »General-Purpose-AI« ist: Bestimmte Use-Cases dürfen ihr nicht damit umsetzen. Social Scoring, Manipulation, Predictive Policing. Wer Copilot in HR einsetzt, sollte besonders bei Employee-Monitoring-Use-Cases vorsichtig sein. Der eingebaute Workplace-Harms-Filter blockt zwar AI-Bewertungen von Performance/Attitude/Emotion, aber die Pflicht zur saubere Use-Case-Definition liegt beim Einsetzenden.

21.6 Was DACH-Compliance prüfen sollte

  1. Lizenz: M365 Copilot, nicht Consumer-Copilot für Geschäfts-Daten.
  2. SSO und SCIM: Entra-ID-Provisioning aktiv.
  3. EU Data Boundary: Status prüfen, im Trust Center bestätigen.
  4. Anthropic-Subprocessor: Bewusste Entscheidung treffen, ob Opt-in. Default ist OFF in EU/EFTA/UK.
  5. OpenAI-Subprocessor: Seit 24. Juli 2026 per Default an. Bewusst bestätigen oder auf »No users« stellen.
  6. Bing-Web-Search: Web Search Policy bewusst setzen (»Enabled überall«, »Disabled überall«, »Disabled in Work / Enabled in Web«).
  7. Schulungs-Nachweis: Wer hat wann Copilot-Training absolviert. EU AI Act Art. 4.
  8. Memory-Policy: Tenant-weit aktiv oder deaktiviert.
  9. Sensitivity-Labels: In Purview konfiguriert für sensible Daten.
  10. Audit-Log-Review: Wer reviewt monatlich, wer reagiert auf Auffälligkeiten.
Compliance ist machbar

M365 Copilot erfüllt alle DACH-Pflichten, wenn der Tenant ordentlich konfiguriert ist. Default-Einstellungen reichen meistens, EU Data Boundary und Trainings-Opt-Out sind sowieso eingebaut.

M365 Copilot Guide · Stand 15. Oktober 2026 · Wird wöchentlich aktualisiert
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